Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 28. November 2014 

Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2009: Stärkster Anstieg seit 14 Jahren

05.01.2010 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

679 brutto im Monat verdienten die Auszubildenden 2009 durchschnittlich in Westdeutschland. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich im Durchschnitt um 3,3 % und damit deutlich mehr als im vorangegangenen Jahr mit 2,0 % (siehe Schaubild 1 in PDF-Datei unter http://www.bibb.de/dokumente/pdf/pressemitteilung_1_2010.pdf). In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2009 um 4,9 % auf durchschnittlich 595 im Monat - und somit wesentlich stärker als im Jahr zuvor (2,9 %). Eine noch stärkere Erhöhung hatte es zuletzt im Jahr 1995 gegeben (West: 3,4 %, Ost: 8,3 % im Vergleich zu 1994). Der Abstand zum westlichen Tarifniveau hat sich 2009 verringert: Im Osten werden jetzt 88 % der westlichen Vergütungshöhe erreicht (2008: 86 %).
Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt 2009 bei 666 pro Monat und damit um 3,7 % über dem Vorjahreswert von 642 . Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2009.

Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 184 Berufe in West- und 148 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 88 % der Auszubildenden ausgebildet.

Erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe gibt es zwischen den Ausbildungsberufen (siehe Schaubild 2 in PDF-Datei unter http://www.bibb.de/dokumente/pdf/pressemitteilung_1_2010.pdf). Die mit Abstand höchsten Ausbildungsvergütungen wurden in West- und Ostdeutschland im Beruf Binnenschiffer/Binnenschifferin mit jeweils 949 pro Monat erzielt. Hohe Vergütungen sind seit langem auch in den Berufen des Bauhauptgewerbes (zum Beispiel Maurer/Maurerin) tariflich vereinbart: Sie betrugen 2009 in Westdeutschland durchschnittlich 895 und in Ostdeutschland 709 pro Monat. Ebenfalls hoch waren die Vergütungen beispielsweise im Beruf Mechatroniker/Mechatronikerin mit durchschnittlich 842 im Westen und 821 im Osten sowie im Beruf Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen mit jeweils 831 .

Eher niedrige Ausbildungsvergütungen wurden dagegen zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (West: 421 , Ost: 388 ), Friseur/Friseurin (West: 449 , Ost: 269 ), Florist/Floristin (West: 460 , Ost: 312 ) und Bäcker/Bäckerin (West: 478 , Ost: 390 ) gezahlt.

Bei den ermittelten berufsspezifischen Durchschnittswerten ist zu beachten, dass häufig auch im gleichen Beruf die tariflichen Ausbildungsvergütungen je nach Region und Wirtschaftszweig erheblich voneinander abweichen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die tariflichen Ausbildungsvergütungen nur in der betrieblichen Ausbildung gelten. In der aus öffentlichen Mitteln finanzierten außerbetrieblichen Ausbildung erhalten die Auszubildenden in der Regel erheblich niedrigere Vergütungen, die hier nicht mit einbezogen sind.

Insgesamt verteilen sich die Ausbildungsvergütungen in den untersuchten Berufen im Jahr 2009 wie folgt: In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 52 % der Auszubildenden zwischen 500 und 749 . Weniger als 500 erhielten 9 % der Auszubildenden, wobei Vergütungen unter 400 kaum vorkamen; 750 und mehr gingen an 39 % der Auszubildenden. In Ostdeutschland waren für rund 40 % der Auszubildenden Vergütungen von 500 bis 749 zu verzeichnen. Unter 500 lagen die Vergütungen für weitere 40 % der Auszubildenden, für 10 % sogar unter
400 . 21 % der Auszubildenden erhielten eine Vergütung von 750 und mehr.

Das BIBB errechnete auch die Vergütungsdurchschnitte für die weiblichen und männlichen Auszubildenden: Danach kamen in Westdeutschland die männlichen Auszubildenden auf durchschnittlich 692 , die weiblichen auf 658 . In Ostdeutschland betrug der Durchschnitt für männliche Auszubildende 610 und für weibliche 569 . Die abweichenden Vergütungsdurchschnitte erklären sich dadurch, dass junge Frauen häufiger in Berufen mit einer niedrigeren Ausbildungsvergütung anzutreffen sind als junge Männer.

Auch zwischen den Ausbildungsbereichen bestanden 2009 in West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede im Vergütungsniveau (siehe Schaubild 3 in PDF-Datei unter http://www.bibb.de/dokumente/pdf/pressemitteilung_1_2010.pdf). Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 751 , Ost: 656 ) und im Öffentlichen Dienst (West: 739 , Ost: 740 ) erreicht. Unter dem jeweiligen Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk, bei den Freien Berufen und in der Landwirtschaft. Zu berücksichtigen ist hier allerdings, dass insbesondere in den Bereichen Industrie und Handel sowie Handwerk die Vergütungen zwischen den einzelnen Berufen sehr stark differieren.

Bei allen Beträgen handelt es sich jeweils um die durchschnittlichen Vergütungen während der gesamten Ausbildungszeit. Für die einzelnen Ausbildungsjahre ergeben sich für 2009 folgende Werte:


o In Westdeutschland betrugen die Vergütungen im 1. Lehrjahr durchschnittlich 610 , im zweiten 673 und im dritten 749 pro Monat.

o In Ostdeutschland beliefen sich die Ausbildungsvergütungen im 1. Lehrjahr auf durchschnittlich 534 , im zweiten auf 597 und im dritten auf 653 pro Monat.

Weitere Informationen im Internetangebot des BIBB unter http://www.bibb.de/ausbildungsverguetung

uniprotokolle > Nachrichten > Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2009: Stärkster Anstieg seit 14 Jahren
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/190222/">Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2009: Stärkster Anstieg seit 14 Jahren </a>