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"Was könnte man denken oder tun, wenn...?"

23.02.2010 - (idw) Universität Leipzig

Mit der Frage, wie sich weisheitsbezogenes Wissen im Erwachsenenalter verändert, beschäftigt sich eine Studie der Abteilung für Entwicklungspsychologie an der Universität Leipzig. Noch werden Probanden gesucht. "Über das Wesen der Weisheit und die Wege dorthin denkt der Mensch schon seit Jahrtausenden nach", erläutert die betreuende Professorin Ute Kunzmann die Hintergründe des Forschungsthemas. "Die psychologische Weisheitsforschung ist dagegen noch relativ jung und umspannt nur wenige Jahrzehnte. Ein Wegbereiter war Paul B. Baltes, der als Entwicklungspsychologe und Direktor des Berliner Max Planck Instituts für Bildungsforschung eine erste psychologische Definition des Begriffs Weisheit vorlegte. Demnach gehört zur Weisheit eine außergewöhnlich hohe Einsichts- und Urteilsfähigkeit in schwierige und unsichere Fragen des Lebens. Um Weisheit auch messbar zu machen, sie sozusagen im Labor zu untersuchen, entstand das Berliner Weisheitsparadigma, die Technik des lauten Nachdenkens über schwerwiegende Probleme der Lebensführung und Lebensdeutung. Dieses Paradigma nutzen wir auch in Leipzig."

Eine zentrale Fragestellung der Leipziger Psychologen bezieht sich auf den Zusammenhang zwischen Weisheit und Lebensalter. Sind ältere Menschen weiser als junge Erwachsene, wie dies gelegentlich in Laientheorien der Weisheit formuliert wurde? Welche Faktoren sind es eigentlich, die im Laufe des Lebens weisheitsbezogenes Wissen fördern? Und gibt es gegenläufige Tendenzen? Laut den bisherigen Befunden im Rahmen des Berliner Weisheitsparadigmas kann man Weisheit und Alter keineswegs gleichsetzen - außergewöhnlich hohes weisheitsbezogenes Wissen kann demnach auch ein junger Erwachsener besitzen. Was aber, wenn das weisheitsbezogene Wissen nicht - wie bisher üblich - mittels des Nachdenkens über hypothetische Probleme fiktiver Personen erfasst wird, sondern die Aufgabe darin besteht, "echte" Menschen mit realen schwerwiegenden Problemen zu beraten? Möglicherweise braucht man für die Anwendung abstrakten weisheitsbezogenen Wissens in konkreten Lebenssituationen doch die Lebenserfahrung der Älteren?

Um zur Beantwortung solcher Fragen beizutragen, führt die Diplom Psychologin Stefanie Thomas im Rahmen ihrer Dissertationsstudie mit rund 200 Erwachsenen unterschiedlichen Alters bis zum Frühsommer Interviews durch. Noch werden Freiwillige - die auch mit einer Aufwandsentschädigung von etwa zehn Euro pro Sitzung rechnen dürfen - gesucht. Zwischen 35 und 75 Jahren sollten die Studienteilnehmer alt sein und für zwei Interviewtermine am Institut für Psychologie 1 jeweils ungefähr zwei Stunden Zeit mitbringen.

Wer also an der beschriebenen Untersuchung teilnehmen möchte, der wende sich an Stefanie Thomas (Mail: versuchsperson@web.de oder Tel.: +49 341 97-35921). Vor allem über die Bereitschaft von Frauen zwischen 50 und 59 Jahren und über die von Männern jeden Alters würde sie sich freuen.

Kontakt:
Prof. Dr. Ute Kunzmann
Professur für Entwicklungspsychologie
Telefon: +49 341 97-35967
kunzmann@uni-leipzig.de

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