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Neues Spitzenforschungsinstitut in Mainz

18.02.2010 - (idw) Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz

Institut für translationale Onkologie (TRON) wird zum Bindeglied zwischen
Johannes Gutenberg-Universität, Universitätsmedizin Mainz und der Wirtschaft In Rheinland-Pfalz werden Forschung, Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen oder Erkrankungen des Immunsystems zukünftig durch ein eigenständiges Institut an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verstärkt. Das Institut, das als GmbH geführt wird, stellt eine strategische Ergänzung zum Forschungsangebot der Mainzer Universitätsmedizin dar und soll dazu beitragen, den medizinisch-naturwissenschaftlichen Fortschritt aus der Forschung noch schneller in die Behandlung von Patientinnen und Patienten einfließen zu lassen.

"Zielstellung ist, dass das neue Institut einen spürbaren Beitrag dazu leisten soll, herausragende Forschungsergebnisse der Johannes Gutenberg-Universität und der Universitätsmedizin kurzfristig aufzugreifen und diese zu neuen, innovativen Diagnoseverfahren und Behandlungswegen weiterzuentwickeln", unterstrich Wissenschaftsministerin Doris Ahnen bei der Vorstellung des "Instituts für translationale Onkologie (TRON)" in Mainz. Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministerin präsentierten der medizinische Vorstand der Universitätsmedizin, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität, Prof. Dr. Georg Krausch, und Prof. Dr. Ugur Sahin, Professor für experimentelle Onkologie an der Universitätsmedizin, heute das neue gemeinnützige Forschungsinstitut, das als Bindeglied zwischen universitärer Forschung und Unternehmen aus dem pharmazeutischen und medizintechnischen Bereich sowie insbesondere einer Gruppe von biotechnologischen Start-Up-Unternehmen fungieren soll.

"Als ein sogenanntes translationales Institut wird TRON zum einen Ideen aus dem akademischen Kontext aufnehmen und ihre Umsetzung in die Praxis beschleunigen. Daneben werden wir mit unseren Werkzeugen und unserer Expertise auf dem Gebiet Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft insbesondere aus dem Pharma- und Biotechnologiesektor bei der Entwicklung von innovativen Arzneimitteln und Diagnostika über Forschungskooperationen unterstützen", erklärt Prof. Dr. Ugur Sahin von der Universitätsmedizin Mainz. Dem Geschäftsführer des Instituts stehen für die vielfältigen Aufgaben des neuen Forschungs- und Entwicklungsinstituts zunächst 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Seite.

"Wir begrüßen die Einrichtung dieses neuen Forschungsinstituts in Mainz sehr", erklärte der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch. "Gerade in der heutigen Wissensgesellschaft sieht sich die Universität in einer besonderen Verantwortung. So ist über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn hinaus die Überführung dieser Erkenntnisse in andere Bereiche der Gesellschaft von zunehmender Relevanz."

Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Medizinischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz freute sich "ganz besonders" über diese für die Universitätsmedizin Mainz erste Ausgründung überhaupt. "Die Gründung und die zukünftige intensive Verbindung zu TRON bietet uns die Möglichkeit, gemeinsam zu forschen und Synergien entstehen zu lassen. Gleichzeitig erhalten damit hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hervorragende Arbeitsbedingungen und können weiterhin in Verbindung zur Universitätsmedizin gehalten werden. Vor allem gelingt es uns damit aber, den Wissenstransfer aus der Grundlagenforschung in die Anwendung in der Krankenversorgung zu bringen und damit auch den Patienten der Universitätsmedizin zugutekommen zu lassen. Hier sehen wir einen großen Standortvorteil für die zukünftige Behandlung - insbesondere von Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen. Und: Wir tragen auf diese Weise auch dazu bei, ein wichtiger Innovations- und Wachstumsmotor in der Region zu sein. Schließlich sind wir schon jetzt der zweitgrößte Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz ", sagte der Vorstandschef der Mainzer Universitätsmedizin.

"Eines der Ziele unserer Wissenschafts- und Innovationspolitik ist es, das an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen vorhandene Know-how durch systematischen Wissenstransfer für die Gesellschaft nutzbar zu machen und zugleich für die wirtschaftliche Verwertung zu erschließen", betonte Wissenschaftsministerin Ahnen und ergänzte: "Gerade die medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschungskompetenzen im Bereich Immunologie in der Region Mainz sollen durch die Vernetzung mit regionalen Biotech-Unternehmen zu einem Innovationsmotor werden. TRON eröffnet also nicht nur neue Wege zur Entwicklung von Medikamenten und Therapien, das Institut spielt auch eine wichtige Rolle bei der Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze und der Standortbindung oder gar der Neuansiedlung von Biotechnologieunternehmen."

Mit der Gründung des Instituts, das auf dem Gelände der Universitätsmedizin angesiedelt sein wird, sollen grundlagen- und vor allem anwendungsorientierte Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Onkologie (Krebsforschung) und der Immunologie effizient in die Entwicklung von innovativen Diagnoseverfahren und von Arzneimitteln bzw. Impfstoffen zur Behandlung von und Vorbeugung gegen Krebserkrankungen oder aber gegen Erkrankungen des Immunsystems eingebracht werden. Das Institut, für dessen Aufbau in den nächsten fünf Jahren Gesamtkosten in Höhe von rund 33 Millionen Euro anfallen werden, wird zu etwa einem Drittel durch das Wissenschaftsministerium finanziert. Den größten Teil der Finanzierung mit fast 20 Millionen Euro wird das Institut durch private und öffentliche Mittel beisteuern. Das Institut wird im Endausbau zwischen 90 und 120 Personen beschäftigen. Nach der Aufbauphase soll sich das Institut durch Umsatzerlöse aus Dienstleistungen und Projekten finanzieren. Bereits jetzt ist das Institut ein wichtiger Baustein des Mainzer Spitzenclusterantrags "CI3 - Cluster für individualisierte Immunintervention". Dieser Biotechnologie-Cluster, der in der aktuellen Runde des bundesweiten Spitzencluster-Wettbewerbs unter die besten zehn gekommen war, wird sich auch in der dritten Runde des Wettbewerbs wieder bewerben.


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