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Familienfreundlichkeit stärkt Hochschulstandorte Untersuchung zeigt weitere Potenziale auf

18.05.2010 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Der demografische Wandel zwingt deutsche Hochschulen dazu, neben der Qualität von Forschung und Lehre auch den Stellenwert ihrer Familienorientierung in den Blick zu nehmen. Mit der aktuellen Studie Familie im Profil liegt erstmals eine umfassende Analyse vor, die aufzeigt, wie familienorientiert die Hochschulen tatsächlich sind. Markus Langer, Projektleiter bei CHE Consult, zu den Ergebnissen der Untersuchung: Es hat sich in den letzten Jahren bereits einiges bewegt, das Thema Familienfreundlichkeit ist zu Recht nach vorne gerückt. Zugleich zeigen die Ergebnisse deutlich: Ein Großteil der Hochschulen hat hinsichtlich der Familienorientierung noch reichlich Luft nach oben.
Die Studie erhebt anhand von 50 Indikatoren die Familienorientierung für 34 ausgewählte Hochschulen und vergleicht diese nach regionalen Aspekten. Hierbei zeigt sich, dass jede dritte Hochschule nur ein Viertel ihrer familienfreundlichen Handlungsmöglichkeiten verwirklicht. Auch bei den familienorientierten Hochschulen sieht CHE Consult noch weiteren Spielraum, den Beschäftigten und Studierenden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Studium zu erleichtern.

Die Ergebnisse der Studie Familie im Profil belegen, dass die Familienorientierung ost- und westdeutscher Hochschulen im Mittel gleich ist. Es fällt auf, dass sich größere Hochschulen etwas leichter tun, Angebote für Familien zu unterbreiten und dieses Spektrum auch im Profil deutlich zu machen. Ein weiteres Ergebnis ist ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle in der Familienorientierung; im Mittel ist die Familienfreundlichkeit bei norddeutschen Hochschulen ausgeprägter. Alle getesteten ostdeutschen Hochschulen wiederum verfügen demnach über eine gute Basis familienfördernder Maßnahmen. Einige kleinere ostdeutsche Hochschulen versuchen vorbildlich, ihre fehlende Größe mit einer verstärkten Familienorientierung zu kompensieren. In Ostdeutschland besteht aufgrund der guten kommunalen Kinderbetreuungssituation vor allem noch Bedarf an ergänzenden hochschulseitigen Angeboten, etwa Notfallbetreuungen.

Markus Langer: Hohe Studienabbruchquoten unter Studierenden mit Kind, steigender Fachkräftemangel, hohe Kinderlosigkeit unter Akademikerinnen in Westdeutschland und abwandernde junge Studentinnen aus Ostdeutschland zeigen, dass gehandelt werden muss. Familienförderung muss noch wesentlich relevanter und präsenter werden. Eine positive Profilierung von Hochschulen im Bereich Familienförderung wirkt dabei doppelt: Ist die Profilierung faktisch untermauert und wird der Vorsprung vor konkurrierenden Hochschulen kontinuierlich gehalten, ist Familienförderung auch ein wirksamer Standortfaktor.

Hintergrund: In der Studie Familie im Profil wurde die Familienorientierung von 34 staatlichen west- und ostdeutschen Hochschulen mittels eines Indikatorsets aus 50 Indikatoren gemessen. CHE Consult verglich sowohl den Stellenwert, der der Familienförderung von deutschen Hochschulen beigemessen wird, als auch das Ausmaß familienfördernder Maßnahmen (wie z.B. hochschulseitige Kinderbetreuung, kinderfreundliche Infrastruktur, familienfreundliche Arbeits- und Studienorganisation, finanzielle Unterstützung für (werdende) Eltern sowie Beratungsangebote). Als Datengrundlage dienten Interviews mit den an den Hochschulen für Familienfragen Zuständigen sowie die Internetseiten der Hochschulen.
Die Studie entstand im Kontext des Projekts Familie in der Hochschule und wurde durch Mittel des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Länder gefördert. Das Programm Familie in der Hochschule" wurde gemeinsam von der Robert Bosch Stiftung, dem Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Länder sowie dem Centrum für Hochschulentwicklung ins Leben gerufen.


Kontakt: Markus Langer
CHE Consult
Telefon: (05241) 21179-31
Fax: (05241) 21179-631
E-Mail: Markus.Langer@che-consult.de
Weitere Informationen: http://www.che.de/downloads/CHE_AP_133_Familie_im_Profil.pdf - Die gesamte Studie
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