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Weniger Komplikationen nach Knochenmark-Transplantation - José Carreras Leukämie-Stiftung fördert neues Forschungspro

02.12.2009 - (idw) Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Neuherberg / München, 2.12.2009. Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert ein neues Forschungsprojekt am Helmholtz Zentrum München. Dr. Andreas Moosmann von der Klinischen Kooperationsgruppe Molekulare Onkologie und der Abteilung Genvektoren untersucht, wie sich Komplikationen nach einer Knochenmarktransplantation zukünftig besser behandeln lassen. Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert das auf die Dauer von drei Jahren angelegte Forschungsprojekt mit 130.000 Euro. Immer mehr Patienten erhalten nach einer Knochenmarktransplantation zusätzlich T-Zellen des Spenders, um eine lebensbedrohliche Infektion mit dem häufig vorhandenen Cytomegalievirus (CMV) zu verhindern. Diese so genannte T-Zell-Therapie kann im schlimmsten Fall aber dazu führen, dass körpereigene Zellen angegriffen werden und es zu schweren Nebenwirkungen kommt.

"In dem neuen Projekt wollen wir genauer untersuchen, gegen welche körpereigene Zielstruktur sich dieses Phänomen richtet, wie häufig derartige T-Zellen bei verschiedenen Spendern vorkommen und wie man diese Probleme bei der T-Zell-Therapie verhindern kann", sagt Projektleiter Andreas Moosmann vom Helmholtz Zentrum München.

Viele gesunde Erwachsene sind Träger des Cytomegalievirus (CMV). Unter normalen Umständen bleibt die Virusinfektion unauffällig. Wird jedoch das Immunsystem massiv geschwächt, zum Beispiel bei einer Knochenmarktransplantation, kann die Virusinfektion sich im Körper mit teilweise lebensbedrohlichen Folgen ausbreiten. Den Patienten fehlen oft T-Zellen, die eine CMV-Infektion im Zaum halten könnten.

Falls der Knochenmarkspender selbst CMV-Träger ist, hat er virusspezifische T-Zellen. Daher besteht eine wirkungsvolle Therapie in der Übertragung solcher T-Zellen vom Spender auf den Patienten. Besonders wichtig ist speziell die Übertragung von CD8-T-Zellen. Das sind Killerzellen, die in der Lage sind, virusinfizierte Körperzellen zu erkennen und abzutöten, um die Virusvermehrung zu verhindern. Bei dieser T-Zell-Therapie erkennen manche T-Zellen aber auch körpereigene Strukturen des Empfängers, die mit dem Virus gar nichts zu tun haben. Würden solche Immunzellen übertragen, könnten sie Zellen des Patienten angreifen - es käme zu lebensbedrohlichen Komplikationen.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Andreas Moosmann hatte diese Reaktivität bereits in der Vergangenheit bei CMV-spezifischen CD8-T-Zellen identifiziert. "Mit den jetzt bewilligten Projektgeldern können wir dem Phänomen auf den Grund gehen, um zukünftig Patienten noch besser behandeln zu können und Komplikationen zu minimieren", sagt Moosmann.
Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München ist das deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Als führendes Zentrum mit der Ausrichtung auf Environmental Health erforscht es chronische und komplexe Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens auf einem 50 Hektar großen Forschungscampus. Das Helmholtz Zentrum München gehört der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft an, in der sich 16 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit insgesamt 26500 Beschäftigten zusammengeschlossen haben.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Andreas Moosmann ist an der Klinischen Kooperationsgruppe Molekulare Onkologie und der Abteilung Genvektoren angesiedelt und befasst sich mit der Untersuchung von antiviralen T-Zellen und der Entwicklung von Immuntherapien gegen verschiedene Virusinfektionen.

Hintergrundinformation José Carreras Leukämie-Stiftung: Der spanische Tenor José Carreras gründete die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung im Jahre 1995 aus Dankbarkeit, dass er von seiner Leukämie-Erkrankung geheilt werden konnte, und um anderen Leukämiepatienten zu helfen. Die Stiftung hat bislang über 700 Projekte ermöglicht, die die Erforschung von Heilungsmöglichkeiten, die Förderung von Behandlungseinrichtungen, wie Transplantationseinheiten, Tageskliniken und Rehabilitationszentren, sowie die Unterstützung von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen zum Ziel haben. Weitere Informationen und Einblicke in die Projekte gibt es unter http://www.carreras-stiftung.de.

15. José Carreras Gala: Die 15. José Carreras Gala findet am 17. Dezember 2009 um 20.15 Uhr statt und wird live in der ARD übertragen. Startenor José Carreras wird sich zusammen mit weiteren weltberühmten Stars für Menschen, die an Leukämie leiden, einsetzen.

Spendenkonto: Dresdner Bank AG, BLZ: 700 800 00, Konto: 319 96 66 01
Pressekontakt

José Carreras Leukämie-Stiftung
Isabelle Henkel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Elisabethstraße 23, 80796 München
Tel: 089/272904-40
E-Mail: isabelle.henkel@carreras-stiftung.de

Helmholtz Zentrum München
Sven Winkler, Pressesprecher Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg .
Tel.: 089-3187-3946 . Fax 089-3187-3324,
E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de
Weitere Informationen: http://www.helmholtz-muenchen.de/presse-und-medien/pressemitteilungen/pressemitt...
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