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Neues Verfahren für die Behandlung der koronaren - der VSTENT

02.07.2003 - (idw) Klinikum der Universität München

Die invasive Behandlung der koronaren Herzerkrankung erfolgt heutzutage durch kardiologische Eingriffe wie Ballonaufweitung und Stentimplantation oder durch herzchirurgische Bypassversorgung. Eine Behandlung mit diesen Standardverfahren ist jedoch immer häufigerm - insbesondere auch bei älteren Patienten - nicht oder nicht mehr möglich, so dass hier nach neuen Therapieformen gesucht wird, die die Herzmuskeldurchblutung wiederherstellen und langfristig verbessern können. Der VSTENT - Ventrikulokoronarer Stent - ist ein neues Verfahren für die Behandlung der koronaren Herzerkrankung.

Dieser spezielle Stent wird in einer Zusammenarbeit des Herzchirurgen mit dem Kardiologen eingesetzt, um die durch eine Herzkranzgefäßverengung bedingte Minderdurchblutung des Herzmuskelgewebes zu beseitigen. Dabei wird anders als bei der konventionellen Bypassoperation nur eine sehr kurze (17 - 28mm) direkte Verbindung zwischen der linken Herzkammer und dem betroffenen Herzkranzgefäß durch den VSTENT hergestellt. Durch den VSTENT fließt dann das sauerstoffreiche, arterielle Blut aus der linken Herzkammer in das Herzkranzgefäß und beseitigt die Minderdurchblutung des Herzens. Darüber hinaus wird erwartet, dass der VSTENT langfristig günstige Auswirkungen auf das gesamte Gefäßsystem des Herzens - insbesondere durch die Förderung der Ausbildung von Umgehungskreisläufen, sogenannten Kollateralen hat.

Das VSTENT-Verfahren wird von der Firma Percardia (Merrimack, New Hampshire, USA) betreut. Wesentliche Entwicklungsschritte und umfangreiche präklinische Testungen wurden dabei am Klinikum der Universität München von Prof. Dr. Peter Boekstegers (Medizinische Klinik I, Direktor Prof. Dr. Gerhard Steinbeck) durchgeführt. Daher erfolgten nun auch die weltweit ersten VSTENT-Implantationen in der Herzchirurgie des Klinikums durch PD Dr. Calin Vicol, Prof. Dr. Bruno Reichart und Prof. Dr. Boekstegers in München, bevor weitere Patienten im Rahmen einer europäischen Multicenter-Studie (ADVANTAGE Studie, Leiter Prof. Dr. Boekstegers) diese Therapie erhalten sollen.

Um eine größtmögliche Sicherheit für den Patienten zu gewährleisten, wird so vorgegangen, dass der VSTENT nur in eines von mehreren betroffenen Herzkranzgefäßen eingesetzt wird, während die anderen Gefäße mit konventionellen Bypässen versorgt werden.

Ziel der ADVANTAGE-Studie ist es zunächst, die Offenheit und Wirksamkeit dieser neuen Bypass-Art langfristig nachzuweisen und die Auswirkungen des VSTENT auf das gesamte Herz zu erkennen. Für die Zukunft ist geplant, das VSTENT-Verfahren nicht nur herzchirurgisch anzuwenden, sondern auch als Herzkatheterverfahren für den Kardiologen zu entwickeln.
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