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Wissenschaftsrat: Sechs Entscheidungen im Verfahren der institutionellen Akkreditierung

10.05.2010 - (idw) Wissenschaftsrat

Auf seinen Frühjahrssitzungen hat der Wissenschaftsrat sechs Akkreditierungsverfahren beraten. In allen Fällen gelangte er zu einer positiven Akkreditierungsentscheidung.
Zu den Ergebnissen im Einzelnen: Der Alanus Hochschule, Alfter, ist es seit ihrer Anerkennung als staatliche Kunsthochschule im Jahr 2002 gelungen, neben den bereits bestehenden Bereichen Kunst und Architektur erfolgreich die Fachbereiche Bildungswissenschaften, Kunsttherapie und Wirtschaftswissenschaften aufzubauen. Die zugehörigen Bachelor-Programme, auch vereinzelt erste Master-Programme, konnten ebenfalls entwickelt werden. Gelungen ist der Hochschule zudem die Einbettung in die regionale, in Ansätzen auch in die überregionale, Kulturszene. Insgesamt ist das Profil der Hochschule bereits gut sichtbar. Das trifft vor allem auf Lehre und Studium sowie künstlerische Projekte zu, zum Teil aber auch auf die Forschungsleistungen der wissenschaftlichen Fachbereiche, insbesondere die des Fachbereichs Bildungswissenschaften.

Der Wissenschaftsrat befürwortet daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt allein für den Fachbereich Bildungswissenschaften die Vergabe eines Promotionsrechts unter Beteiligung von Universitäten. Das setzt voraus, dass das Land in Nebenbestimmungen zur Vergabe des Promotionsrechts verbindlich regelt, dass dieses Promotionsrecht unter Beteiligung von Universitäten auf den Fachbereich Bildungswissenschaften beschränkt und auf fünf Jahre befristet erteilt wird. In weiteren Nebenbestimmungen muss die Mitwirkung der beteiligten Universitäten am Promotionsverfahren konkretisiert werden. Damit hat die Hochschule die Möglichkeit, binnen fünf Jahren unter Beweis zu stellen, dass sie das Promotionsrecht unter Beteiligung von Universitäten nach dem Kunsthochschulgesetz NRW verantwortlich ausübt, so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach zehn Jahren für notwendig.

Die 2004 gegründete accadis Hochschule Bad Homburg hat sich mit ihren betriebswirtschaftlichen Bachelorstudiengängen sehr gut in der Rhein-Main-Region etabliert. Ihre internationale Ausrichtung im Rahmen der Kooperation mit ausländischen Partnerhochschulen überzeugt. Hervorzuheben sind auch der ausgezeichnete Praxisbezug in den dualen Studiengängen und das gut funktionierende Netzwerk mit den kooperierenden Unternehmen in der Region. Kritisch angemerkt werden insbesondere im Hinblick auf die Masterstudiengänge die derzeitige Forschungsentwicklung an der Hochschule und die unzureichende Bibliotheksausstattung.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

Die Evangelische Fachhochschule Darmstadt hat sich im Verlauf ihres fast vierzigjährigen Bestehens zu einer weithin anerkannten Lehr- und Forschungseinrichtung im sozialen und pflegewissenschaftlichen Bereich entwickelt. Ihr christlich geprägtes Leitbild ist umfassend in den praxisorientierten Studiengängen umgesetzt. Besonders gewürdigt wurden auch die vielfältigen Kooperationsbeziehungen mit Praxispartnern und ausländischen Hochschulen. Die umfangreichen Leistungen im Bereich der anwendungsbezogenen Forschung vermögen zu überzeugen.

Der Wissenschaftsrat spricht eine institutionelle Akkreditierung für zehn Jahre aus.

Die geplante Hochschule Weserbergland in Hameln soll aus der seit 1989 bestehenden Berufsakademie Weserbergland hervorgehen und zum Wintersemester 2010/11 ihren Studienbetrieb aufnehmen. Sie möchte duale und berufsbegleitende Studiengänge in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen anbieten. Das geplante Lehrangebot entspricht dem ambitionierten Leitbild. Die Hochschule in Gründung hat umfangreiche Maßnahmen vorgesehen, mit denen die in Ansätzen bereits vorhandene Forschungskompetenz zügig auf ein hochschuladäquates Niveau gehoben werden kann. Bemängelt wurde der zu große Einfluss des Trägervereins in zentralen Organen der Hochschule.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

Die 2003 gegründete und auf drei Standorte (Berlin, Düsseldorf und München) verteilte MEDIADESIGN Hochschule für Design und Informatik, Berlin (MD.H) möchte den aktuellen Anforderungen und den künftigen Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Design sowie Informatik, Technik und Medien gerecht werden. Sie hat große Anstrengungen unternommen, um ein attraktives und schon in der Aufbauphase relativ breites Studienangebot auf- und auszubauen. Es umfasst mittlerweile sieben Studiengänge. Ihrem Leitbild entsprechend gelingt es der Fachhochschule mit diesem Angebot, den Nachwuchs für verschiedene Medienbereiche auszubilden. Dabei profitieren die Studierenden in besonderer Weise von der Nähe der Lehrenden zur Medienbranche. Der mittelfristig geplante Ausbau von Forschungsprojekten und künstlerischen Entwicklungsvorhaben verspricht eine weitere Qualitätssteigerung der Ausbildung.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

Der 2003 gegründeten Provadis School of International Management and Technology, Frankfurt ist es innerhalb weniger Jahre gelungen, sich stabil im regionalen Bildungsmarkt zu positionieren. Mit ihren vorwiegend industrieorientierten und auf Berufstätige ausgerichteten Studiengängen in den Fachbereichen Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Chemieingenieurwesen besetzt sie eine Nische in der Hochschullandschaft der Rhein-Main-Region. Anerkennenswert sind auch die gute Organisation und die hohe Praxisrelevanz des Studiums. Die Hochschule betreibt zudem anwendungsbezogene Forschung, die sie künftig weiter ausbauen möchte. Moniert wurden die unzureichende bibliothekarische Ausstattung sowie die zu enge Verbindung von Hochschulleitung und Trägergesellschaft.


Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/2010/
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