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Die Kanzlerin bei Facebook

15.04.2010 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Universität Jena ist Mitveranstalter des 5. Thüringentags "Medien und Demokratie" (24.4.) Jena (15.04.10) Demokratie braucht eine gut informierte Öffentlichkeit. Erfüllen aber die Medien heute noch diese Aufgabe, bewegt sich doch die Diskussion um ihre Macht meist im Spannungsfeld zwischen Meinungsmache und Manipulation? Welche Möglichkeiten bieten die neuen Medien im Internet? Ist die stetige Boulevardisierung noch aufzuhalten? Das sind nur einige Fragen, die es während des fünften Thüringentags "Medien und Ethik" am 24. April im MDR-Landesfunkhaus in Erfurt zu klären gilt. Das Thema lautet diesmal "Medien und Demokratie - Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit und Kollaboration?"

"Spätestens jetzt - ein Jahr nach dem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009 und dem Amtsantritt Barack Obamas - wurde es Zeit für das Thema Medien und Politik", begründet Mitinitiator Prof. Martin Leiner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena die diesjährige Programmwahl. Verschiedene Vorträge widmen sich dabei den neuen Medien. So berichtet die Journalistin Anna Kuhn-Sosius beispielsweise über den Internetwahlkampf des amerikanischen Präsidenten. Johann Michael Möller vom MDR spricht über das Thema "Warum noch Journalismus - ersetzen Blog, Twitter und andere Netzwerke die Medien?" Prof. Leiner, Dekan der Theologischen Fakultät der Jenaer Universität, hält diese neuen Meinungsplattformen für besonders spannend: "Sie schaffen eine Art Gegenöffentlichkeit über die Bürger tatsächlich auch politischen Einfluss ausüben können. Man denke nur an die immer häufiger auftretenden Internetpetitionen. Gleichzeitig wird dieser Gegenentwurf aber auch von den konventionellen Kräften instrumentalisiert und für ihre Zwecke genutzt. Inzwischen ist ja sogar die Bundeskanzlerin bei Facebook angemeldet." Gleichzeitig kommt auch die Theorie beim diesjährigen Thüringentag nicht zu kurz: So spricht etwa Prof. Dr. Klaus Beck von der FU Berlin einführend über "Medien und Demokratie. Über politische Moral und Medienethik".

Dass ein großer Diskussionsbedarf besteht, dessen ist sich der Medien-Ethik-Experte Leiner sicher: "Journalisten treten oft an uns heran und erzählen, dass sie gern ethischer berichten und genauer recherchieren wollen, aber Quoten und ökonomische Interessen etwas anderes verlangen. Deshalb sind die Pressepraktiker froh darüber, sich während eines solchen Tages mit uns Theoretikern austauschen zu können. Die Wissenschaft bietet Raum und Zeit, die Journalisten oft nicht haben." Gleichzeitig ist sich Leiner aber sicher, dass diese Gespräche für ein breites Publikum spannend und interessant sein können. Natürlich empfiehlt er den Besuch seinen Studenten und auch als Lehrerfortbildung ist die Veranstaltung anerkannt.

Die Veranstaltung beginnt am 24. April um 8 Uhr im MDR-Funkhaus in Erfurt (Gothaer Straße 36). Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Weitere Informationen und das Programm sind zu finden unter: http://www.uni-jena.de/unijenamedia/Downloads/faculties/theo/ls_systh/Flyer_end_2010.pdf

Kontakt:
Prof. Dr. Martin Leiner
Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität
Fürstengraben 6, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 941145
E-Mail: Martin.Leiner[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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