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Offener Dialog über Afghanistan: RUB-Institut veranstaltet Forum für Wissenschaftler und Praktiker

10.05.2010 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Einen offenen und ungeschönten Dialog über die Lage in Afghanistan hat das Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik der RUB (IEE) angestoßen. Gemeinsam mit dem Liechtenstein Institute on Self-Determination (LISD) der US-amerikanischen Eliteuniversität Princeton lud das IEE Wissenschaftler und Praktiker Anfang Mai an die Ruhr-Universität ein, um sich offen und kritisch über Befriedung, Wiederaufbau und Entwicklung Afghanistans auszutauschen. Bochum, 10.5.2010
Nr. 138

Offener Dialog über Afghanistan
Status quo und Entwicklungsperspektiven
RUB-Institut veranstaltet Forum für Wissenschaftler und Praktiker

Einen offenen und ungeschönten Dialog über die Lage in Afghanistan hat das Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik der RUB (IEE) angestoßen. Gemeinsam mit dem Liechtenstein Institute on Self-Determination (LISD) der US-amerikanischen Eliteuniversität Princeton lud das IEE Wissenschaftler und Praktiker Anfang Mai an die Ruhr-Universität ein, um sich offen und kritisch über Befriedung, Wiederaufbau und Entwicklung Afghanistans auszutauschen. Das Dialogforum wurde von der Botschaft des Fürstentums Liechtenstein in Berlin unterstützt. Ein zentrales Ergebnis des Afghanistan-Dialogs ist: Auf absehbare Zeit seien keine Erfolge in der Bekämpfung der Drogenwirtschaft zu erwarten, solange es keine hinreichend einkommensschaffenden Alternativen im Land am Hindukusch gebe, so Prof. Wilhelm Löwenstein, Leiter des Bochumer IEE.

Analysen und Diskussionen

In Status-quo-Analysen erörterte zum Beispiel Prof. Wolfgang Danspeckgruber, Direktor des LISD, die Rolle der Anrainerstaaten Afghanistans bei der Stabilisierung und Destabilisierung des Landes. Thomas Ruttig, Co-Direktor des Afghanistan Analysts Network, diskutierte die Notwendigkeit, in die Planung von Aufbaumaßnahmen sowohl die moderne als auch die traditionelle Zivilgesellschaft des Landes mit einzubeziehen. Die Diskussion tragfähiger Handlungsoptionen zur politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung Afghanistans wurde durch Beiträge des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Welthungerhilfe (DWHH) ergänzt. Während Thomas Piesch vom BMZ das von der Bundesregierung propagierte Konzept der Vernetzten Sicherheit erläuterte, schilderte Timo Christians (DWHH) auf anschauliche Weise die praktischen Herausforderungen, denen ausländische Hilfsorganisationen bei ihrer Arbeit in Afghanistan begegnen.

Forum mit 40 Teilnehmern

Begrüßt wurden die 40 Teilnehmer des Dialogforums vom Rektor der RUB, Prof. Elmar Weiler, und dem Botschafter des Fürstentums Liechtenstein in Deutschland, S.D. Prinz Stefan von und zu Liechtenstein. Neben Wissenschaftlern der RUB, der Universität Princeton und weiterer deutscher Universitäten nahmen Vertreter staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen aus Deutschland und Liechtenstein teil, die sich in ihrer praktischen Arbeit intensiv mit Afghanistan auseinandersetzen. Die afghanische Perspektive vertraten 17 Hochschuldozenten, die derzeit an der RUB eine wirtschaftswissenschaftliche Fortbildung absolvieren.

Anknüpfungspunkt Türme des Wissens

Die Ruhr-Universität Bochum ist der wichtigste Partner des von Taliban-Regime und Krieg zerstörten Landes, um die Hochschulausbildung in Wirtschaftswissenschaften wieder auf- und auszubauen. Auch der liechtensteinischen Regierung ist der Wiederaufbau Afghanistans ein besonderes Anliegen. Afghanistan ist daher ein Schwerpunktland der liechtensteinischen Entwicklungszusammenarbeit. So unterstützte der Liechtensteinische Entwicklungsdienst die pädagogische Fotoausstellung Türme des Wissens zur Geschichte und nationalen Identität Afghanistans, die derzeit in afghanischen Schulen und Universitäten zirkuliert. Die Ausstellung bot den Anknüpfungspunkt für die Kooperation der RUB mit dem Fürstentum Liechtenstein, um das erste Dialogforum Afghanistan zu veranstalten: Erstmalig in Deutschland werden die Türme des Wissens seit Februar auch in der Universitätsbibliothek der RUB gezeigt. Das Auswärtige Amt hat bereits Interesse signalisiert, die Afghanistan-Ausstellung demnächst auch in ihren Räumlichkeiten zu zeigen. So könnten die Bochumer Türme schon bald ihre Reise nach Berlin antreten.


Weitere Informationen

Dr. Martina Shakya, Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik, Tel. 0234/32-25147, E-Mail: martina.shakya@rub.de

Internet: http://www.development-research.org/

Redaktion: Jens Wylkop

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