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Arbeit über Grenzen hinweg koordinieren: Neues Forschungsprojekt der RUB

20.04.2010 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Mit einem neuen Forschungsprojekt baut die Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB ihre zehnjährige Zusammenarbeit mit führenden mexikanischen Universitäten aus. Wissenschaftler der RUB und der Universidad Autónoma Metropolitana in Mexiko-Stadt erforschen die Möglichkeiten und Grenzen der internationalen, mobilen Arbeit und Kooperation in großen Konzernen und Non-Profit-Organisationen - und dabei insbesondere das Potenzial moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Bochum, 20.4.2010
Nr. 111

Arbeit über Grenzen hinweg koordinieren
Grenzüberschreitendes Forschungsprojekt der RUB
Sozialwissenschaft: DFG fördert Kooperation mit Mexiko

Neue Kommunikationstechniken sind gut, ist aber der direkte menschliche Kontakt zu ersetzen? Mit einem neuen Forschungsprojekt baut die Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB ihre zehnjährige Zusammenarbeit mit führenden mexikanischen Universitäten aus. Wissenschaftler der RUB und der Universidad Autónoma Metropolitana in Mexiko-Stadt erforschen die Möglichkeiten und Grenzen der internationalen, mobilen Arbeit und Kooperation in großen Konzernen und Non-Profit-Organisationen - und dabei insbesondere das Potenzial moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die mit einer hochrangigen Delegation zur Projektunterzeichnung nach Mexiko-City reiste, fördert das Projekt drei Jahre lang mit fast einer halben Million Euro an der RUB; einen etwas geringeren Betrag steuert die mexikanische Einrichtung für Wissenschaftsförderung CONACYT für die dortigen Forschungspartner bei.

Internationale Forschungsförderung

Die grenzübergreifende Forschungskooperation wird immer wichtiger. Die DFG fördert das Forschungsvorhaben in einer neuen Initiative mit ihrem mexikanischen Pendant CONACYT. Zur feierlichen Eröffnung von zwei internationalen Kooperationsprojekten und einer internationalen Graduiertenschule, die zwischen deutschen und mexikanischen Universitäten erstmalig organisiert wurden, reisten der Präsident und die Vize-Präsidentin der DFG zusammen mit weiteren DFG-Verantwortlichen nach Mexiko. Eines der beiden neuen Projekte, die als einzige aus einem Pool von fünfzehn Anträgen in beiden Ländern den Begutachtungsprozess erfolgreich durchlaufen haben, wird von RUB-Forschern geleitet. Prof. Dr. Ludger Pries (Sozialwissenschaft) und Prof. Dr. Christel Adick (Erziehungswissenschaft) koordinieren das Projekt "Virtualisation of cross border labour mobility? Changing patterns of cross border personnel mobility as coordination mechanism in profit- and non-profit-organizations in Mexico and Germany". Zur offiziellen Eröffnung stellte Prof. Pries das frisch bewilligte Projekt vergangene Woche in Mexiko-Stadt vor.

"Virtualisierung" in Krisenzeiten

Wer grenzüberschreitend arbeitet, muss seine Aktivitäten sehr gut und gezielt koordinieren. Gerade für die großen, internationalen Konzerne und Regierungsorganisationen (International Governmental Organizations - IGOs) ist das überlebenswichtig. Erschwerend hinzu kommen die härteren wirtschaftlichen Bedingungen seit der großen Finanz- und Weltwirtschaftskrise 2008. An diesem Punkt greifen moderne Kommunikations- und Informationstechnologien - zum Beispiel Telekonferenzen, Emailen, Skypen oder Facebooken. Sie können helfen, Mobilität innerhalb der Organisation effizienter einzusetzen und Kosten zu sparen. Diese "Virtualisierung" der grenzüberschreitenden Arbeitsmobilität hat aber auch ihre Grenzen. Die direkten Face-to-Face-Kontakte sind unerlässlich für nachhaltige Kooperation. Welche Rolle die direkte Mobilität von Personal spielt und welche Formen dabei für welche Zwecke genutzt werden, untersuchen die Projektpartner bis 2013.

Fallstudien vor Ort

Zunächst identifizieren die Wissenschaftler typische "Muster" von Auslandsaktivitäten und -einsätzen ihrer Mitarbeiter. In ausgesuchten Fallstudien vergleichen sie Unternehmen und IGOs und erheben Daten vor Ort - jeweils am Hauptsitz und in den Ländern, in denen die Organisationen aktiv sind. In strukturierten Interviews und durch Dokumentenanalysen untersuchen sie sowohl Einzelfälle, zum Beispiel durch Befragung einzelner Mitarbeiter, wie auch den Grad der Vernetzung innerhalb der gesamten Organisation. Dabei geht es nicht nur um die "Virtualisierung" der Auslandsaktivitäten, sondern auch darum, welches Kontingent und welche Ressourcen für grenzüberschreitende Arbeit zur Verfügung stehen und wie gut dezentrale, ausländische Niederlassungen in die Gesamtorganisation eingebettet sind.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Ludger Pries, Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB, Lehrstuhl Soziologie - Organisation, Migration, Mitbestimmung, Tel. 0234/32-25429, E-Mail: ludger.pries@rub.de

Redaktion: Jens Wylkop

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