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Kohlenmonoxid-Vergiftungen im Innenraum nehmen zu

03.02.2010 - (idw) Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

BfR - Presseinformation
Bundesinstitut für Risikobewertung
Thielallee 88 - 92, D - 14195 Berlin, Telefon: 030-18412-4300, Telefax: 030-18412-4970 Presserechtlich verantwortlich: Dr. Suzan Fiack

3/2010, 3. Februar 2010

Kohlenmonoxid-Vergiftungen im Innenraum nehmen zu

BfR-Broschüre wertet Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2008 aus

Bei Vergiftungsfällen mit Kohlenmonoxid im Innenraum verzeichnete das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Jahr 2008 eine leichte Zunahme. Kohlenmonoxid-Vergiftungen sind ein Schwerpunkt der soeben erschienenen Broschüre "Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2008". Danach wurden in Deutschland insgesamt elf Fälle gemeldet, bei denen Erwachsene und Kinder durch den Betrieb eines Holzkohlegrills in ihren Wohnungen Gesundheitsschäden erlitten hatten. Die Broschüre beschreibt außerdem Vergiftungsfälle mit Kohlenmonoxid beim Aufenthalt in Indoor-Gokart-Anlagen. Sie ist kostenlos beim BfR erhältlich.

Grillen scheint sich zunehmend zu einer wetterunabhängigen Freizeitbeschäftigung zu entwickeln. So werden Tischgrills für den Innenraum angeboten, und in der Fernsehwerbung werden Holzkohle-Grillaktionen im Wohnzimmer gezeigt. Einige Verbraucherinnen und Verbraucher haben daraufhin ihren offenen Holzkohlengrill im Innenraum betrieben und die Restwärme des Grills als Heizquelle genutzt. In der Folge wurden sowohl Kinder als auch Erwachsene im Krankenhaus wegen einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid behandelt.

Im Jahr 2008 erhielt das BfR erstmals Meldungen von Kohlenmonoxidvergiftungen im Zusammenhang mit Indoor-Gokart-Anlagen. Drei von sechs gemeldeten Vergiftungen verliefen leicht, die anderen drei mittelschwer. In der Broschüre "Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2008" finden sich hierzu Fallbeschreibungen. In der Broschüre werden außerdem Vergiftungsunfälle, die größere Personengruppen betreffen, dargestellt. Neben sofortigen Rettungs- und Sicherungsmaßnahmen ist auch eine verantwortungsvolle Kommunikation von großer Bedeutung, um Panikreaktionen bei den Betroffenen zu vermeiden. Zusätzlich beschreibt das BfR in der Broschüre exemplarisch Ursachen, Folgen und mögliche Maßnahmen bei Unfällen wie Arbeitsunfällen, Chemieunfällen und Unfällen im Schulunterricht.

Seit 1. August 1990, dem Beginn der bundesweiten Meldepflicht, bis zum 31. Dezember 2008 sind im BfR insgesamt 57.008 ärztliche Mitteilungen zu Vergiftungen oder Verdachtsfällen eingegangen. Im Jahr 2008 hat die Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen 4.210 Meldungen erhalten. Die Broschüre "Ärztliche Mitteilungen bei Vergiftungen 2008", die sich besonders an Ärzte, Klinik- und Rettungspersonal richtet, ist kostenlos beim BfR erhältlich: Fax +49-(0)30-18412-4970, E-Mail: publikationen@bfr.bund.de und steht unter http://www.bfr.bund.de zum Herunterladen zur Verfügung.

ende bfr-p
Weitere Informationen: http://www.bfr.bund.de/cm/238/aerztliche_mitteilungen_bei_vergiftungen_2008.pdf Informationsbroschüre des BfR
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