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Mehr als 600 000 Naturinteressierte besuchten 2009 das Senckenberg-Museum

18.02.2010 - (idw) Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Frankfurt/M, 17. Februar 2010 _ Genau 617 398 Besucher haben im Jahr 2009 das breitgefächerte Angebot des Frankfurter Senckenberg Naturmuseums wahrgenommen. Die beeindruckende Steigerung von 41 Prozent innerhalb eines Jahres zeigt vor allem das große Interesse der breiten Öffentlichkeit an Naturthemen. In enger Anlehnung an die Themen des Senckenberg Forschungsinstituts sollen auch weiterhin Ausstellungen präsentiert werden, die Naturthemen verständlich und spannend vorstellen. Im Fokus steht das Leben, seine Entstehung und Entwicklung sowie die Vielfalt der Arten und ihre Bedeutung für die Lebensräume. "Das Konzept des Hauses passt", erklärt Museumsleiter Dr. Bernd Herkner die erfreuliche Steigerung der Besucherzahlen und sagt: "Die Tiefsee-Ausstellung und die im Oktober eröffnete "Safari zum Urmenschen" haben mit dazu beigetragen." Die auf rund 1000 Quadratmetern in der Wolfgang-Steubing-Halle präsentierten Sonderausstellungen verbinden Naturthemen mit der wissenschaftlichen Arbeit des Forschungsinstituts. Die gemeinsam mit dem Naturmuseum Basel erstellte Tiefseeausstellung brachte Licht ins Dunkel des erstaunlichen Lebensraums, der lange als artenarm und lebensfeindlich galt. Senckenberg-Wissenschaftler brachten hier ihre wissenschaftliche Expertise von großen internationalen Meeresforschungsprojekten ein. Momentan wirft die "Safari zum Urmensch" ein Schlaglicht auf die Arbeit der Paläoanthropologen. Der Besucher sieht nicht nur die beeindruckende Ahnengalerie von Homo sapiens und die Meilensteine der Menschwerdung, sondern erhält auch hier einen Einblick in die Wissenschaft. Die Sonderausstellungen ergänzen die Entdeckungsreise durch die Erdgeschichte, zu der die Dauerausstellung des Senckenberg Naturmuseums im Haupthaus einlädt. Das Wissen über die Entstehung des Lebens und die beeindruckende Vielfalt der Arten, die sich im Verlauf von vier Milliarden Jahren entwickelt, angepasst und verändert haben, tragen zum Verständnis natürlicher Prozesse bei. Diesem Konzept folgt auch die erst kürzlich modernisierte Vogelausstellung im Josef-Buchmann-Saal. Weiterführende, zum Teil verblüffende kulturelle wie auch wissenschaftliche Informationen stellen die faszinierend bunte Vielfalt der Vögel nun in einen umfassenderen Zusammenhang und in Beziehung zum Menschen.

Nicht nur die Frankfurter und Naturinteressierte aus dem Rhein-Main-Gebiet schätzen "ihr Senckenberg". Auch im vergangenen Jahr kamen Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet in das Naturmuseum der Mainmetropole. "Dass sich so viele Menschen für Naturthemen interessieren lassen, freut uns besonders vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussionen um Artensterben und Klimawandel sowie mit den damit einhergehenden globalen Veränderungen auf unserem Planeten", kommentiert Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger den Erfolg seines Frankfurter Hauses. Der Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung will das Angebot auch weiterhin eng an die Forschungsarbeit des Hauses koppeln und freut sich, gleich zu Jahresbeginn mit der Sonderausstellung "Unter unseren Füßen" einen Beitrag zu dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen "Jahr der biologischen Vielfalt" leisten zu können. "Mit der von den Kollegen des Senckenberg Naturkundemuseums Görlitz konzipierten Ausstellung stellen wir einen weiteren, besonders schützenswerten Lebensraum mit erstaunlich vielen Arten vor", erklärt der Senckenberg-Chef. Im laufenden Jahr 2010 sollen auch Podiumsdiskussionen und öffentliche Vortragsreihen sowie weitere Aktionen zum UN-Jahr der biologischen Vielfalt beitragen.

Einen beachtlichen Anteil an der Besucherresonanz im zurückliegenden Jahr hatte auch das breitgefächerte Angebot der Museumspädagogik: Insgesamt 68 770 Personen nahmen das Begleitprogramm zu Sonderausstellungen und andere Führungen an. Zum Standard gehört das gezielt bildungsorientierte Angebot, das den Unterricht von Schulklassen aller Jahrgangsstufen ergänzt. Auch Kindergartengruppen kommen regelmäßig, um die Dinos zu bestaunen und etwas über die Urzeitriesen und andere Tiere zu erfahren. Von Vorschulkindern und Schülern werden Themenführungen, Mitmachaktionen, Naturlesungen und kleine Theaterspiele am Nachmittag wahrgenommen, während nachts Singles, Paare und Familien die Exponate gerne im Lichtkegel einer Taschenlampe betrachten. Bei experimentell ausgerichteten Angeboten wie "Science after Work" oder "Forschung live erleben" erprobten Berufstätige auch in 2009 ihr Forschertalent und Besucher ab 50 kamen zu den Naturgesprächen 50Plus, um bei aktuellen Naturthemen besser mitreden zu können. Ein Highlight am Abend war auch der "Blick hinter die Kulissen". Präparatoren wie Wissenschaftler ließen sich dabei über die Schulter schauen und auch der Generaldirektor hat seine Arbeit im zurückliegenden Jahr ebenfalls vorgestellt.

Das Verständnis für die Natur zu fördern ist auch ein besonderes Anliegen des Senckenberg-Präsidiums. Präsident Dietmar Schmid war nicht nur von dem Besucherzuwachs von 41 Prozent beeindruckt, sondern freute sich besonders über 585 neue Mitglieder und Freunde. Die Mitgliedschaft in der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist für jeden Naturinteressierten offen. Der Jahresbeitrag von 50 Euro beinhaltet unter anderem freien Eintritt in das Frankfurter Museum und sechs Ausgaben der populärwissenschaftlichen Broschüre "Natur und Museum". "Das erfreuliche Ergebnis von 2009 zeigt uns, dass Interesse an Naturthemen besteht und vor allem, dass besondere Anstrengungen und Investitionen sich lohnen. Ohne das außerordentliche private Engagement, für das wir sehr dankbar sind, wäre das jedoch nicht möglich gewesen. Darauf werden wir künftig aber noch dringender angewiesen sein", sagte Präsident Dietmar Schmid im Hinblick auf die Umbaupläne für das Frankfurter Haus und führte weiter aus: "Angesichts der großen gesellschaftlichen Herausforderungen bietet eine ansprechende und verständliche Vermittlung naturwissenschaftlicher Themen die Chance für einen Brückenschlag in eine für uns alle lebenswerte Zukunft. Senckenberg kann und will etwas dazu beitragen. Das nimmt uns alle aber auch in die Pflicht und sollte Ansporn für eine konsequente Weiterentwicklung und weitere Anstrengungen und sein." (dve)


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