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Die Studienreform zur Erfolgsgeschichte machen - Abschlussgrad Diplom-Ingenieur ist Bologna-kompatibel!

16.05.2010 - (idw) TU9 German Institutes of Technology

Pressemitteilung zur Nationalen Bologna-Konferenz am 17.05.2010 ++ Technische Universitäten in ARGE TU/TH und TU9 beschließen gemeinsam Verbesserungsvorschläge zum Bologna-Prozess ++ Abschlussgrad "Diplom-Ingenieur" ist Bologna-kompatibel Der Bologna-Prozess in Deutschland ist auf der Zielgeraden: Nun gilt es, den letzten Feinschliff anzulegen. Die deutschen technisch orientierten Universitäten haben die Vorgaben der Bologna-Erklärungen weitestgehend umgesetzt. Damit die Umstellung zu einer echten Erfolgsgeschichte wird, haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Technischer Universitäten und Hochschulen (ARGE TU/TH) sowie der TU9 am 10.05.2010 gemeinsam Verbesserungsvorschläge verabschiedet.

ARGE TU/TH-Sprecher Prof. Dr. Horst Hippler (Präsident KIT):

Die Technischen Universitäten in der ARGE TU/TH stellen sich hinter die Forderungen der TU9 nach dem Schutz des akademischen Abschlussgrades Dipl.-Ing.. Tradition und Fortschritt vereinen, das ist die Herausforderung vor der wir stehen: In den Ingenieurwissenschaften können wir an eine erfolgreiche Ausbildung anknüpfen und Bologna zum Anlass nehmen, sie an die globalen Herausforderungen der Wissensgesellschaft anzupassen.

TU9-Präsident Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg (Rektor RWTH Aachen):

Unsere Botschaft ist eindeutig: Wir sind für die Bologna-Reform und für den Diplom-Ingenieur. Dies ist kein Gegensatz. Und unser Kreis an Unterstützern wächst beständig. Nun werben wir bei den zuständigen Politikerinnen und Politikern dafür, den akademischen Abschlussgrad Diplom-Ingenieur beim erfolgreichen Abschluss eines Master-Studiums in den Ingenieurwissenschaften weiterhin verleihen zu können.

++ Pressekontakt ++

Venio Piero Quinque, LL.M./LL.B., M.A.
Geschäftsführer
TU9 German Institutes of Technology e.V.
Siemensdamm 50
D-13629 Berlin
Germany

Telefon: +49/(0)30/386-39003
Telefax: +49/(0)30/386-39016
E-mail: presse@tu9.de

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Hintergrundinformationen zur Debatte um den Abschlussgrad Diplom-Ingenieur

++ Österreich verleiht weiterhin Dipl.-Ing. ++

Andere Bologna-Mitgliedsstaaten zeigen, dass der akademische Abschlussgrad Dipl.-Ing. Bologna-kompatibel ist: So regelt etwa das in diesem Punkt vorbildliche Österreichische Bundesgesetz über die Organisation der Universitäten und ihre Studien (Universitätsgesetz 2002 - UG) in § 51, Absatz 2 Nr. 11:

Mastergrade sind die akademischen Grade, die nach dem Abschluss der Masterstudien verliehen werden. Sie lauten Master mit einem im Curriculum festzulegenden Zusatz, wobei auch eine Abkürzung festzulegen ist, oder Diplom-Ingenieurin/Diplom-Ingenieur, abgekürzt Dipl.-Ing. ().

Die Forderung der deutschen Technischen Universitäten findet breiten Zuspruch bei Ingenieurverbänden, den Fakultäten, unter Studierenden und den politischen Akteuren:

++ 16 Landesingenieurkammern und Bundesingenieurkammer für den Dipl.-Ing. ++

Die 16 Landesingenieurkammern, die in der Bundesingenieurkammer zusammengeschlossen sind, haben sich am 30.10.2009 in Saarbrücken in einer Resolution für den "Diplom-Ingenieur" als Studienabschluss ausgesprochen und gefordert, in Deutschland ebenso wie in Österreich und Frankreich an dem bewährten und allgemein anerkannten Diplomtitel festzuhalten.

++ Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und Informatik (4ING) pro Diplom-Ingenieur ++

Die Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten (4ING) haben festgestellt, dass die Abschaffung dieser anerkannten Marke deutscher Ingenieurausbildung Teile der Studentenschaft, der heimischen Wirtschaft und der Wissenschaftler im In- und Ausland irritiert. 4ING verlangt, dass für eine universitäre konsekutive Bachelor-Master-Ausbildung, neben den akademischen Graden Bachelor of Science und Master of Science, der akademische Grad Diplom-Ingenieur verliehen werden kann.

