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CoSA - neue Forschergruppe an der FH Lübeck

03.12.2009 - (idw) Fachhochschule Lübeck

Seit Juli 2009 gibt es mit CoSA (Kommunikation - Systeme - Anwendungen) eine neue Forschungsgruppe im Fachbereich Elektrotechnik & Informatik an der FH Lübeck. Die Gruppe untersucht Kommunikationssysteme, Verteilte Systeme und deren Anwendungen. Der Schwerpunkt liegt in der angewandten Forschung auf dem Gebiet der drahtlosen mobilen Netze und Sensornetze. Ganz im Verborgenen hat sich am Fachbereich Elektrotechnik & Informatik der Fachhochschule Lübeck ein neues Forschungsgebiet etabliert. Die seit Juli 2009 aktive Gruppe um Prof. Dr. Horst Hellwig untersucht mögliche Anwendungen von Sensornetzen in verschiedenen Einsatzfeldern, von der Medizintechnik bis hin zur Tiefseetechnik. CoSA ist bereits mit zwei aktuellen Forschungsprojekten erfolgreich.
Vor dem Hintergrund, dass das Internet zum Rückgrat der modernen Industrie-(Wissens)gesellschaft und der globalen Wirtschaft geworden ist, sind die Anforderungen an das weltweite Netz gestiegen. Das heutige Internet basiert größtenteils auf Mechanismen und Algorithmen, die in den 70er und 80er Jahren entwickelt wurden. Neue Anwendungen im geschäftlichen wie im privaten Bereich stellen Anforderungen, für die es ursprünglich nicht konzipiert war. So treten bspw. Defizite in der Architektur und damit auch in der Sicherheit, bspw. beim Transfer von sensiblen Daten auf. Eine zentrale Anforderung an das zukünftige Internet wird die Einbindung diverser Netzwerktechnologien zur Unterstützung unterschiedlichster Anwendungen sein. Wesentliches Instrumentarium eines zukünftigen Internets werden daher drahtlose Sensor- und Mesh-Netze sein, mit denen die Daten der realen Welt erfasst und verfügbar gemacht werden.

Aktuell dazu bearbeitet CoSA das Projekt Real-World G-Lab (GLAB), bei dem untersucht wird, wie sich drahtlose Sensornetze, Mesh-Netze bzw. Verbünde solcher Netze und verwandte Technologien aus dem Bereich des "Internet der Dinge" in zukünftige Internet-Architekturen einpassen lassen. Dabei werden Aspekte betrachtet, die von grundlegender technischer Einbindung, über Kommunikations- und Service-Infrastrukturen bis hin zu Anwendungsproblemen reichen.
CoSA entwickelt in diesem von der Bundesregierung unterstütztem und gefördertem Verbundprojekt von Universität, Fachhochschule und der Lübecker Firma coalesenses GmbH neue Protokolle für mehr Flexibilität, Mobilität und Sicherheit im Internet der Zukunft und stellt diese im Rahmen einer Experimentierplattform zur Verfügung.

Im zweiten Projekt der CoSA-Gruppe geht es um sich selbst organisierende Funkübertragungstechnik. Das Projekt namens SoFT (Selbstorganisierende Funkübertragungstechnik) untersucht, wie ein Nebeneinander von Funksystemen zu erreichen ist, ohne dass es zu Frequenzkollisionen kommt. Die Idee dabei ist, dass Systeme Frequenzkollisionen mittels Software Defined Radio (SDR) umgehen. Das Projekt entwirft und untersucht eine sich selbstorganisierende Sendeempfangsanlage (Transceiver), die ihre Umgebung wahrnimmt und sich anpasst, indem sie sich selbst geeignet "konfiguriert", mit Wissen über Anforderungen der Anwendung und unter Berücksichtigung von regulatorischen Bestimmungen. Das Ziel dieses Projekts ist es, die Zuverlässigkeit und Sicherheit von Funkübertragungen zu erhöhen. Speziell im Bereich der mobilen Anwendungen ermöglichen drahtlose Übertragungstechnologien den komfortablen Einsatz und damit die notwendige Nutzerakzeptanz.

Die Medizintechnik ist ein Bereich, der besonders stark von diesen Technologien in der Zukunft profitieren wird. In vielen medizinischen Bereichen vom OP über die Intensivstation bis zur Rehabilitation oder auch im Bereich Assisted Living kann eine erweiterte Sensorik, die Qualität der Diagnose und Therapie von "Patienten" verbessern. Besonders hohe Anforderungen ergeben sich, wenn die Personen mobil sind, z.B. bei der Bewegungs- und Lageerkennung.

SoFT erforscht die Möglichkeiten, die Zuverlässigkeit und die Sicherheit von Funkübertragungen in medizinischen Anwendungen mittels Cognitive Radio zu erhöhen. Da die zur Verfügung stehenden Funkfrequenzen begrenzt sind oder auch von anderen Geräten belegt sein können, ist es Ziel, sich die Sensorsysteme selbst organisieren zu lassen, um die für sie optimalen Funkübertragungsparameter zu finden und damit eine komfortable und robuste Patientenüberwachung zu gewährleisten.
Weitere Informationen: http://www.cosa.fh-luebeck.de
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