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Vertreter des Max-Planck-Instituts aus Jena auf der Klimakonferenz in Kopenhagen

02.12.2009 - (idw) Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Vom 07. bis zum 18. Dezember 2009 findet in in Kopenhagen, Dänemark, das 15. Treffen (COP15) der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) statt. Bereits zwei Jahre zuvor wurden in Bali mit der Bali Road Map die Weichen gestellt, um bis 2009 die Rahmenbedingungen für die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls zu verhandeln. Worum geht es auf der Klimakonferenz in Kopenhagen?

Das bis 2012 gültige Kyoto-Protokoll ist eher ein Testlauf, bei dem sich einige Industrieländer verpflichteten, Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 5, 2 % zu senken. Global notwendig sind bis 2020 jedoch 25-40 % Reduktion gegenüber 1990 in den Industrieländern, sowie eine 15-30% Reduktion gegenüber der bisherigen Entwicklung in den Schwellenländern, um eine globale Erwärmung von durchschnittlich mehr als 2° Celsius in diesem Jahrhundert zu verhindern. Globale Emissionen steigen aber weiter an, besonders weil die USA und Schwellenländer wie China und Indien bisher keine Verpflichtungen im Protokoll übernommen haben. Seit 1990 ist der weltweite Treibhausgasausstoß bereits um 41 Prozent gestiegen. Ziel der COP15 muss daher sein, ambitionierte Klimaschutzziele für Industrie- und Schwellenländer zu vereinbaren. Gleichzeitig müssen ca. 100 Milliarden Euro pro Jahr für die Entwicklungsländer zur Anpassung an den Klimawandel sowie für einen Technologietransfer für emissionsarme Energiegewinnung zur Verfügung gestellt werden .

Welche Rolle spielt das Max-Planck-Insitut für Biogeochemie im Klimapolitik-Prozess?

Das Max-Planck-Institut für Biogeochemie erforscht die globalen Stoffkreisläufe mit dem Ziel, Änderungen und das komplexe Zusammenspiel der Erdsystemkomponenten aufzuklären und verlässliche Klimaprognosen zu erstellen. Ein Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf dem globalen Kohlenstoffkreislauf und der Rolle der Treibhausgase Kohlendioxid und Methan. Der Gründungsdirektor des MPI's, Prof. Ernst-Detlef Schulze (Emeritus), und der derzeitige Geschäftsführende Direktor Martin Heimann haben entscheidende Beiträge zum Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs geliefert. Besondere Bedeutung kommt nunmehr den komplexen Klimamodellen zu, die der Projektion möglichst realistischer Annahmen für die zukünftige Entwicklung des Klimasystems dienen. Auch trägt die Forschung am Institut dazu bei, die Rolle von Wäldern und Landwirtschaft als Treibhausgassenken oder -quellen besser zu verstehen. Diese Grundlagenforschung liefert somit essentielle Informationen für den politischen Entscheidungsprozess.
Michael Huettner, der im Rahmen seiner Promotion als Gastforscher am MPI-BGC arbeitet, fährt als Beobachter zur COP15. Er beschäftigt sich in seiner Forschungsarbeit mit der Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung -im Englischen kurz "REDD" genannt. Der Landnutzungssektor, und hier primär die Entwaldung und Walddegradierung, trägt bis zu 20 Prozent der globalen, menschgemachten Treibhausgasmissionen bei - das ist mehr als der weltweite Transportsektor. Daher ist ohne ein umfassendes Abkommen zu den terrestrischen Kohlenstoffsenken in Kopenhagen die Einhaltung des 2°C Ziels kaum möglich. Wissenschaftler wie Michael Huettner hoffen, mit ihrer Forschung unterstützende Beiträge zur politischen Ausgestaltung eines REDD-Mechanismus liefern zu können. Zur Zeit forscht er primär zu Finanzierungsmechanismen für REDD. "Um die von der EU angestrebte Halbierung der globalen Entwaldung bis 2020 zu erreichen, sind Investitionen von 15-25 Milliarden Euro pro Jahr notwendig. Jedoch besteht noch Uneinigkeit, wie dieses Geld erbracht werden soll und nach welchen Kriterien es verteilt werden soll. Hier versuchen wir mit unserer aktuellen Forschung Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen", so Huettner. Neben seiner Rolle als wissenschaftlicher Beobachter wird er für das"Global Observatory" als junger Experte in Kopenhagen tätig werden. Das Global Observatory ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die als Übersetzer der aktuellen politischen Verhandlungsprozesse in Alltagssprache agieren. Ziel dieser Initiative ist es, die Entscheidungen der Klimakonferenz verständlicher und somit auch transparenter zu machen.


Max-Planck-Institut für Biogeochemie
Hans-Knöll-Straße 10
07745 Jena
Tel.: +49-(0)3641-57-60
Fax: +49-(0)3641-57-70

Kontakt:
Michael Hüttner
Tel.: +49-(0)3641-57-6146
Mobil : +49-(0)177-844-2321
Fax: +49-(0)3641-57-7860
mhuettner@bgc-jena.mpg.de

Prof. Dr. Martin Heimann (GfD)
Tel.: +49-(0)3641-57-6350
Fax: +49-(0)3641-57-67300
martin.heimann@bgc-jena.mpg.de
Weitere Informationen: http://www.bgc-jena.mpg.de
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