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Bildungsprojekt im Tourismus erhält zwei Auszeichnungen

09.12.2009 - (idw) Hochschule Bremen

Das Projekt "Bildungs_Lücke Nachhaltigkeit im Tourismus in der beruflichen Aus- und Weiterbildung" wurde zur großen Freude der beteiligten Partner als offizielles UN-Dekadeprojekt im Rahmen der Weltdekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) (2005-2014) und als Best-Practice-Projekt im Rahmen des bundesweiten Kongresses "WeltWeitWissen - Bildung für unsere Zukunft" ausgezeichnet. Das Netzwerk sieht sich damit in seiner bislang dreijährigen Arbeit bestätigt.

Warum wird die Integration der Thematik Nachhaltigkeit im Tourismus in die berufliche Aus- und Weiterbildung immer wichtiger?
Im Jahr 2008 verreisten 900 Mio. Menschen ins Ausland, Tendenz steigend. Dies kann zum einen positive Effekte auf die Zielregionen haben, zum anderen häufen sich aber auch die negativen Auswirkungen. In Zeiten des Klimawandels, des Verlusts der kulturellen und biologischen Diversität stellt sich die Frage, wie gerade Tourismus zum Erhalt der Natur, der Kultur und der Einkommenssicherung beitragen kann. "Einer der größten globalen Wirtschaftsfaktoren kann - wenn Tourismus auf Nachhaltigkeit setzt - ein Gewinn für die Ökonomien, Gesellschaften, die Natur, die interkulturelle Kommunikation, die Reisenden wie Reiseanbieter sein und gleichzeitig ein wichtiger Entwicklungsfaktor für die Zielregionen", so Prof. Dr. Renate Freericks vom Internationalen Studiengang Angewandte Freizeitwissenschaft (ISAF) der Hochschule Bremen.

Seit 2007 engagiert sich ein Netzwerk unterschiedlicher Akteure in Bremen für die Förderung eines Nachhaltigen Tourismus in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und in Reiseunternehmen. Ziel ist die Sensibilisierung der (angehenden) Tourismusfach- und -führungskräfte und die Entwicklung von Qualifizierungs- und Bildungsmaßnahmen zu Nachhaltigem Tourismus. Gerade die (angehenden) Tourismusfachkräfte als Bindeglied zwischen Angebot und Nachfrage spielen eine wesentliche Rolle.

Was genau wurde und wird im Projekt getan?
"Wir sehen insbesondere Bedarf in den folgenden Bereichen: Entwicklung geeigneter Materialien für die Bildungsarbeit, ihrer Verbreitung sowie die Entwicklung und Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen für Berufs- und Fachschullehrer/innen, Multiplikator/innen und Vertreter/innen aus Reiseunternehmen", wie Randy Haubner von der Bildungseinrichtung Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz) betont. Vor diesem Hintergrund wurden bislang drei praxisnahe Materialien entwickelt: Unterrichtsmodul "Nachhaltigkeit im Tourismus", Broschüre "Rainer Reisgern kann auch anders", Broschüre "G+ Berufe global: Tourismus".

Auf vielfältige Art und Weise werden die Materialien kommuniziert: die geschieht auf Tagungen und Messen - zum Beispiel der Internationalen Tourismusbörse im März 2010 - sowie auf Workshops, in Vorträgen und Fachtagen; außerdem werden Berufsschulen und Reiseunternehmen besucht.

Zwei Seminare "Tourismus mit Zukunft - Nachhaltiger Tourismus in der touristischen Aus- und Fortbildung" werden im Jahr 2010 angeboten, die Fach- und Berufsschullehrer/-innen, Multiplikator/-innen der Tourismusbranche und Vertreter/-innen aus Reiseunternehmen für die Thematik sensibilisieren möchten. Vertreter/-innen aus Wissenschaft, Bildung und Reiseunternehmen stellen ihren Umgang mit dem Thema und die Umsetzung in ihrem Berufsalltag vor. Ziel ist es, die Akteure in den Austausch miteinander zu bringen und gemeinsam Handlungsoptionen für die eigene Berufspraxis zu entwickeln. Das erste Seminar findet am 22. Januar 2010 im Bremer Haus der Wissenschaft statt. Ein weiteres soll im Juni 2010 in München folgen.

Das Projekt wird vom biz geleitet, das wiederum kooperiert mit dem Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum Berlin (EPIZ) sowie den Internationalen Studiengängen Angewandte Freizeitwissenschaft und Tourismusmanagement. Diese sind maßgeblich an der Material-Erstellung beteiligt und begleiten das gesamte Projekt wissenschaftlich. Die Berufsschule für den Großhandel, Außenhandel und Verkehr in Bremen, Bildungsgang Reiseverkehr, hat mit sehr viel Engagement an der Erprobung und Evaluation des Unterrichtmoduls teilgenommen und dieses zur Praxisreife geführt. "Das Modul war sehr gut entwickelt, und es machte uns allen sehr viel Spaß, etwas Neues zu lernen. Das Thema wurde ausführlich dargestellt und interessant präsentiert. Mithilfe des Planspiels wurde das Thema sehr gut veranschaulicht und sorgte auch dafür, dass es zu einer regen Diskussion in der Klasse kam", so eine Schüler-Meinung zum Modul. Auch die Lehrerin Anke Wenzel zeigt sich erfreut: "Unsere Berufsschule, Fachbereich Reiseverkehr, sieht es als Bildungsauftrag an, die Thematik des Nachhaltigen Tourismus in die Lehrinhalte einzubinden, langfristig im Unterricht zu verankern und neben dem Fach Touristik auch in weiteren Unterrichtsfächern zu integrieren." Auch die Tourismuswirtschaft zeige Interesse.

Das Projekt wurde durch die Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt), die wiederum Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erhalten hat, sowie den Bremer Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Europa und Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Der Projektverlauf mit der Einbindung von Wissenschaft, Bildung, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft (Reiseunternehmen, Verbände) ermöglicht die Bündelung der Kompetenzen und die Integration der jeweiligen Interessenslagen. Die Netzwerkarbeit innerhalb des Projekts lässt so eine gemeinschaftliche und praxisnahe Bildungsinitiative entstehen, die Innovationscharakter besitzt.



Für Rückfragen:
Randy Haubner, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung
Tel.: 0421-171910, r.haubner@bizme.de
Prof. Dr. Renate Freericks, Hochschule Bremen, Dekanin der Fakultät Gesellschaftswissenschaften, 0421-5905-3783, renate.freericks@hs-bremen.de.

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