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Denkfabrik feiert 20-jähriges Jubiläum

29.03.2010 - (idw) Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Rückblick: 20 Jahre Forschung im Verfügungsgebäude für Forschung und Entwicklung - Ausblick: Förderung junger Wissenschaftler wird von Universitätsmedizin Mainz weiter ausgebaut (Mainz, 29. März 2010, ok) Die Bilanz kann sich sehen lassen: rund 100 Patente und neun Ausgründungen von regionalen Unternehmungen auf Basis dieser Patente allein in den letzten zehn Jahren. Geleistet haben das weit mehr als 100 Forschergruppen in den von der Universitätsmedizin Mainz zur Verfügung gestellten Labors des Verfügungsgebäudes für Forschung und Entwicklung. Seit März 1990 bietet diese Denkfabrik wechselnden Forscherteams Labore, Arbeitsplätze sowie Besprechungs- und Seminarräume, um Grundlagenforschung und Entwicklung am Wissenschaftsstandort Mainz entscheidend nach vorne zu bringen. Die Zeichen stehen gegenwärtig auf Weiterentwicklung: An einem weiteren Standort werden seit kurzem zusätzliche Räume von Forscherteams genutzt. Außerdem wird derzeit ein Pool für Hochtechnologiegeräte eingerichtet, auf den Forschergruppen zurückgreifen werden.

Prominente Beispiele für den Think Tank der Universitätsmedizin sind die in Mainz ansässigen Biotechnologie-Unternehmen Ganymed Pharmaceutical AG und BioNTech AG. "Diese wären ohne das Verfügungsgebäude für Forschung und Entwicklung undenkbar. Beide Ausgründungen basieren auf Schlüsselpatenten, die Forscher aufgrund ihrer jahrelangen Arbeiten in den dortigen Labors erhielten", erklärte der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban. Ganymed entwickelt beispielsweise Antikörper, die auf die Erkennung einer bestimmten Struktur ausgerichtet sind, die Tumorkrebszellen unmittelbar angreifen. BioNTech hat sich gleichermaßen in der Krebsforschung einen Namen gemacht mit seinen hochpotenten, gut verträglichen Krebsimmuntherapien.

"Die Errungenschaften der Forscherteams im Verfügungsgebäude für Forschung und Entwicklung geben Anlass zur Hoffnung auf weitere Spin-Offs", sagte Urban. Und davon profitiere nicht nur der Wissenschaftsstandort Mainz, der aktuell nach dem Ranking der Deutschen Forschungsgesellschaft bereits auf einem der vorderen Plätze bei den forschungsstärksten medizinischen Fakultäten rangiert. "Auch für die regionale Wirtschaft gehen von unserer Denkfabrik wichtige Impulse aus, da bei den Ausgründungen Arbeitsplätze geschaffen werden", so der Wissenschaftliche Vorstand. Das Verfügungsgebäude für Forschung und Entwicklung sei aber auch ein Paradebeispiel für gelungenen Technologietransfer. Zudem ist Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban überzeugt: "Wenn wir als Forschungs- und Biotechnologiestandort weiter an Gewicht gewinnen, dann kann das nur im Interesse der Region und des Landes Rheinland-Pfalz sein."

Was die Erfindungsmeldungen darüber hinaus beflügeln soll, ist die seit Mitte März erfolgte Einbindung der Innovations-Management GmbH (IMG) in das Verfügungsgebäude für Forschung und Entwicklung. Denn die Innovations-Management GmbH mit Hauptsitz in Kaiserslautern unterstützt die Universitätsmedizin Mainz aktiv bei der Suche nach neuen Erfindungen und deren Umsetzung. Von der Ansiedlung der IMG auf dem Gelände der Universitätsmedizin verspricht sich das Unternehmen künftig eine bessere Beratung und mehr Patente und nicht zuletzt kürzere Wege.

Welche meist interdisziplinären Forscherteams Laborflächen im Verfügungsgebäude für Forschung und Entwicklung erhalten, hängt von den jeweils extern eingeworbenen Forschungsdrittmitteln und Publikationen ab. Die Drittmittel kommen von öffentlichen wie auch von industriellen Partnern. Dass sich am Wissenschaftsstandort Mainz vieles tut, belegt auch der Anstieg bei den von der medizinischen Fakultät eingeworbenen Drittmitteln: Waren es im Jahr 2001 noch 25 Millionen Euro, so kamen 2009 bereits über 40 Millionen Euro zusammen.

"Die 16 Millionen Euro schwere Investition in das Gebäude hat sich voll bezahlt gemacht", fasst der Vizepräsident für Forschung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, zusammen.

Um insbesondere dem Forschernachwuchs noch bessere Forschungsbedingungen zu bieten, ist die Universitätsmedizin Mainz gerade dabei, einen Großgerätepool einzurichten. Hoch innovative medizinische Geräte wie beispielsweise Weißlicht- und Multiphotonen Laser-Scanning-Mikroskope zur Sichtbarmachung von DNA können dann von jungen Wissenschaftlern genutzt werden.

Zahlen, Daten und Fakten zum Verfügungsgebäude für Forschung und Entwicklung:
- Gesamtbaukosten: ca. 31,8 Millionen DM (etwa 16,26 Millionen Euro)
- Finanzierung: jeweils zur Hälfte Bund und Land Rheinland-Pfalz
- Forschungsfläche: rund 3.220 qm (darunter Labors, Zentrifugen-, Steril- und Trockenräume, Büros sowie Besprechungs- und Seminarräume)
- Nutzer: ausschließlich drittmitteleinwerbende Forschergruppen aus allen Bereichen der Universitätsmedizin Mainz und den Fachgebieten Genetik, Biologie, Pharmazie, Anorganische Chemie
- Zahl der Erfindungsmeldungen der Universitätsmedizin Mainz im Jahr 2009: 23
- Durchschnittliche Verweildauer der Forschungsgruppen: 3 bis 3,5 Jahre
- Eingeworbene Drittmittel seit 1990: mehr als 300 Millionen Euro. Es kam nahezu zu einer Verdopplung der industriellen Drittmittel in den letzten zehn Jahren. 2001 waren es 7 Millionen Euro und 2009 16 Millionen Euro.
- Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen in 2008: mehr als 1.500, Anzahl der Promotionen: 320, Anzahl der Habilitationen: 17.
- Anstieg des Frauenanteils bei Promotionen von 48 Prozent (2001) auf 58 Prozent (2009).

Kontakt
Ulf Arnold-Fabian,
Stv. Geschäftsführer Ressort Forschung und Lehre
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-9798, Fax 06131 17-9715, E-Mail: arnold-fabian@um-mainz.de

Pressekontakt
Tanja Rolletter, Stabstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 50 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung - die Apotheke und die Transfusionszentrale - gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter http://www.unimedizin-mainz.de

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