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Unendliche Weiten und Tiefen erkunden: Hydrographische Vermessung an der TFH Georg Agricola

03.05.2010 - (idw) Technische Fachhochschule Georg Agricola

Der allergrößte Teil unseres Planeten nämlich mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt. Waren die blauen Flächen des blauen Planeten für die Menschen früherer Jahrhunderte oft unbekannte Gebiete, ist die Vermessung von Gewässern heute ein dynamischer Forschungszweig. Auf dem Symposium Hydrographische Vermessung, das die Technische Fachhochschule (TFH) Georg Agricola am 29. April veranstaltete, stellten Experten des Faches vielfältige Anwendungsfelder und hochmoderne High-Tech-Verfahren vor. Zur Eröffnung des Symposiums wies TFH-Präsident Professor Dr. Jürgen Kretschmann auf die lange Tradition des Faches an der ältesten Bochumer Hochschule hin: Schon seit den Anfängen der Bochumer Bergschule zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde hier Markscheidewesen unterrichtet. Das Fach Vermessung gibt es an der TFH seit fast 90 Jahren, heute ist daraus ein vielseitiger zukunftsorientierter Studiengang geworden, dessen Absolventen in Behörden und Unternehmen sehr begehrt sind.

Vermessung ist ein weites Feld stellte Tagungsleiter Professor Dr. Wilhelm Stelling in seiner Begrüßungsansprache fest. Neben der Kataster-, Liegenschafts- und Ingenieurvermessung habe sich die hydrographische Vermessung mittlerweile zu einem eigenen Schwerpunkt des Bochumer Studiengangs entwickelt. Das Symposium biete den Studierenden und Wissenschaftlern der TFH die Gelegenheit, in Kontakt zu renommierten Wissenschaftlern und Praktikern zu treten.

Dr. Wilhelm Weinrebe vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR, der das Symposiumsprogramm mit seinem Vortrag eröffnete, ist an der TFH schon ein alter Bekannter. Der Experte für Tiefseevermessung leitete im Jahr 2005 eine Expedition zur Erforschung eines Tsunami-Frühwarnsystems im indischen Ozean, bei der ihn auch zwei TFH-Studierende begleiteten. Während der Weltumsegler Francisco Magellan im Jahr 1521 noch festgestellt hatte Das Meer ist unendlich tief und unergründlich, machte Dr. Weinrebe in seinem Vortrag deutlich, mit welchem Präzisionsgrad die heutige Tiefseeforschung den Ozeanboden zu untersuchen imstande ist. Dadurch lassen sich geodynamische Prozesse, die zum Beispiel zur Entstehung von Tsunamis führen, immer besser verstehen und vorhersagen angesichts der vielen Naturkatastrophen der jüngsten Zeit eine beruhigende Perspektive.

Dass auch das Spezialgebiet der hydrographischen Vermessung heute ein weites Feld ist, bewiesen die übrigen Vorträge des Symposiums. Von der Vermessung der deutschen Meere Nord- und Ostsee über die Vermessung von Flüssen und Wasserstraßen bis hin zur Abbaukontrolle von Saugbaggern reichte das thematische Spektrum des achtstündigen Symposiums.

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