++ VDI: Abschlussurkunden sollen auch Dipl.-Ing. enthalten ++

Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) will die Abschlüsse Bachelor und Master im internationalen Vergleich durch das Renommee des Diplom-Ingenieurs aufwerten und spricht sich für eine Ergänzung im Zeugnis aus. Eine entsprechende Forderung an die Kultusministerkonferenz hat das Präsidium des VDI kürzlich beschlossen. Der VDI unterstreicht, dass die Gestaltung der Abschlussurkunden den Hochschulen überlassen bleiben muss. Der VDI empfiehlt, dass die Abschlussurkunden sowohl die Titel Bachelor bzw. Master als auch den Titel Dipl.-Ing. enthalten und dabei eine bundeseinheitliche Lösung gefunden werden. Nur so könne bei den Studierenden und der Wirtschaft Klarheit geschaffen werden.

++ CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag: "Dipl.-Ing." ist ein international anerkanntes Gütesiegel ++

Anlässlich der durch die großen technischen Universitäten angestoßenen Debatte um die Beibehaltung des Titels "Dipl.-Ing.", haben die bildungs- und forschungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erklärt:

"(...) Drittens müssen anerkannte deutsche Hochschulabschlüsse durch Titelzusätze erhalten bleiben können. Dies gilt für das weltweit anerkannte Gütesiegel 'Dipl.-Ing.'. Auch bei der Vergabe von Titeln sollten die spezifischen Ausbildungswege junger Menschen (als Titelzusätze) sichtbar werden, um damit die Qualitäten der differenzierten deutschen Hochschulausbildung nach außen deutlich zu machen."

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Beschluss der technisch orientierten Universitäten in ARGE TU/TH und TU9 vom 10.05.2010

Qualifizierte Bildung ist das Kapital der Zukunft: Vorschläge zur Verbesserung des zweistufigen Studiensystems

++ Präambel ++

Der Bologna-Prozess beinhaltet für die deutschen Universitäten eine Umstellung des Hochschulsystems von historischer Dimension. Die in ARGE TU/TH und TU9 vereinten technisch orientierten Universitäten haben diesen Prozess stets als Chance betrachtet, im Rahmen der Weiterentwicklung des europäischen Hochschulraums die Qualität ihrer Studienangebote zu verbessern. Sie haben ein großes Interesse daran, den Bologna-Prozess mitzugestalten, zu flexibilisieren und fortzuentwickeln. ARGE TU/TH und dem TU9-Verbund ist es ein fundamentales Anliegen, die Qualität der Ausbildung insbesondere in den Ingenieur- und Naturwissenschaften sicherzustellen und gezielt weiterzuentwickeln, die Wettbewerbsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu stärken und die Studiendauer zu verkürzen. Die Universitäten in ARGE TU/TH und TU9 haben inzwischen nahezu alle Studiengänge auf das zweistufige Studiensystem umgestellt. Dies erfolgte im laufenden Betrieb, ohne zusätzliche Mittel.

Zehn Jahre nach dem Beginn des Bologna-Prozesses werden einige Fehlentwicklungen bei der Umsetzung deutlich, deren negative Auswirkungen nicht zuletzt zu den Studierendenprotesten der jüngsten Zeit geführt haben. Dass die Hochschulen schon seit Jahrzehnten in Deutschland unterfinanziert sind, wurde durch den Bologna-Prozess noch offenkundiger. Dies muss unbedingt verbessert werden, um insbesondere die Qualität in der Lehre zu erhalten und weiter auszubauen.

An alle politischen Akteure geht daher der Appell, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und gemeinsam mit den Universitäten die Mängel im System zügig zu beseitigen. Den zahlreichen Absichtserklärungen der letzten Monate müssen nun Taten folgen. Die Autonomie der Hochschulen muss dabei gewahrt bleiben.

Im Folgenden sind Punkte und Forderungen für die Reform der Reform zusammengefasst, die von den Präsidenten und Rektoren in ARGE TU/TH und TU9 gemeinsam getragen werden.


++ Vorschläge zur Verbesserung des zweistufigen Studiensystems von den technisch orientierten Universitäten in ARGE TU/TH und TU9

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