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Mit dem Rad von Köln ans Mittelmeer: Zehn Prostatakrebspatienten wagen eine Radtour über 1.300 km

10.05.2010 - (idw) Deutsche Sporthochschule Köln

Start: 17. Mai 2010 Domplatte in Köln 10:00 Uhr - Ziel: voraussichtlich am 13. Juni 2010 Ankunft in Marseille am Vieux Port (Alter Hafen)

Ihr Vorhaben ist mutig und außergewöhnlich: 10 Männer nach Prostatakrebs möchten innerhalb von vier Wochen mit dem Rad von Köln ans Mittelmeer fahren. Das bedeutet 1.300 km gegen das Tabuthema Prostatakrebs, der häufigsten Krebserkrankung des Mannes. Mit diesem Aufsehen erregenden Projekt des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) und der Deutschen Sporthochschule Köln wird ein Zeichen gegen die häufig auftretende Sprach- und Tatenlosigkeit nach der Diagnose Prostatakrebs gesetzt. Wir wollen beweisen, dass man selbst nach einer Krebserkrankung Außergewöhnliches vollbringen kann und dass die gewonnenen Erfahrungen enorm wichtig für die individuelle Problembewältigung sind, so die wissenschaftlichen Leiter Dr. Freerk Baumann, Professor Wilhelm Bloch und Professor Klaus Schüle (Deutsche Sporthochschule Köln). Begleitet wird die Gruppe von drei Studentinnen, die ihre Diplomarbeit über die körperliche und psychische Verfassung der Männer während der Reise schreiben.

Bereits im Jahre 2008 wanderte Baumann mit zwölf Brustkrebspatientinnen über den Jakobsweg und überquerte mit sieben Prostatakrebspatienten die Alpen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Projektes Über den Berg - Krebspatienten wandern in ihr neues Leben sind erstaunlich aktuell sind sie in seinem Buch Die Macht der Bewegung nachzulesen. Nicht nur die Lebensqualität konnte nachhaltig verbessert werden, es konnte auch eine Senkung der freien Radikale, die für eine Krebserkrankung mitverantwortlich sein können, festgestellt werden. Diese Projekte sind 2009 mit dem Helmut-Wölte-Preis für Psychoonkologie ausgezeichnet worden.

Vielen Betroffenen fällt es schwer nach einer Krebserkrankung wieder Zutrauen zur eigenen Leistungsfähigkeit zu gewinnen. In der Folge ziehen sich nicht wenige Betroffene zurück und nehmen nicht mehr so aktiv wie zuvor am Leben teil. Durch individuelle Herausforderungen kürzere Bewegungsintervalle oder lange Radtouren können sie das Vertrauen in ihre körperliche Belastbarkeit wiedererlangen. Damit verbunden ist auch eine größere Erlebnisfreude und eine Stabilisierung der Psyche, hebt Günter Feick, der Vorsitzende des BPS, hervor.
Dem BPS sind bundesweit mehr als 220 Selbsthilfegruppen angeschlossen. Dort und bei der Prostatakrebs Beratungshotline des BPS Patienten helfen Patienten (dienstags bis donnerstags von 15:00 18:00 Uhr, Tel.: 0800 7080123) können sich Betroffene und Angehörige informieren und beraten lassen.

Gerade Männer gehen mit ihrer Erkrankung eher defensiver um als Frauen. Leider wird unter Männern solch ein Thema immer noch oft tabuisiert, wodurch die Krankheitsbewältigung durch den fehlenden Erfahrungsaustausch eingeschränkt wird. Wir hoffen daher, dass sich die Betroffenen untereinander mit Hilfe der entstehenden Gruppendynamik vermehrt über ihre Erfahrungen austauschen, erläutert Baumann.

Unterstützt wird das Projekt von Globetrotter und Toyota.

KONTAKT:
Marlene Kühlechner, Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. (BPS)
Tel. 05108 926646 - marlene.kuehlechner@prostatakrebs-bps.de
Dr. Freerk Baumann, Deutsche Sporthochschule Köln
Tel. 0221 4982-4821 - f.baumann@dshs-koeln.de

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