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Gefördert, aber selten an der Spitze

06.05.2010 - (idw) Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung

Chancengleichheit in der Wissenschaft ist das Thema der neuesten Beiträge zur Hochschulforschung. Trotz vieler Förderprogramme sind Frauen in Führungspositionen und im Mittelbau von Hochschulen quantitativ immer noch unterrepräsentiert. Auch qualitativ gibt es Unterschiede bei den Beschäftigungsbedingungen und Lebenssituationen. So hat die befristete Beschäftigung im akademischen Mittelbau zugenommen und betrifft mehr als die Hälfte der Wissenschaftlerinnen. Ein anderer Bereich ist das Elternsein: Zwei Drittel der Professoren haben Kinder, bei den Professorinnen sind es dagegen nur etwas mehr als ein Drittel. Für beide Geschlechter gilt: Eine unbefristete Stelle begünstigt die Entscheidung für Kinder. So sind im akademischen Mittelbau über 80 Prozent der befristet beschäftigten Frauen und Männer kinderlos, während zwei Drittel der Beschäftigten mit unbefristetem Vertrag Kinder haben. Dies sind nur einige von weit mehr Forschungsergebnissen, die Sigrid Metz-Göckel, Petra Selent und Ramona Schürmann in ihrem Artikel darstellen.

Der Beitrag der englischen Wissenschaftlerin Rosalind Pritchard beschäftigt sich mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten in Gleichstellungsfragen zwischen deutschen und britischen Hochschulen. Dabei zeigt sich, dass auch im britischen Hochschulsystem, welches geregelte Karrierepfade über Tenure Tracks vorsieht, vergleichsweise wenige Frauen Spitzenpositionen erobern und dass Benachteiligungen durch familiäre Belastungen nach wie vor stark empfunden werden.

Ein hohes Pensum an faktenorientiertem Lernstoff im Grundstudium, der nicht in einen größeren Zusammenhang eingeordnet wird: Darin liegt eine zentrale Ursache für viele Studierende der Ingenieurwissenschaften, ihr Studium abzubrechen was besonders häufig bei Frauen vorkommt. Das Gefühl, dass man die Dinge nie wirklich versteht beziehungsweise nicht in ihren Zusammenhängen interpretieren kann bewirkt, dass Studentinnen mehr Angst haben, den fachlichen und beruflichen Anforderungen gewachsen zu sein, schlussfolgern Gabriele Winker und Wibke Derboven in ihrer Studie zu den Gründen des Studienabbruchs in diesem Fachgebiet.
Wie die Technischen Universitäten auf die besondere Situation der Studienanfängerinnen und Studienanfänger reagiert haben, zeigt der Aufsatz der Münchner Forscherin Susanne Ihsen.

Mit dem Thema Frauen in der Wissenschaft behandelt die Ausgabe 1/2010 der Beiträge zur Hochschulforschung einen Gegenstand, der seit vielen Jahren die hochschulpolitische Debatte bestimmt. Die Zeitschrift kann entweder in gedruckter Form per E-Mail (sekretariat@ihf.bayern.de) beim IHF bestellt oder über die Homepage http://www.ihf.bayern.de als pdf-Datei herunter geladen werden.

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