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Schiller - wissenschaftlich gesehen

18.12.2009 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Prof. Dr. Dirk Oschmann von der Universität Jena veröffentlicht Einführung ins Werk Schillers für Studenten Jena (18.12.09) Es gibt Familien, die in drei Generationen Schillers "Der Handschuh" rezitieren können. Die "Ode an die Freude" gehört zum Grundrepertoire in jedem Chor und Stücke wie "Die Räuber" oder "Don Carlos" sind auf deutschen Bühnen allgegenwärtig. Denn Schiller ist nicht nur Klassik, Schiller ist ein Klassiker. Doch dieser Rang im Kanon der deutschsprachigen Literatur birgt auch wissenschaftliche Verpflichtungen in sich: "Zu den Grundaufgaben der Philologien gehören die kontinuierliche Reflexion und Durchdringung der Tradition", erklärt Prof. Dr. Dirk Oschmann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Jede Generation muss ihre eigenen Fragen an die Tradition richten", so der Literaturwissenschaftler weiter. Eine Basis dafür hat Oschmann nun selbst - als Ausklang des Schillerjahres 2009 - mit seinem neuen Buch "Friedrich Schiller" gelegt, das in der Reihe UTB-Profile erschienen ist.

Denn das kompakte Buch stellt den aktuellen Forschungsstand vor. "Der Student der Neueren deutschen Literatur soll in knapper, griffiger - und nicht zuletzt bezahlbarer - Form mit den zentralen Aspekten von Schillers Werk vertraut gemacht werden", ergänzt Prof. Oschmann. Dabei orientiert er sich nicht wie die meisten anderen Schiller-Einführungen an der Biographie des Dichters, sondern an dessen nach Gattungen geordnetem Werk. Lyrik, Drama und Prosa Schillers werden anhand von gezielt ausgewählten Beispielen einzeln erläutert. Den großen Dramen - wie "Die Räuber" oder "Kabale und Liebe" - räumt Oschmann dabei besonders viel Platz ein. In weiteren Kapiteln wird schließlich sein Wirken als Theoretiker und Historiker sowie der Einfluss, den sein Medizinstudium auf den großen Dichter ausübte, erklärt.

Das Buch liefert einen sehr guten Einstieg für Literaturwissenschaftsstudenten, denn Schiller findet nach wie vor in allen deutschen Universitäten statt. Die Gründe dafür bedingen sich sicher gegenseitig. "Einerseits hat er uns noch immer etwas zu sagen und spricht Themen wie Freiheit und Menschenbildung an, die nicht an Zeiten gebunden sind", so Oschmann. Jede Leser- und Forschergeneration gehe damit anders um. Oder wie es der Wissenschaftler erklärt: "Das Verstehen ist damit ein immer wieder Neu- und Anders-Verstehen. Die Geschichtlichkeit des Verstehens ist unhintergehbar. Und erst diese Geschichtlichkeit der permanent aufeinander aufbauenden Deutungen bringt allmählich den Gehalt des Werkes zum Vorschein."

"Friedrich Schiller" von Dirk Oschmann bietet eine kompakte Zusammenfassung, wie wir heute Schiller begreifen, und wird sicher einige Studentengenerationen in das Werk des Klassikers einführen. Vielleicht sogar bis zum nächsten Schillerjahr - im Jahr 2055.

Bibliografische Angaben:
Dirk Oschmann: Friedrich Schiller. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2009, 126 Seiten, Preis: 9,90 Euro, ISBN: 978-3-8252-3029-6

Kontakt:
Prof. Dr. Dirk Oschmann
Institut für Germanistische Literaturwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität
Fürstengraben 18, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944228
E-Mail: dirk.oschmann[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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