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Erfolgsbilanz de Humboldt-Stiftung

24.05.2002 - (idw) Alexander von Humboldt-Stiftung

15. Pressemitteilung, 24. Mai 2002

MEHR QUALITÄT
UND NEUE PROGRAMME

Alexander von Humboldt-Stiftung
legt Jahresbericht 2001 vor

http://www.avh.de/news

Als eine glänzende Erfolgsbilanz liest sich der Jahresbericht 2002 der Alexander von Humboldt-Stiftung, den ihr Präsident, Professor Wolfgang Frühwald, am Freitag, 24. Mai 2002, in Berlin vorstellte. Die Humboldt-Stiftung vergab im Berichtsjahr 588 Forschungsstipendien an ausländische Wissenschaftler aus 74 Ländern. Für ihre Lebensleistung erhielten 97 Preisträger einen Forschungspreis, der ihnen einen sechs- bis zwölfmonatigen Aufenthalt bei einem deutschen Kooperationspartner ermöglicht. Im Jahr 2001 wurden insgesamt 2006 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch die Humboldt-Stiftung gefördert.

China an erster Stelle unter den Stipendiaten
Im vergangenen Jahr begannen 534 Forschungsstipendiaten ihre wissenschaftliche Arbeit in Deutschland. 546 Nachwuchswissenschaftler verlängerten ihren Aufenthalt, 253 Wissenschaftler setzten ihre Forschung nach zeitweiliger Unterbrechung fort. Auf Einladung ihrer deutschen Kooperationspartner arbeiteten weitere 81 Forschungsstipendiaten in Deutschland. Vorherrschendes Herkunftsland dieser Spitzenforscherinnen und -forscher war China mit 165 Stipendiaten, gefolgt von Indien (134), der Russischen Föderation (127), den USA (117), Japan (68) und Spanien (57).

Deutsche Postdocs bevorzugen USA
Im Feodor Lynen-Programm vergab die Humboldt-Stiftung 141 Stipendien an junge deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, um bis zu vier Jahre lang an einem Heimatinstitut eines Humboldtianers zu forschen. Insgesamt hielten sich im vergangenen Jahr 304 Lynen-Stipendiaten im Ausland auf: 189 in den USA, 28 in Japan, 16 in Australien, 15 in Großbritannien, 13 in Kanada und 72 in weiteren 17 Ländern.

Finanzierung: BMBF steigert Zuwendung
Durch eine einmalige Zuwendung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung erhöhte sich der Etat der Humboldt-Stiftung auf 63,3 Millionen Euro (Vorjahr: 43 Millionen Euro). Die Finanzgeber sind: BMBF (32,6 Millionen Euro), Auswärtiges Amt (27,2 Millionen Euro), Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2,4 Millionen Euro) und private Geldgeber (1,1 Millionen Euro).

Neu: Elite-Förderung durch das Zukunftsinvestitionsprogramm
Auf starke Resonanz stießen die drei einmaligen Sonderprogramme aus dem Zukunftsinvestitions-Programm der Bundesregierung, die die Humboldt-Stiftung als Preise ausschrieb: Der Wolfgang Paul-Preis erlaubt es 14 international renommierten Top-Wissenschaftlern, drei Jahre lang frei von administrativen Zwängen an einem Forschungsinstitut ihrer Wahl zu forschen. Mit bis zu 2,3 Millionen Euro Preissumme pro Preisträger handelt es sich um den höchst dotierten Forschungspreis in der Wissenschaftsgeschichte Deutschlands. Ähnliche Arbeitskonditionen ermöglicht der mit jeweils bis zu 1,2 Millionen Euro dotierte Sofja Kovalevskaja-Preis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Spitzenklasse. Der Friedrich Wilhelm Bessel-Preis erlaubte es Forschungseinrichtungen in Deutschland, jetzt auch Wissenschaftler im Alter bis zu 45 Jahren für einen Forschungspreis und den damit verbundenen Deutschlandaufenthalt zu nominieren. "Die internationale Reaktion auf diese Preise zeigt: Es gibt hierzulande Centers of Excellence, die für die internationale Elite attraktiv sind. Sie verdeutlicht aber auch, wie hoch der Bedarf an Programmen ist, die die Internationalisierung der Wissenschaft in Deutschland vorantreiben", kommentierte Frühwald.

Neu: Sonderprogramm für Südosteuropa
Mit rund 560.000 Euro förderte das Auswärtige Amt im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa 2001 erstmals Maßnahmen der Humboldt-Stiftung zum Wiederaufbau und zur Förderung des regionalen Dialogs der Wissenschaften in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien zuzüglich Anrainerstaaten. Unter anderem ermöglichte diese Finanzierung die 1. Südosteuropa-Tagung in Sofia zur Förderung des grenzüberschreitenden Wissenschaftsdialoges. Maßnahmen speziell für die Geisteswissenschaften finanzierte die Fritz Thyssen Stiftung 2001 erstmals mit rund 220.000 Euro.

