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Ergebnisse der Frühjahrssitzungen des Wissenschaftsrates in Potsdam (5.-7. Mai 2010)

10.05.2010 - (idw) Wissenschaftsrat

Die Wissenschaftliche Kommission des Wissenschaftsrates hat eine neue Spitze gewählt: Der Karlsruher Physiker Hilbert von Löhneysen, der bereits im Präsidium der Kommission vertreten war, tritt die Nachfolge der Lebenswissenschaftlerin Ulrike Beisiegel an. Sie gibt den Vorsitz aufgrund ihres neuen Amtes als Präsidentin der Universität Göttingen auf, wird aber der Wissenschaftlichen Kommission weiterhin als Mitglied angehören. Neue stellvertretende Vorsitzende der Kommission ist die an der Universität Erlangen/Nürnberg tätige Volkswirtin Regina T. Riphahn.

Zu den Ergebnissen der Sitzungen: Sehr positiv bewertet der Wissenschaftsrat die Entwicklung der drei geisteswissenschaftlichen Zentren an den Universitäten Frankfurt am Main, Gießen und Marburg. Ihre Gründung war im Jahr 2004 gemeinsam vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie den drei Universitätsleitungen beschlossen worden. Die Konzentration so genannter Kleiner Fächer, die sich gemeinsam auf eine Region beziehen und zuvor auf mehrere Hochschulen verteilt waren, in jeweils einem Zentrum hat sich als gutes Instrument erwiesen, um den Erhalt dieser Fächer sicherzustellen und ihre Weiterentwicklung zu fördern. Die Stellungnahme des Wissenschaftsrates beinhaltet neben Bewertungen der einzelnen Einrichtungen zudem übergreifende Empfehlungen zur Gründung und zum Aufbau vergleichbarer auf eine Region ausgerichteter Zentren.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen, das in Deutschland für die Prüfung und Zulassung von Impfstoffen, Sera und biomedizinischen Arzneimitteln zuständig ist, erbringt auf seinen Arbeitsgebieten beachtliche, zum Teil international konkurrenzfähige Leistungen. Es genießt großes Ansehen im In- und Ausland. Mit der engen Verknüpfung von Forschung und Dienstleistungen, die in vielen Abteilungen unmittelbar aufeinander aufbauen, ist das Paul-Ehrlich-Institut aus Sicht des Wissenschaftsrates eine vorbildliche Ressortforschungseinrichtung.

Gewürdigt hat der Wissenschaftsrat die positiven Elemente des auf seine Empfehlung hin erarbeiteten Strategie- und Investitionskonzepts für die Universitätsmedizin Mainz. Einzelne vorgeschlagene Maßnahmen und Initiativen des vorliegenden Konzepts greifen bereits erfolgreich die Kritikpunkte des Wissenschaftsrates vom Jahr 2008 auf. Explizit benannt werden die Punkte, die im Strategiekonzept noch nicht ausreichend Berücksichtigung gefunden haben.

Die Privatisierung des fusionierten Universitätsklinikums Gießen und Marburg hat zu erheblichen infrastrukturellen Investitionen des privaten Betreibers an beiden Standorten geführt, mit denen die baulichen Rahmenbedingungen für die Krankenversorgung und die patientenorientierte klinische Forschung auf ein wettbewerbsfähiges Niveau angehoben wurden. Auch durch zusätzliche Investitionen des Landes konnten die Bedingungen für Forschung und Lehre verbessert werden. Die Fachbereiche dagegen haben es bisher versäumt, eine die Kapazitäten beider Standorte bündelnde gemeinsame Strategie für Forschung und Lehre zu entwickeln.

Auf seinen Frühjahrssitzungen hat der Wissenschaftsrat sechs Akkreditierungsverfahren beraten. In allen Fällen gelangte er zu einer positiven Akkreditierungsentscheidung. Zu den Ergebnissen im Einzelnen:

Der Alanus Hochschule, Alfter, ist es seit ihrer Anerkennung als staatliche Kunsthochschule im Jahr 2002 gelungen, neben den bereits bestehenden Bereichen Kunst und Architektur erfolgreich die Fachbereiche Bildungswissenschaften, Kunsttherapie und Wirtschaftswissenschaften aufzubauen. Die 2004 gegründete accadis Hochschule Bad Homburg hat sich mit ihren betriebswirtschaftlichen Bachelorstudiengängen sehr gut in der Rhein-Main-Region etabliert. Die Evangelische Fachhochschule Darmstadt hat sich im Verlauf ihres fast vierzigjährigen Bestehens zu einer weithin anerkannten Lehr- und Forschungseinrichtung im sozialen und pflegewissenschaftlichen Bereich entwickelt. Das geplante Lehrangebot entspricht dem ambitionierten Leitbild und hat ein gutes Niveau. Die geplante Hochschule Weserbergland in Hameln hat umfangreiche Maßnahmen vorgesehen, mit denen die in Ansätzen bereits vorhandene Forschungskompetenz zügig auf ein hochschuladäquates Niveau gehoben werden kann. Ihrem Leitbild entsprechend gelingt es der 2003 gegründeten und auf drei Standorte (Berlin, Düsseldorf und München) verteilten MEDIADESIGN Hochschule für Design und Informatik, Berlin (MD.H), den Nachwuchs für verschiedene Medienbereiche auszubilden. Der 2003 gegründeten Provadis School of International Management and Technology, Frankfurt, ist es innerhalb weniger Jahre gelungen, sich stabil im regionalen Bildungsmarkt zu positionieren.

Grundlegend überarbeitet hat der Wissenschaftsrat seinen Leitfaden der Institutionellen Akkreditierung. Die bisherigen Prüfbereiche dieses Verfahrens zur Qualitätssicherung im nichtstaatlichen Hochschulbereich wurden weitgehend übernommen. Die Kriterien der Akkreditierung und der zugehörige Fragenkatalog wurden insgesamt präzisiert und tragen neuen Entwicklungen im Hochschulbereich Rechnung. So ist unter anderem ausgeführt, unter welchen Voraussetzungen eine Akkreditierung als Universität oder gleichgestellte Hochschule erfolgen kann, welche die Grundlage für die Verleihung des Promotionsrechts bildet.

Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/2010/
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