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Entmenschlichte Medizin?

20.04.2010 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Studium Generale der Universität Jena widmet sich ab dem 21. April "Medizin und Menschenbild" Jena (20.04.10) Ohne Technik ist moderne Medizin nicht denkbar. Inzwischen operieren sogar Roboter. Und Maschinen können Menschen am Leben erhalten. Doch welche Auswirkungen hat das auf die Arzt-Patient-Beziehung? Welche neuen Herausforderungen stellt das Problem an die Ärzte von heute? Droht eine Entmenschlichung in der Medizin?

Genau diese Fragen stehen beim aktuellen Studium Generale der Universität Jena im Mittelpunkt. Unter dem Titel "Medizin und Menschenbild" schildern vor allem Mediziner der Friedrich-Schiller-Universität ihre Sicht auf die ethischen Fragestellungen, die sich aus der Modernisierung und Technisierung in der Medizin ergeben. Dabei entstand ein vielfältiges Programm, das das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Den Anfang macht am 21. April um 17.15 Uhr PD Dr. Uwe Berger vom Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie der Universität Jena. Er beschäftigt sich mit "Gehirndoping", denn inzwischen können nicht nur körperliche Leistungssteigerungen durch die Einnahme chemischer Substanzen erreicht werden, sondern auch die Hirnfunktionen - also z. B. die Konzentrationsfähigkeit - lassen sich durch Drogen oder Medikamente verbessern. Welche Methoden es gibt und welche ethischen Probleme dadurch aufgeworfen werden, erklärt Dr. Berger in seinem Vortrag.

Im zweiwöchigen Abstand folgen weitere Beiträge. So etwa der von Prof. Dr. Nikolaus Knoepffler am 19. Mai. Der Jenaer Ethik-Experte beschäftigt sich mit einem "Klassiker" der medizinethischen Fragen: der Organtransplantation. Das Thema hat nichts von seiner Bedeutung verloren, da nach wie vor jeden Tag Menschen die Entscheidung treffen müssen, ob ein hirntoter Angehöriger ein Organ spendet, um einem unbekannten Menschen das Leben zu erleichtern oder gar zu retten. Doch wann ist ein Mensch eigentlich tot? Prof. Knoepffler versucht bei der Beantwortung der Frage zu helfen.

Ähnlich sensibel ist das Thema, das PD Dr. Ulrich Wedding von der Universität Jena in seinem Vortrag (16.6.) aufgreift: "Ich war krank und starb, ihr habt mich begleitet - Menschenbild in der Palliativmedizin". Menschen mit weit fortgeschrittenen Erkrankungen zu pflegen und in den Tod zu begleiten, ist eine Aufgabe, bei der die Maschine den Menschen nicht ersetzen kann. Denn Empathie und Medizin gehören untrennbar zusammen.

Die Veranstaltungen finden ab dem 21. April vierzehntäglich um 17.15 Uhr in der Aula der Universität (Fürstengraben 1) statt. Der Besuch ist kostenlos. Die Broschüre zur Veranstaltungsreihe liegt ab sofort im Universitätshauptgebäude aus. Zusätzlich ist das Programm im Internet zu finden unter: http://www.uni-jena.de/Studium_Generale.
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de/Studium_Generale
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