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Hochdruckliga Kongress: Katheterbehandlung senkt zu hohen Blutdruck

18.11.2009 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Wenn Medikamente versagen:
Katheterbehandlung senkt zu hohen Blutdruck

Lübeck - Patienten, deren Bluthochdruck sich auch mit Medikamenten nicht senken lässt, kann künftig möglicherweise geholfen werden: Ein neues Verfahren, nämlich eine Katheterbehandlung an der Niere, kann einen zu hohen Blutdruck senken. Das ist wichtig, da eine Hypertonie, wie Mediziner die Erkrankung nennen, das Risiko für Gefäßerkrankungen, Nieren- oder Herzschwäche erhöht. Erste klinische Versuche an Patienten mit schwerem Bluthochdruck wurden bereits erfolgreich durchgeführt. Darauf weisen die Experten im Vorfeld der Jahrestagung der Deutschen Hochdruckliga im November in Lübeck hin. "Die Behandlung erfolgt mit einem Katheter, der über die Leiste bis zu den Arterien vorgeschoben wird, die die Nieren mit Blut versorgen", erläutert Professor Dr. med. Joachim Weil, stellvertretender Klinikdirektor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Bei dem Verfahren wird ein spezieller Katheter in der Nierenarterie positioniert und unter schrittweisem, spiraligem Rückzug die Energie an die Gefäßwand abgegeben. Dadurch wird die Gefäßwand kurzzeitig erwärmt und die Nervenfasern in der unmittelbaren Umgebung der Nierenarterie verödet. Diese Nerven gehören zum sympathischen Nervensystem. Eine verstärkte Aktivität des sympathischen Nervensystems der Niere gilt als wichtiger Mechanismus bei der Entwicklung von Hypertonie. Die Behandlung kommt ohne Operation aus und sie somit schonend für den Patienten. "Das Komplikationsrisiko ist nicht höher als bei einer Katheterbehandlung in anderen Blutgefäßen", versichert Weil.

Durch das neue Verfahren wurde der Blutdruck durch die Katheterbehandlung deutlich und auf Dauer gesenkt. "Die meisten Patienten müssen zwar weiter Medikamente einnehmen, doch die Therapie trägt wahrscheinlich dazu bei, dass der Blutdruck besser kontrolliert wird und damit die Spätschäden der Hochdruckerkrankung wie Schlaganfall und Herzinfarkt vermieden werden", sagt Professor Weil im Vorfeld der Kongress-Pressekonferenz am Donnerstag, den 19. November 2009 in Lübeck.

Terminhinweise:

Patientenseminar: Mit Bluthochdruck leben
Samstag, den 21.11.2009, von 10.30 bis 12.30 Uhr,
Bürgerschaftssaal, Rathaus Lübeck, Breite Straße 64, 23552 Lübeck
Der Eintritt ist kostenfrei. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Donnerstag, 19. November 2009, 11.30 bis 12.30 Uhr
Ort: Lübecker Musik- und Kongresshallen GmbH: Seminarraum 7/8, Willy-Brandt-Allee 10, 23554 Lübeck

Themen und Referenten:

* Bluthochdruck ist Herzenssache: Wie kann das kardiovaskuläre Risiko gesenkt werden?
Professor Dr. med. Peter Dominiak, Kongresspräsident des 33. wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga (DHL), Präsident der Universität Lübeck

* Genetik und Hypertonie: Ist Bluthochdruck vererbbar?
Professor Dr. med. Heribert Schunkert, Kongresspräsident des 33. wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga (DHL), Direktor, Medizinischen Klinik II, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck

* Hypertensiologie an der Universität: Forschung vorantreiben
* Update der europäischen und deutschen Hypertonie-Leitlinien
Professor Dr. med. Joachim Hoyer, Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga (DHL),
Universitätsprofessor für Nephrologie, Medizinischen Fakultät der Philipps-Universität, Marburg

* Hypertonie & Epigenetik: Können wir genetisch beeinflussten Krankheiten vorbeugen?
Professor Dr. Gilbert Schönfelder, Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Würzburg


* Neues Konzept zur Behandlung der Hypertonie: Wie kann eine Katheterbehandlung einen zu hohen Blutdruck senken?
Professor Dr. med. Joachim Weil, stellv. Direktor Medizinischen Klinik II, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck

Pressekontakt
Silke Jakobi
Deutsche Hochdruckliga e.V.
Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-163
Fax: 0711 8931-167
jakobi@medizinkommunikation.org
Weitere Informationen: http://ww.hypertonie-2009.de
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