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Neue Kunst und neue Köpfe

20.04.2010 - (idw) Universität Bayreuth

Bayreuth (UBT). Gleich drei Ausstellungen werden am Donnerstag, 22. April, ab
19 Uhr im Iwalewa-Haus eröffnet. Dass diese Vernissage eine ganz besondere
ist, hat gar noch einen vierten Grund: Mit Dr.Ulf Vierke und Dr.Anna Schrade
stellt sich das neue wissenschaftliche Leitungsteam des international renommierten
Afrika-Zentrums der Öffentlichkeit vor. Sofern eine Vorstellung denn überhaupt notwendig ist: Der neue Leiter Dr. Ulf Vierke kann für sich jedenfalls in Anspruch nehmen, das Iwalewa-Haus unter allen in der Bayreuther Afrika-Szene am längsten zu kennen. Unter dem legendären Gründer und langjährigen Leiter Ulli Beier, der das Afrikazentrum 1981 aus der Taufe hob, hatte Vierke, ein promovierter Ethnologe, einst studiert. Beier, sagt er, habe ihn damals "mit der Liebe zur Kunst infiziert". Heute, mit 42 Jahren, ist Dr. Ulf Vierke Chef und hat sich gemeinsam mit seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin, Dr. Anna Schrade, nicht minder Großes vorgenommen.

Künftig werden Künstler aus Afrika und Künstler mit afrikanischen Wurzeln wieder länger in Bayreuth und im Iwalewa-Haus leben und arbeiten. Im vergangenen Jahr hatte es einen ersten Anlauf gegeben, dieses in der Vergangenheit bereits erfolgreich praktizierte Konzept neu aufleben zu lassen. Antonio Ole war als Gastprofessor am Iwalewa-Haus und hat dort Spuren hinter-lassen. Das soll nun auch Daniel Kojo tun - der im Allgäu geborene Maler, dessen Vater aus Ghana stammt, hat als freier Künstler gearbeitet und lehrt heute am Hampshire College in den USA. Ende Mai erwarten Ulf Vierke und Anna Schrade Kojo in Bayreuth, er wird zwei Monate bleiben. In dieser Zeit soll ein Forum entstehen können, auf dem sich Künstler, Studenten und die interessierte Öffentlichkeit nicht nur mal für einen Abend treffen. Sondern über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv austauschen können.

Gut möglich, dass Kojos Bayreuther Arbeiten nicht nur in Bayreuth zu sehen sein werden. Mit anderen führenden Afrika-Zentren in Europa, mit Einrichtungen in Bordeaux, in London und in Lissabon, wird das Iwalewa-Haus künftig noch enger zusammenarbeiten. "Das bedeutet natürlich auch, dass Ausstellungen auf Tournee durch Europa gehen können", sagt Dr. Anna Schrade.

Die drei Ausstellungen, die Dr. Ulf Vierke nun am Donnerstag, 22. April, ab 19 Uhr im Iwalewa-Haus eröffnet, hätten durch die Bank diese europäische Klasse. Die Haupt-ausstellung mit dem Titel "becoming, binding & disappearing" präsentiert Arbeiten des südafrikanischen Medienkünstlers Johan Thom. Er ist bekannt für seine rituelle Performance, seine Installationen und seine Videokunst. An drei Stellen zeigt das Iwalewa-Haus raumfüllende Videoinstallationen, sechs weitere Performances und Videoarbeiten werden in einem dokumentarischen Arbeitsteil präsentiert. Zu einem Künstlergespräch kommt Johan Thom am Freitag, 23. April, ab 19 Uhr ins Iwalewa-Haus.

Arbeiten der angolanischen Fotografenfami-lie Pinto Afonso sind in der Ausstellung "Somos Irmaos - wir sind Brüder" zu sehen. Die Brüder Zé António, Ruy und Joaquim Pinto Afonso sind professionelle Fotografen - jeder in einem anderen Feld mit einem je eigenen Stil. Sie haben ihre Begeisterung für das Handwerk der Fotografie an ihre Kinder weitergegeben. Die Söhne Sérgio und Rogério gehören heute zu den besten Mode- und Werbefotografen Angolas.

Der deutsch-ruandische Künstler Christophe Ndabananiye stellt in der Ausstellung "Spuren" neue eigene Arbeiten vor. Sicher der spektakulärste Ausstellungsteil ist die Rauminstallation "Die Schuhe", bei der sich Ndabananiye der Formensprache der Malerei und der Möglichkeiten der Installation bedient. Schuhe stehen im Mittelpunkt des Werks, sie verweisen auf das soziale Netzwerk des Künstlers. Wie Johan Thom wird auch Christophe Ndabananiye bei der Vernissage am 22. April anwesend sein - die Ausstellung ist für ihn eine Rückkehr nach Bayreuth auf Zeit. Hier hat er seine ersten Jahre in Deutschland verbracht, inzwischen lebt und arbeitet er in Berlin.

Dr. Anna Schrade, die jüngst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Iwalewa-Haus zurückgekehrt ist, hat die Ausstellung "Spuren" kuratiert. Studiert hatte sie in München unter anderem bei Professor Dr. Tobias Wendl - Wendl war zuletzt sieben Jahre lang Leiter des Iwalewa-Hauses, bevor er zum 1. März dem Ruf an die Freie Universität Berlin folgte und dort den neu eingerichteten Lehrstuhl für Kunstgeschichte Afrikas übernahm. Nach ihrer Dissertation am Kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Bremen war Dr. Anna Schrade in den Jahren 2006 und 2007 am Iwalewa-Haus tätig. Zuletzt unterrichtete sie an der University of Massachusetts Amherst.

Weitere Informationen: http://www.iwalewa.uni-bayreuth.de
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