Neu: Frontiers of Research-Symposien
Seit 2001 ist die Humboldt-Stiftung gemeinsam mit der US-amerikanischen National Academy of Science Organisator der deutsch-amerikanischen Frontiers of Research-Symposien. Die Veranstaltungen werden jeweils zu 50 Prozent mit Wissenschaftlern aus Deutschland und den USA beziehungsweise Vertretern aus akademischer Wissenschaft und Industrieforschung besetzt. Ziel der Symposien ist es, den Austausch von vielversprechenden Ansätzen aus Pioniergebieten der Wissenschaft zu fördern und jungen Forscherinnen und Forschern beider Nationen die Möglichkeit zu eröffnen, Kooperationspartner auf der jeweils anderen Seite des Atlantiks zu finden.

Neu: Auswärtiges Amt fördert Humboldt-Netzwerk
"Einmal Humboldtianer - immer Humboldtianer": Auch nach dem Deutschlandaufenthalt der Stipendiaten und Preisträger fördert die Humboldt-Stiftung mit zirka 15 Prozent ihres Etats die langfristige Zusammenarbeit von Humboldtianern mit ihren deutschen Fachkollegen. Zusätzlich gründeten Humboldtianer seit 1962 rund 80 Humboldt-Vereinigungen in 68 Ländern, die eigenständig wissenschaftliche Veranstaltungen organisieren und grenzüberschreitende Regionalkooperationen initiieren. Mit Geldern aus dem Kulturfonds des Auswärtigen Amtes war die Humboldt-Stiftung im vergangenen Jahr erstmals in der Lage, das Humboldt-Netzwerk bei dieser Mittlerfunktion zu unterstützen.

Ausblick: Stipendienerhöhung und neue Programme
Als "weit in die Zukunft reichendes Signal" bezeichnet Professor Frühwald die Entscheidung, die Stipendien für exzellente Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland um bis zu 30 Prozent zu erhöhen. "Diese Maßnahme macht uns endlich wieder wettbewerbsfähig auf einem Feld, auf dem wir jährlich mehr Konkurrenz um die besten Köpfe dieser Welt bekommen", sie musste allerdings erkauft werden durch eine Reduktion der Zahl der Stipendien.

Künftig ermöglicht das Bundeskanzlerprogramm jährlich zehn angehenden Führungskräften aus der Russischen Föderation, ein Jahr lang in Deutschland ein individuelles Projekt durchzuführen. Auf diese Weise sollen sie Kontakte zu deutschen Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur knüpfen. Bislang existierte das Bundeskanzlerprogramm nur für angehende Führungskräfte aus den USA. 2001 wurde es nach einer Absprache zwischen Präsident Putin und Bundeskanzler Schröder auf die Russische Föderation ausgedehnt und im laufenden Jahr ausgeschrieben.

"Go East" nennt sich eine gemeinsame Initiative der Humboldt-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des BMBF mit dem Ziel, dem personellen Ausbluten der Wissenschaft in Mittel- und Osteuropa entgegenzuwirken. Unter anderem plant die Humboldt-Stiftung erstmals, Rückkehrstipendien an Forschungsstipendiaten zu vergeben, die derzeit noch in Deutschland arbeiten. Dadurch sollen gezielt zukünftige Kooperationspartner in der Region Mittel- und Osteuropa gestärkt werden.

Den Dialog mit dem Islam will die Humboldt-Stiftung weiter intensivieren. "Dieser vielberufene Islam-Dialog war in unseren Humboldt-Vereinigungen und in unserem Förderhandeln in der täglichen Zusammenarbeit existent, noch ehe das Wort erfunden war", beruft sich Professor Frühwald auf eine lange Tradition. Insgesamt habe die Humboldt-Stiftung über 900 Stipendiaten aus rund 20 islamischen Ländern gefördert. "Die Kontakte, die uns mit unseren Stipendiaten in diesen Ländern verbinden, laufen nicht zuletzt über die Humboldt-Kolloquien mit oft Hunderten von Stipendiaten in ihrem Heimatland", so der Präsident der Humboldt-Stiftung. Ein solches Kolloquium mit rund 200 Teilnehmern aus Ägypten und angrenzenden Ländern fand im vergangenen Jahr in Ägypten statt.

Der Jahresbericht ist erhältlich bei der Grundsatzabteilung der Alexander von Humboldt-Stiftung, Jean-Paul-Str. 12, 53173 Bonn, Fon: ++49 (0)228 833 184, Fax: ++49 (0)228 833 216, general@avh.de.

Interview-Wünsche und Rückfragen bitte an:

Florian Klebs, Pressestelle Humboldt-Stiftung, Fon: ++49 (0)228 833 258, presse@avh.de
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