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Wissenschaftsrat: Zwei Entscheidungen im Verfahren der institutionellen Akkreditierung

16.11.2009 - (idw) Wissenschaftsrat

Auf seinen Herbstsitzungen hat sich der Wissenschaftsrat mit zwei Akkreditierungsverfahren beschäftigt. In einem Fall gelangte er zu einer positiven Entscheidung, im anderen Fall sprach er sich gegen eine Akkreditierung aus. Zu den Ergebnissen im Einzelnen: Die AKAD-Fachhochschulen in Stuttgart, Pinneberg und Leipzig bieten seit vielen Jahren Fernstudiengänge an, deren Organisation auf die besonderen Bedürfnisse Berufstätiger zugeschnitten ist. Dies hat der Wissenschaftsrat bereits in der 2006 erfolgten Erstakkreditierung anerkannt; angesichts der Bedeutung lebenslanger Weiterqualifizierung gilt diese Würdigung nach wie vor uneingeschränkt. Die in der Erstakkreditierung als kritisch beurteilte Ausstattung mit hauptberuflichen Professorinnen und Professoren ist seither verbessert worden, genügt aber noch nicht gänzlich den Anforderungen - auch unter Berücksichtigung dessen, dass Fernhochschulen andere Betreuungsstrukturen aufweisen als Präsenzhochschulen. Die ungewöhnliche Organisationsform der AKAD-Fachhochschulen, die zwar hochschulrechtlich eigenständig sind, aber in wesentlichen Aspekten als Verbund operieren, wird vom Wissenschaftsrat akzeptiert; allerdings sind auch auf der Verbundebene akademische Mitwirkungsmöglichkeiten zu etablieren. Mit diesen Auflagen wurde eine Reakkreditierung für fünf Jahre ausgesprochen. "Auch wenn die Organisationsform von AKAD sicherlich nicht als Modell für andere Einrichtungen dienen kann, so hat sie sich in wissenschaftlicher Hinsicht aber auch nicht als dysfunktional herausgestellt", so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider. Anlässlich der AKAD-Reakkreditierung verweist er auf die Rolle privater Anbieter in der wissenschaftlichen Weiterbildung: "Sämtliche auf Fernstudien spezialisierte Fachhochschulen in Deutschland befinden sich in privater Hand", so Strohschneider. "An ihnen sind über 20.000 Studierende eingeschrieben, das heißt rund ein Fünftel aller Studierenden an nichtstaatlichen Hochschulen."

Die University of Management and Communication Potsdam (FH) weist nach Auffassung des Wissenschaftsrates zu viele und zu schwerwiegende Defizite auf, um eine Akkreditierung erhalten zu können. Der Grundgedanke der UMC, eine kommunikationsbasierte Managementausbildung zu entwickeln, ist zwar anerkennenswert, aber seit der Aufnahme des Studienbetriebs im Jahr 2005 nicht adäquat umgesetzt worden. Die UMC agiert zu wenig verlässlich und zu stark auf der Basis von ad-hoc-Entscheidungen, so dass ihre Organisationspraxis als nicht hochschulgerecht zu beurteilen ist. Insbesondere hat die UMC in einem nicht akzeptablen Umfang Honorar- und Nebenerwerbsprofessuren vergeben - diese Gruppe ist doppelt so groß wie die der hauptberuflichen Professorinnen und Professoren. Hinzu kommt, dass die UMC wiederholt Vorgaben zur Titelführung missachtet hat. Der Wissenschaftsrat hat daher eine institutionelle Akkreditierung abgelehnt.

Hinweis: Die "Stellungnahme zur Reakkreditierung der AKAD-Fachhochschulen Stuttgart, Pinneberg und Leipzig" (Drs. 9524-09) und die "Stellungnahme zur Akkreditierung der UMC - University of Management and Communication Potsdam (FH)" (Drs. 9523-09) werden im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie können aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de
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