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Wissenschaftsrat - Universitätsklinikum Jena (UKJ) in entscheidender Entwicklungsphase

01.02.2010 - (idw) Wissenschaftsrat

Das Land Thüringen hat mit der Einführung des Integrationsmodells für die Universitätsmedizin in Jena, nach dem die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum gemeinsam als Teilkörperschaft in der Universität verankert sind, eine tragfähige Konstruktion geschaffen. Die Verschränkung von wissenschaftlichem, medizinischem und kaufmännischem Vorstand in einer gemeinsamen Führungsstruktur führt zu einer engen Abstimmung zwischen den Belangen von Forschung und Lehre auf der einen und den Erfordernissen der Krankenversorgung auf der anderen Seite. Dem Wissenschaftlichen Vorstand kommt bei diesem Zusammenspiel wegen seines Vetorechts eine starke Position zu. Um künftigen Herausforderungen gerecht werden zu können, wird dem Land empfohlen, die betriebswirtschaftlichen Handlungsspielräume des UKJ zu erweitern. Die Kooperation zwischen Universität und UKJ sollte durch einen Kooperationsvertrag weiter gestärkt und abgesichert werden. "Das Universitätsklinikum Jena befindet sich grundsätzlich auf einem guten Weg. In den kommenden Jahren müssen jedoch wichtige Weichen für eine positive Weiterentwicklung gestellt werden", fasst Professor Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, die Ergebnisse der Evaluation zusammen.

Für die weitere Entwicklung des UKJ benennt der Wissenschaftsrat vor allem drei Handlungsfelder:

In der Forschung gilt es, die beiden thematisch gut gewählten Schwerpunkte "Sepsis und Sepsisfolgen" sowie "Alter und altersassoziierte Erkrankungen" weiter auszubauen. Dies trifft vor allem auf den Altersschwerpunkt zu, der inhaltlich fokussiert und personell verstärkt werden muss. Von besonderer Bedeutung wird dabei die Einwerbung von Gruppenförderinstrumenten wie Sonderforschungsbereiche und Klinische Forschergruppen der Deutschen Forschungsgemeinschaft sein. Außerdem muss die Zahl akademisch motivierter, qualitativ herausragender klinischer Studien erhöht werden. Generell sollte Jena seine Forschungsstärke erhöhen, indem klinisch tätigen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen neben der Krankenversorgung ausreichend Forschungszeit zur Verfügung gestellt wird.
In der Lehre muss vor allem die Integration klinischer Inhalte in den ersten - den vorklinischen - Ausbildungsabschnitt vorangetrieben werden, wie sie die Ärztliche Approbationsordnung fordert. Außerdem sollte wissenschaftsbasiertes Arbeiten systematisch in die Lehre einbezogen werden, um frühzeitig forschungsbegeisterte Studierende erkennen und fördern zu können. Dem Ziel der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sollte auch die Einführung eines grundlagenorientierten Promotionsprogramms dienen.

In der Ausbauplanung wird es entscheidend darauf ankommen, dass der geplante 2. Bauabschnitt des Klinikums in Jena-Lobeda ohne Abstriche am ursprünglichen Raumprogramm entsteht. Der Wissenschaftsrat bittet das Land daher, die Finanzierung dieses Vorhabens sicherzustellen. Kritisch sieht er die mit 85 Millionen Euro hohe und auf 30 Jahre angelegte Belastung des UKJ, wie sie ein Vertrag mit dem Land über die Beteiligung des UKJ an den Baukosten des 2. Bauabschnitts vorsieht. "Dies darf auf keinen Fall zu Abstrichen bei Forschung und Lehre führen", forderte Strohschneider.


Hinweis: Die "Stellungnahme zur weiteren Entwicklung der Universitätsmedizin in Jena" (Drs. 9665-10) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de/texte/9665-10.pdf
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