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BMBF fördert Verbundprojekt zur Sicherheit von Kernkraftwerken

17.12.2009 - (idw) Forschungszentrum Dresden - Rossendorf e.V.

Mit einem Kick-off-Treffen am Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) startet am Montag, den 21. Dezember 2009, ein nationales Verbundprojekt, mit dem die Sicherheit von Kernkraftwerken erhöht werden soll. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt 3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. In dem Vorhaben arbeiten das FZD, die TU Dresden, die Hochschule Zittau/Görlitz, das Karlsruher Institut für Technologie, die Ruhr-Universität Bochum, die TU München sowie die Firma ANSYS zusammen. Im Rahmen des Projektes soll eine neue Generation von Simulationsmodellen für Siedevorgänge in Druckwasserreaktoren entwickelt und experimentell überprüft werden. Zwei Drittel der deutschen Kernkraftwerke arbeiten mit diesem Reaktortyp. Hoher Druck sorgt bei diesem Reaktor dafür, dass das Wasser, das die Brennelemente im Reaktorkern kühlt, nicht verdampft. Aber auch in diesen Reaktoren treten Siedephänomene in vielfältigen Formen auf. Das reicht vom unterkühlten Sieden an den Brennelementen im Normalbetrieb bis hin zu den Dampferzeugern, deren Dampf die Turbine antreibt.

Gewachsene rechentechnische Möglichkeiten erlauben heute die detailliertere Beschreibung der komplexen Siedephänomene. Durch den Einsatz neuester und zum Teil eigens zu entwickelnder Messtechnik lassen sich zudem Experimente durchführen, die den derzeitigen Stand von Wissenschaft und Technik erheblich verbessern. Damit lassen sich Simulationsmodelle entwickeln und überprüfen, die z.B. kritische Siedezustände in Reaktoren präziser vorhersagen können. Das ermöglicht einerseits ein noch tieferes Verständnis der physikalischen Phänomene und eröffnet andererseits mehr Spielraum bei der Beherrschung dieser Prozesse. Die Weiterentwicklung solcher Modelle trägt daher zur Erhöhung der Effizienz und Sicherheit von Kernkraftwerken bei.

Ein wesentliches Element des Vorhabens ist die Ausbildung von Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlern. Zu diesem Zweck beinhaltet das Projekt teils international besetzte Fortbildungskurse und Sommerschulen über die Grundlagen und Anwendungen entsprechender Simulationsmethoden sowie über die Grundlagen der Reaktortechnik. Das Ausbildungsprogramm wird ferner durch ein abgestimmtes Vorlesungsangebot zu grundlegenden kerntechnischen Themen an den jeweiligen Universitäten und Hochschulen, einschließlich eines Kernreaktorpraktikums an der TU Dresden, ergänzt.

Das Verbundvorhaben trägt somit insgesamt zur Kompetenzerhaltung in der Kerntechnik bei. Dies ist mit Blick auf die global aufgestellte Kernkraftwerksindustrie für die in diesem Bereich tätigen Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Deutschland von besonderem Interesse. Die entwickelten Simulationsmodelle sollen durch die Einbindung in entsprechende Nutzersoftware breiten Nutzerkreisen aus Wissenschaft, Industrie und Gutachterorganisationen zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen:
Prof. Frank-Peter Weiss
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Direktor Institut für Sicherheitsforschung
Tel.: 0351 260 - 3480
Email: f.p.weiss@fzd.de

Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bautzner Landstr. 400, 01328 Dresden
Tel.: 0351 260 - 2450 oder 0160 969 288 56
Email: presse@fzd.de

Information:
Das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) hat das Ziel, strategisch und langfristig ausgerichtete Spitzenforschung in politisch und gesellschaftlich relevanten Forschungsthemen wie Energie, Gesundheit, Struktur der Materie und Schlüsseltechnologien zu leisten. Folgende Fragestellungen stehen dabei im Mittelpunkt:
- Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?

- Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
- Wie schützt man Mensch und Umwelt vor technischen Risiken?
Diese Fragestellungen werden in strategischen Kooperationen mit Forschungs- und Industriepartnern bearbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Betrieb von sechs einmaligen Großgeräten, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.

Das FZD wird als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft von Bund und Land gefördert, verfügt über ein Budget von mehr als 70 Mio. Euro (2008) und beschäftigt rund 750 Personen.

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