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CHE veröffentlicht Positionspapier II zur konsequenten Umstellung auf Bachelor und Master

19.06.2003 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Die wichtigsten Handlungsfelder und Aufgaben für Politik, Hochschulen und Beschäftigungssystem

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat im April die konsequente Umstellung des deutschen Studiensystems auf Bachelor- und Masterstudiengänge gefordert und in einem ersten Positionspapier begründet, warum nur so die Chancen der Reform realisiert werden können. Das Positionspapier II lenkt nun den Blick auf die entscheidenden Aufgaben und Handlungsfelder, die sich für Politik, Hochschulen und Beschäftigungssystem bei der Umsetzung dieser Reform ergeben. "Es geht um einen tief greifenden Paradigmenwechsel in der Hochschulausbildung, der über strukturelle und organisatorische Fragen weit hinaus geht", sagt CHE-Leiter Detlef Müller-Böling.

Das Papier begründet, warum die flächendeckende Einführung der zweistufigen Studienstruktur sämtliche Studienbereiche und damit auch die Staatsexamina einbeziehen muss. Die Ablösung der alten Abschlüsse kann sich dabei nicht auf eine Umetikettierung beschränken, die bestehende Curricula in die neue Struktur presst. Sowohl Bachelor- als auch Masterangebote müssen in Bezug auf die Logik des zweistufigen Systems sinnvoll neu gestaltet werden.

Im Verhältnis zwischen Hochschul- und Beschäftigungssystem wird sich ein neues Verständnis von beruflicher Qualifikation etablieren müssen. Dies beinhaltet besondere Anforderungen an die Durchlässigkeit des Studiensystems - nicht nur beim Übergang vom Bachelor zum Master, sondern auch zwischen den Hochschularten und insbesondere hinsichtlich diverser Qualifikationsbiografien im Sinne des lebenslangen Lernens.

Die neue Studienstruktur verlangt aber auch der Politik ein Umdenken ab. Betroffen ist insbesondere das System der Qualitätssicherung. Die derzeitige Form der Akkreditierung kann nur eine Übergangslösung, nicht aber den Endpunkt der Entwicklung darstellen. Auch die Hochschulsteuerung und -finanzierung muss an das neue Studiensystem angepasst werden. So wird die Kapazitätsverordnung durch die Umstellung völlig überholt.

Zudem kann die Semesterwochenstunde nicht weiter als Planungsgröße für die Erfüllung der Lehrleistungen dienen, da das neue System sich mit den "credits" an der Lernleistung der Studierenden und nicht an der in Seminaren und Vorlesungen verbrachten Zeit orientiert. Die "credits" sollten konsequenterweise auch eine wesentliche Rolle bei der Finanzierung der Hochschulen spielen und das Prinzip "Geld folgt Studierenden" (GefoS) betonen.

Das CHE ist eine gemeinnützige Einrichtung, die sich für Reformen im Deutschen Hochschulsystem einsetzt. Es wird von der Hochschulrektorenkonferenz und der Bertelsmann Stiftung getragen.

Rückfragen an Lars Hüning: lars.huening@che.de

Beide Papiere stehen im Internet zum Download zur Verfügung.
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