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Unternehmen im Nationalsozialismus

03.12.2009 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Internationales Symposion von Historikern an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (10.-12. Dezember) "Unternehmen im Nationalsozialismus. Zur Historisierung einer Forschungskonjunktur" - unter diesem Titel findet vom 10. bis 12. Dezember 2009 ein international besetztes Symposion in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

Noch vor wenigen Jahren galt es als ausgemacht, dass die vielen Forschungen zur Unternehmensgeschichte im Nationalsozialismus einer Sonderkonjunktur geschuldet seien, die bald an ihr Ende kommen werde. Tatsächlich haben sich unsere Kenntnisse über Zwangsarbeit und "Arisierung", Rüstungsprofite und "Raubgold" während dieses inzwischen fast zwanzigjährigen Forschungsbooms dramatisch erweitert. Wider Erwarten gehen die Arbeiten auf dem hell ausgeleuchteten Untersuchungsfeld aber keineswegs zu Ende. Erst kürzlich haben aufgeregte Debatten über die Unternehmerfamilien Flick, Quandt und Thyssen eindrücklich vorgeführt, dass die verdrängte und beschwiegene NS-Vergangenheit noch immer genügend Kraft für öffentliche Skandale besitzt und wohl auch künftig als Antrieb für wissenschaftliche Großprojekte taugen wird.

Das Symposion nimmt diese Beobachtung zum Ausgangspunkt für ein doppeltes Anliegen. Es will die Ergebnisse der Forschungskonjunktur nicht nur systematisch resümieren, sondern versuchen, den spektakulären Boom der NS-Unternehmensgeschichte besser zu verstehen. Weil sich das Gros der Unternehmen bis in die zweite Hälfte der achtziger Jahre einer Debatte über ihre NS-Vergangenheit erfolgreich entziehen konnte, wird zunächst genauer nach den Ursachen für diese lange Phase des "Beschweigens" gefragt. Schon die Nürnberger Nachfolgeprozesse und eine gezielte Instrumentalisierung der Vergangenheit durch die DDR-Propaganda haben weitaus mehr Details über unternehmerisches Verhalten im "Dritten Reich" ans Licht gefördert, als die öffentlichen Debatten der jüngsten Vergangenheit wahrhaben wollten. Wie hängen diese Formen des Wissens und Nichtwissens mit den Mechanismen der Skandalisierung zusammen?

Nachdem einzelne Unternehmen ihre Archive geöffnet und große Forschungsprojekte auf den Weg gebracht hatten, begann in den neunziger Jahren jener "Boom", als dessen Ergebnis eine inzwischen kaum noch zu überschauende Fülle von Spezial- und Einzeluntersuchungen vorliegt. Aber welche Einsichten bleiben? Was genau hat diese Forschungskonjunktur zum besseren Verständnis des Nationalsozialismus beigetragen, was zur Aufklärung unternehmerischen Verhaltens? Dass danach bisher kaum gefragt wurde, ist ebenso überraschend wie die Tatsache, dass von einem Abebben des öffentlichen Interesses keine Rede sein kann. Offenbar haben sich die Mechanismen des Wissens, des Gedächtnisses und der Skandalisierung gewandelt. Das wirft die Frage nach den wissenschaftlichen Erkenntnismöglichkeiten mit umso größerer Relevanz auf.

Teilnahme nur nach bestätigter Anmeldung per E-Mail an:
Kristina.Meyer@uni-jena.de

Das Programm und weitere Informationen unter:
www.nng.uni-jena.de/ tagungen_konferenzen_lehrstuhl_nng.html

Unternehmen im Nationalsozialismus
Zur Historisierung einer Forschungskonjunktur
Symposion, 10. bis 12. Dezember 2009
Rosensäle der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fürstengraben 27

Mit Ralf Ahrens, Tim Arnold, José Brunner, Norbert Frei, Constantin Goschler, Neil Gregor, David Gugerli, Harold James, Helen Müller, Lutz Niethammer, Jörg Osterloh, Werner Plumpe, Cornelia Rauh, Carola Sachse, Tim Schanetzky, Jonas Scherner, Hans-Georg Soeffner, Dietmar Süß, S. Jonathan Wiesen und Dieter Ziegler


Kontakt:
Kristina Meyer M.A.
Historisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zwätzengasse 3
07743 Jena
Tel.: 03641/944458
E-Mail: Kristina.Meyer[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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