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Internationales Symposium: Modernisierungserfahrungen in der postkolonialen Literatur

02.07.2003 - (idw) Universität Stuttgart

Konflikt oder Chance? Technologische Entwicklungen können als Wegbereiter von Modernisierungsprozessen im gesellschaftlichen Bereich wirken. Dies wird jedoch meist als eine Form der Fremdbestimmung erfahren. Wie vor allem literarische Autoren mit einem nicht westlichen kulturellen Hintergrund die Konfrontationen mit modernen Technologien verarbeiten und darstellen, ist Gegenstand einer wissenschaftlichen Tagung an der Universität Stuttgart. Die Abteilungen Amerikanistik und Neuere Englische Literatur der Universität Stuttgart veranstalten vom 17. bis zum 20. Juli ein Internationales Symposium zum Thema "Postcolonial Representations of Modernization, Technology and Cultural Conflict".

Die Veranstaltung beginnt mit einem Grußwort des Leiters des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung, Prof. Georg Maag, und einer Einführung durch den Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät und Organisator der Veranstaltung, Prof. Walter Göbel. Den Eröffnungsvortrag zu der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie dem Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart geförderten Tagung hält Benita Parry von der University of Warwick zum Thema "Some Remarks on Peripheral Modernities".

Zeit: 17. Juli, 19.00 Uhr
Ort: Universität Stuttgart, Senatssaal, Rektoramt, Keplerstr. 7

Alle weiteren Veranstaltungen finden im Konferenzzentrum Hohenheim in der Paracelsusstraße 91 statt. Studierende und Interessierte sind zu dieser Tagung herzlich eingeladen. Die Konferenzsprache ist englisch.

Gegenstand des Symposiums sind die Fundstellen und Niederschläge von Modernisierungserfahrungen in den Literaturen so genannter postkolonialer Kulturen, also weit gehend in der englischsprachigen Welt außerhalb Großbritanniens und den USA. Technologische Revolutionen und neue Formen von Imperialismen werden häufig als eng verzahnte Phänomene innerhalb eines generellen Prozesses der Globalisierung unter westlicher Vorherrschaft dargestellt. So wird in zahlreichen literarischen Zeugnissen der Bau von Straßen und Brücken oder die Ankunft von Flugzeugen immer wieder als gewaltsames Eindringen der Anderen dargestellt und dabei das vor allem zerstörerische Potential betont, wie etwa in dem Roman "The Rape of Shavi" der nigerianischen Autorin Buchi Emecheta.
Gegenüber derart vereinheitlichenden Interpretationen von Modernisierungsprozessen verspricht jedoch gerade die Literatur eine Schärfung des Blicks für die lokal verschiedenen Erfahrungen und Gestaltungen kulturellen Wandels. Tatsächlich haben die Konflikte zwischen westlichen und traditionellen Kulturen in den postkolonialen Literaturen vielfältigen Ausdruck gefunden. Jenseits ihrer verdinglichenden Momente scheinen dabei auch die positiven Möglichkeiten von so genannten Modernisierungsschüben auf, wie die in ihnen verborgenen, nicht eingelösten Träume von symmetrischem Austausch. Damit verbindet sich der Anspruch einer Neubewertung von Technik- und Modernitätsvorstellungen aus Sicht der postkolonialen Kulturen. Im Wechselspiel verschiedener Menschenbilder mit den Möglichkeiten technischer Innovationen sind ganz unterschiedliche Strategien der Bedürfnisinterpretation und Daseinsbewältigung nachzuweisen.

Bei dem Stuttgarter Symposium werden renommierte Vertreterinnen und Vertreter der Postcolonial Studies vortragen wie Ian Baucom ("Township Modernism"), Elleke Boehmer ("Ships, Trains and Transnationalism: Resistant Identities at the Crossroads of Modernity"), Laura Chrisman ("Technological Modernity and Nationalism"). Zudem findet eine Kooperation mit dem von Graham Huggan geleiteten DFG-Graduiertenkolleg Postcolonial Studies (München) zum Thema "Technology, Development and the 'Third World'" statt.

Weitere Informationen zu Programm, Tagungsort und Anmeldung im Internet unter: www.uni-stuttgart.de/amerik/postcolonial.

Kontakt:

Prof. Walter Göbel, Abteilung Amerikanistik, Tel. 0711/121-3104
Walter.Goebel@po.uni-stuttgart.de;
Dr. Saskia Schabio, saskia.schabio@po.uni-stuttgart.de
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