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Martin Buber-Werkausgabe ist gerettet

07.05.2010 - (idw) Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Die Gesamtausgabe der Werke des österreichisch-jüdischen Religions- und Kulturphilosophen Martin Buber (1878 1965) kann fortgeführt werden. Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen teilen sich die Kosten für zwei Redakteursstellen jeweils zur Hälfte. Die Gesamtausgabe war bislang als DFG-Projekt an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt und auf 21 Bände geplant. Nach der Fertigstellung von sechs Bänden und dem Auslaufen der DFG-Finanzierung war die Zukunft der prestigeträchtigen Edition ungewiss.
Die Lösung kam schließlich aus der Universität Düsseldorf, deren langjähriger Rektor Prof. Dr. Drs. h.c. Gert Kaiser für seine Idee, die Edition der Werke des jüdischen Denkers an die Universität, die den Namen Heines trägt, in NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff rasch einen engagierten Mitstreiter fand: Das Land NRW wird die Hälfte der Kosten tragen, Rektor Prof. Dr. Dr. H.-Michael Piper sagte zu, dass die Düsseldorfer Universität anderen Anteil übernimmt.
Von den 21 vorgesehenen Bänden stehen noch 15 aus. Es ist geplant, die komplette Werkausgabe in fünf Jahren zu beenden. Die Gesamtkostensumme für diesen Zeitraum ist auf 750.000 Euro kalkuliert. Nach Ablauf des ersten Jahres soll zunächst der Fortgang der Arbeit evaluiert werden.
Die Arbeitsstelle Martin Buber-Werkausgabe ist an der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität angesiedelt. Der Düsseldorfer Germanist und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Bernd Witte wird künftig vor Ort und in direktem Kontakt mit den Redakteuren das bisherige Herausgebergremium Peter Schäfer aus Princeton und Paul Mendes-Flohr, Hebräische Universität Jerusalem bzw. University of Chicago ergänzen. Ebenfalls miteinbezogen ist Prof. Dr. Stefan Rohrbacher (Jüdische Studien, Heinrich-Heine-Universität). Die bisherige enge deutsch-israelische Kooperation bei der Martin Buber-Werkausgabe soll fortgeführt werden.
Rektor Prof. Piper: Wir sind froh, dass dieses bedeutende Editionsprojekt in unserer Universität eine neue Heimat gefunden hat. Der Dialog, den Martin Buber zwischen dem religiösen Judentum und der modernen, säkulären, namentlich der deutschen Kultur zu seinem Lebenswerk gemacht hatte, wird an unserer Universität durch diese Werkausgabe dokumentiert werden. Dass dies in einer Hochschule geschehen kann, die Heines Namen trägt, war die besonders schöne Idee der Initiatoren.

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