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Zuversicht fördert Genesung nach Herz-OP

19.03.2010 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Angst vor der Bypass-OP beeinflusst den Therapieerfolg / Jenaer Doktorarbeit ausgezeichnet Jena. Dr. Marianne Großmann erhält den Promotionspreis "Bio-psycho-soziale Medizin" 2009 des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin. Die junge Ärztin, die mittlerweile am Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Jena (UKJ) ihre Facharztausbildung absolviert, wird für ihre Dissertation "Einfluss psychosozialer Belastung auf die Genesung von Bypass-Patienten" ausgezeichnet. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird am 19. März auf dem Deutschen Kongress für Psychosomatik und Psychotherapie in Berlin übergeben.

Eine Herzerkrankung, die operativ behandelt werden muss, ist zweifellos eine Belastung für den Patienten - nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Welchen Einfluss Ängste vor der Operation, Depressionen und mangelnde soziale Unterstützung auf den Erfolg der Operation haben, untersuchte Marianne Großmann in ihrer Doktorarbeit. Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützten Projektes befragte sie dazu 183 Patienten, die an der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie des UKJ operiert wurden.

Erfasst wurden Daten wie die Diagnose vor der Operation, der postoperative Verlauf mit eventuellen Komplikationen und, mittels eines Gehtests, die Mobilität der Patienten. Anhand der Antworten in einem Fragebogen und einem persönlichen Kurzinterview schätzte die Doktorandin die psychosoziale Situation der Patienten ein. Insgesamt viermal - bei der Aufnahme ins Klinikum, vor der Entlassung, drei und sechs Monate danach - sollten die Patienten ihre Situation selbst beurteilen.

"Dabei zeigte sich, dass es bei Patienten mit großer Angst vor der Operation deutlich häufiger zu Komplikationen nach dem Eingriff kam, z.B. zu Wundheilungsstörungen", nennt Marianne Großmann ein wesentliches Ergebnis der Arbeit. Auch ließen sich Zusammenhänge zwischen dem Grad der Erkrankung und der Bewegungseinschränkung vor der Bypass-OP und der psychischen Belastung herstellen. Ein Einfluss der Operationsangst auf die empfundene Schmerzstärke oder den Mobilitätsgrad nach der Operation konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

"Die Arbeit unterstreicht, wie wichtig psychosomatische und psychotherapeutische Betreuung für Patienten vor und nach großen herzchirurgischen Eingriffen ist", so der Leiter des Forschungsprojektes Prof. Dr. Bernhard Strauß, der die Promotionsarbeit betreute. Das von ihm geleitete Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena hat große Erfahrung in der psychosozialen Begleitung von Operationspatienten, vor allem bei herz- und transplantationschirurgischen Eingriffen.

Das Deutsche Kollegium für Psychosomatische Medizin und die Stiftung Psychosomatik und Sozialmedizin in Ascona vergeben ihren Promotionspreis jährlich. Damit würdigen sie herausragende Doktorarbeiten, die sich mit der Untersuchung bio-psycho-sozialer Zusammenhänge bei einem Krankheitsbild beschäftigen und zu anwendungsorientierten Ergebnissen kommen.

Kontakt:
Preisträgerin:
Dr. Marianne Großmann
Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 9395800
E-Mail: marianne.grossmann@med.uni-jena.de

Fragen zum Forschungsprojekt:
Prof. Dr. Bernhard Strauß
Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie
Tel.: 03641 / 936700
E-Mail: bernhard.strauss@med.uni-jena.de

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