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Von wilden Landschaften und Lustorten

11.03.2010 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Tagung zu Naturvorstellungen in der spanischen Literatur Ein hispanistisches Kolloquium zum Thema "Begriff und Darstellung der Natur in der spanischen Literatur der Frühen Neuzeit" findet von Mittwoch, dem 17. März, bis Samstag, den 20. März, auf Schloss Hohentübingen statt. Die Beiträge der Tagung reichen von der Natur der Frau über Vorstellungen vom kranken Körper bis zu Berichten von der Entdeckung Amerikas und literarischen Landschaftsdarstellungen mit den Varianten des Lustortes und wilder Szenarien einer schreckenerregenden Natur. Die Organisatoren, der Tübinger Romanist Prof. Dr. Wolfgang Matzat und sein Heidelberger Kollege Prof. Dr. Gerhard Poppenberg, erwarten 25 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland.

Während der Begriff Natur in der Antike recht eindeutig das vernünftige Grundprinzip des Seins bezeichnet, sind im Christentum zunehmend gegensätzliche Vorstellungen mit der Natur verbunden. Einerseits ist sie eine harmonische Schöpfung Gottes, andererseits ist die Harmonie im Garten Eden durch den Sündenfall gestört worden. Im Verlauf der Neuzeit treten die mit dem Wort Natur verbundenen Bedeutungen noch weiter auseinander. Natur ist einmal der objektivierte Gegenstand der Naturwissenschaften, zugleich aber auch ein Zufluchtsort für ein glückliches Leben fern von der Gesellschaft.

Die Tübinger Tagung nimmt am Beispiel von Texten aus der Frühen Neuzeit die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Naturvorstellungen in den Blick. Die spanische Literatur liefert dafür gute Beispiele, da sie einerseits stark durch die Kontinuität des religiösen Weltbilds des Mittelalters geprägt ist, andererseits aber auch moderne gesellschaftliche Erfahrungen und eine mit ihnen verbundene Natursehnsucht gestaltet. Auch die Begegnung mit der Neuen Welt mit ihrer teils wunderbar anmutenden Natur und den fremden Bewohnern, die man als glückliche Wilde oder als vernunftlose Barbaren gesehen hat, schlägt sich in den Texten nieder.

Kontakt:

Prof. Dr. Wolfgang Matzat
Romanisches Seminar
Wilhelmstr. 50, 72074 Tübingen
Tel.: 0 70 71/29-7 23 94
E-Mail: wolfgang.matzat[at]uni-tuebingen.de

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Abteilung Presse und Forschungsberichterstattung
Michael Seifert
Wilhelmstr. 5 · 72074 Tübingen
Tel.: 0 70 71 · 29 · 7 67 89 · Fax: 0 70 71 · 29 · 5566
E-Mail: michael.seifert[at]uni-tuebingen.de
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