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Leibniz-Senat verabschiedet Förderempfehlungen zu Leibniz-Einrichtungen

18.03.2010 - (idw) Leibniz-Gemeinschaft

Am gestrigen Mittwoch, 17. März, hat der Leibniz-Senat getagt und Förderempfehlungen zu zwei Leibniz-Einrichtungen im Saarland (Schloss Dagstuhl) und in Hamburg (Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie) verabschiedet. Berlin. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat am Mittwoch, 17. März 2010, die weitere Förderung von zwei Leibniz-Einrichtungen empfohlen. Beiden Instituten bescheinigt er überregionale Bedeutung und stellt fest, dass Bund und Länder ein gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches Interesse an der Arbeit der Einrichtungen haben.

Mit herausragendem Erfolg kommt "Schloss Dagstuhl", das Leibniz-Zentrum für Informatik (LZI) in Wadern im Saarland, seinen Aufgaben nach. Diese positive Beurteilung hält der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme zum Zentrum fest und empfiehlt daher Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung fortzuführen.

Das Zentrum bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt an, im Rahmen verschiedener Förderprogramme Workshops und Gastaufenthalte auf Schloss Dagstuhl zu beantragen. Die Leitung und das Wissenschaftliche Direktorium wählen aus den Bewerbungen die besten Anträge aus. Leitung und Mitarbeiter des Zentrums unterstützen die Organisatoren der ausgewählten Veranstaltungen dann intensiv bei der Gestaltung und Durchführung eines Workshops.

Der Senat hebt hervor, dass es dem nach dem Vorbild des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach 1990 gegründeten Zentrum gelingt, ein anspruchsvolles, aktuelles und qualitätsgesichertes Seminarprogramm für die internationale wissenschaftliche Informatik-Fachwelt anzubieten. Im Rahmen der verschiedenen Programme findet eine sehr effektive Nachwuchsförderung durch das Zentrum statt. Die Bemühungen zur Steigerung des Frauenanteils unter den Teilnehmenden werden vom Senat sehr begrüßt. Angesichts der nach wie vor zunehmenden Bedeutung der Informatik für Wissenschaft und Gesellschaft wird das Zentrum ermutigt, im Rahmen seiner schon jetzt erfolgreichen Bemühungen um die fachübergreifende Zusammenarbeit noch stärker auf die Nachfragen und Bedürfnisse anderer Wissenschaften nach Informatik-Lösungen einzugehen.

Das Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg (HPI) ist die einzige nicht universitäre Einrichtung in Deutschland, die sich auf die Virusforschung konzentriert. Der Senat bescheinigt den verschiedenen Abteilungen und Gruppen am Institut sehr gute, zum Teil hervorragende wissenschaftliche Arbeit. Die Empfehlung der vergangenen Evaluierung zur Profilbildung setzte das HPI um, indem es die Virologie stärkte. Der Senat anerkennt, dass diese Entscheidung im Grundsatz ermöglicht, die internationale Sichtbarkeit des Instituts zu erhöhen. Im Zentrum der experimentellen Grundlagenforschung des Instituts stehen, so erläutert der Senat, die Biologie humaner Virusarten (u. a. Hepatitis, Herpes, Leukämie, HIV), die Pathogenese der Viruserkrankungen und die damit zusammenhängenden Abwehrreaktionen des Organismus.

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt in seiner Stellungnahme Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung fortzuführen. Gleichzeitig schlägt der Senat vor, die nächste Evaluierung nicht erst dem regulären Turnus entsprechend in sieben, sondern bereits in vier Jahren vorzusehen. Denn es fehle ein klares und von allen Verantwortlichen gemeinsam getragenes mittelfristiges Forschungsleitbild, so der Senat. Ferner mangele es an einer kohärenten Führung des Instituts, die Leitungs- und Gremienstrukturen müssten reformiert werden. Der Senat sieht auch Verbesserungsbedarf bei der Förderung von Doktorandinnen und Doktoranden und in Bezug auf die Konkretisierung institutioneller Kooperationen. Das HPI bleibt außerdem aufgefordert, den Anteil der Drittmittel an seinem Budget zu erhöhen.

Der Senat begrüßt es, dass Leitung und Gremien des HPI bereits begonnen haben, sich mit den Empfehlungen der unabhängigen Begutachtung auseinanderzusetzen und Veränderungen zügig vorantreiben möchten. In vier Jahren, so der Senat, sollen die Umsetzung der Empfehlungen und das HPI insgesamt erneut bewertet werden.

Pressekontakt
Josef Zens
Pressesprecher der Leibniz-Gemeinschaft
Schützenstraße 6a
10117 Berlin
Tel.: 030 / 20 60 49-42
Fax: 030 / 20 60 49-55
E-Mail: zens@leibniz-gemeinschaft.de

Hintergrund
Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft evaluiert in einem Zeitraum von maximal sieben Jahren die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft. Auf der Grundlage der Senatsstellungnahmen überprüfen Bund und Länder in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), ob die Voraussetzungen für die gemeinschaftliche Förderung der Leibniz-Einrichtungen weiterhin gegeben sind. Der Senat ist extern besetzt, das Evaluierungsverfahren strikt unabhängig. Zur Durchführung der Evaluierungen hat der Leibniz-Senat den Senatsausschuss Evaluierung (SAE) eingesetzt. Zur Evaluierung der einzelnen Institute bildet der SAE Bewertungsgruppen, die aus international renommierten und unabhängigen Wissenschaftlern zusammengesetzt sind. Die Bewertungsgruppen besuchen die Institute und bilden sich anschließend auf der Grundlage von Textmaterialien, Institutsdaten sowie Interviews und Diskussionen mit den Institutswissenschaftlern eine Meinung über die wissenschaftliche Qualität und Bedeutung der Einrichtung.

Die Leibniz-Gemeinschaft
Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie vier assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie pflegen intensive Kooperationen mit Hochschulen, Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Das externe Begutachtungsverfahren der Leibniz-Gemeinschaft setzt Maßstäbe. Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 6.400 Wissenschaftler, davon wiederum 2500 Nachwuchswissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,2 Mrd. Euro, die Drittmittel betragen etwa 244 Mio. Euro pro Jahr.


www.leibniz-gemeinschaft.de
Weitere Informationen: http://www.leibniz-gemeinschaft.de/evaluierung - Die aktuellen Berichte finden Sie unter dem Stichwort Senatsstellungnahmen
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