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Zwei Operationsverfahren im Wettstreit

18.03.2010 - (idw) Universitätsmedizin Mannheim

DFG-geförderte multizentrische Klinische Studie ermittelt bestes Operationsverfahren beim Enddarm-Vorfall Ein interdisziplinäres Studienteam der Chirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und des End- und Dickdarm-Zentrums Mannheim (EDZ) hat erfolgreich Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Durchführung der multizentrischen Studie DeloRes eingeworben. Ziel der Studie ist es, die auf lange Sicht erfolgreichste chirurgische Therapie beim Enddarm-Vorfall (Rektumprolaps Grad III) zu identifizieren. Dafür werden zwei unterschiedliche, etablierte Operationsverfahren und deren Erfolg über einen Zeitraum von fünf Jahren in 13 Studienzentren miteinander verglichen. Das Mannheimer Studienteam erhält rund 440.000 Euro für die ersten drei Jahre. Das gesamte Volumen des Antrages umfasst knapp eine Million Euro.

Ein Rektumprolaps Grad III liegt vor, wenn Anteile des Enddarms aus dem After hervortreten. Patienten mit einem fortgeschrittenen Enddarm-Vorfall fühlen sich in ihrem alltäglichen Leben stark eingeschränkt und leiden unter einem erheblichen Verlust an Lebensqualität - bis hin zur sozialen Isolation, bei der die Patienten jeglichen Kontakt zur Umwelt meiden.

Da sich die betroffenen älteren Patienten häufig schämen, über ihre Erkrankung zu reden, bleibt das Leiden oft unerkannt und wird nicht richtig behandelt. Darüber hinaus sind Hausärzte oftmals nicht ausreichend darüber informiert, wo die Patienten Hilfe erhalten können. Dieses Problem greift die DeloRes-Studie auf. Sie bietet Patienten und Ärzten Hilfe durch professionelle Beratung und Behandlung.

Im Rahmen der DeloRes-Studie werden ab Juni 2010 die beiden Operationsverfahren an 13 universitären und nicht-universitären Kliniken in Deutschland und der Schweiz verglichen. Bei der Operation nach Delorme erfolgt der Zugang über den Enddarmausgang, die so genannte Resektionsrektopexie wird minimal-invasiv durch die Bauchdecke ausgeführt.

Die erfolgreiche Einwerbung der Mittel zur Durchführung der DoloRes-Studie durch das Mannheimer Studienteam begründet sich unter anderem in der seit Jahren engen Kooperation der Chirurgen des Mannheimer Universitätsklinikums mit dem End- und Dickdarm-Zentrum Mannheim im klinischen und wissenschaftlichen Bereich. Das Zentrum betreibt seit 1992 eine proktologische Abteilung in und mit der Chirurgischen Universitätsklinik. Jährlich werden hier etwa 2.000 Patienten mit Enddarmleiden behandelt. Weiterhin wichtig für die Durchführung der Studie ist die enge wissenschaftliche Kooperation mit Partnern aus Heidelberg: Professor Dr. Meinhard Kieser (Leiter des Instituts für Medizinische Biometrie und Informatik), Privatdozent Dr. Christoph M. Seiler (Leiter des Studienzentrums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie) und Dr. Steffen Luntz (Leiter des Koordinierungszentrums Klinische Studien).

Kontakt für Ärzte, Patienten und Angehörige
Dr. Florian Herrle
Tel. 0621 / 383-1501
E-Mail delores@umm.de

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