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Mädchen konstruieren Autoteile

04.07.2003 - (idw) Fachhochschule Brandenburg

3. Sommer-Universität für Schülerinnen in Naturwissenschaft und Technik


Kerstin Groch aus Potsdam vor dem Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum der Fachhochschule Brandenburg Pressemitteilung 43/2003

Computerprogramme schreiben oder Autoteile konstruieren - das wird nach wie vor als Männersache angesehen. Doch es gibt sie, die Mädchen, die sich genau dafür interessieren. Und der Zulauf zu den Sommeruniversitäten, die das Projekt JUWEL ("Jung, weiblich, Lust auf Technik") mit der Fachhochschule Brandenburg sowie mit Universität und Fachhochschule Potsdam organisiert, gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Technik in Zukunft mehr durch Frauen geprägt werden könnte.

In der kommenden Woche findet die 3. Sommer-Universität für Schülerinnen in Naturwissenschaft und Technik statt. Am Mittwoch, 9. Juli, wird an der FH Brandenburg in den drei Fachbereichen Technik, Wirtschaft (nur Wirtschaftsinformatik) sowie Informatik und Medien ein umfangreiches Programm geboten, damit Schülerinnen sich ein Bild vom technikorientierten Studium machen können. Nach der Begrüßung um 9.30 Uhr werden die drei Fachbereiche von den Dekanen vorgestellt. Danach geht es um Studienablauf und Berufsperspektiven, bevor die Teilnehmerinnen sich in Workshops näher mit einzelnen Themen beschäftigen können.

Die Anmeldefristen sind zwar schon vorüber, aber Kurzentschlossene können noch teilnehmen. Dazu sollten sie sich anmelden bei der Projektleiterin Franka Bierwagen (Telefon: 0331/977-1747, E-Mail: bierwage@rz.uni-potsdam.de) oder am Mittwochmorgen, 9. Juli, zwischen 9.00 und 9.30 Uhr vor dem Hörsaal 101 im Ingenieurwissenschaftlichen Zentrum I (IWZ I). Die Anmeldegebühr beträgt 5 Euro inklusive Mittagessen und Getränken.

Einen Tag zuvor, am Dienstag, 8. Juli, besteht noch die Möglichkeit, bei einer Exkursion zur ZF Getriebe GmbH in Brandenburg an der Havel dabei zu sein. Treffpunkt ist um 9.15 Uhr der Eingang Caasmannstraße.

Hinweis: Die Sommeruniversität für Schülerinnen zeigt an der FH Brandenburg erste Erfolge. Ein Beispiel dafür gibt der unten stehende Artikel.

Das faszinierende Tüfteln am Computerprogramm

Die Potsdamerin Kerstin Groch ist über die Sommeruniversität
zum Studiengang Wirtschaftsinformatik gekommen


So viele Mädchen, die sich für Technik interessieren, hatte Kerstin Groch noch nicht kennen gelernt. In der Schule war die junge Potsdamerin im Informatikkurs immer das einzige Mädchen gewesen. Bei der Sommeruniversität 2002 traf sie zum ersten Mal viele Gleichgesinnte und war froh, sich mit ihnen austauschen zu können. Hier wird sie ab dem kommenden Wintersemester ein Studium der Wirtschaftsinformatik beginnen.

Eigentlich wollte Kerstin Groch schon bei der ersten Sommeruniversität im Jahr 2001 dabei sein; sie hatte davon aus der Zeitung erfahren. Damals waren alle Plätze belegt, aber für das nächste Jahr meldete sie sich dann frühzeitig an. Ihr erster Eindruck von der FH Brandenburg: "Sie hat mir sehr gut gefallen, das Hauptgebäude ist wunderschön. Der Campus ist ruhig gelegen und die Straßenbahn hält auch vor der Tür."
Zwar gibt es in Potsdam viele Studienmöglichkeiten, doch Wirtschaftsinformatik kann man an der FH Potsdam nicht studieren. An eine Uni wollte sie nicht: "Zu theoretisch!" Eine Fachhochschule sei besser für den Beruf, weil mehr an der Praxis orientiert. Sie möchte nicht nur Wissen anhäufen, sondern es vor allem auch anwenden.
Angefangen hat alles in der 9. Klasse: Da wurden im Unterricht erstmals Programmiersprachen behandelt. Kerstin Groch fand das "total interessant", und hat sogar zu Hause kleine Programme geschrieben. Dass sie von Ihren Mitschülern schief angesehen wurde, störte sie nicht. Sie beschäftigte sich in Arbeitsgemeinschaften und Kursen weiterhin mit der Informatik.
"Wenn ich eine Aufgabe bekomme, dann setze ich mich hin und versuche, sie zu lösen. Solche Probleme verfolgen mich so lange, bis ich eine Lösung oder zumindest eine Idee dafür habe", beschreibt sie ihre Faszination für die Informatik. Dieses Tüfteln und Knobeln, dazu das Stöbern im Internet, machte ihr so viel Spaß, dass sie das auch beruflich machen wollte. "Irgendwas mit Informatik", so genau wusste sie es anfangs noch nicht. Ihre Mutter brachte sie dann auf Wirtschaftsinformatik, weil sie als Sachbearbeiterin mit Business-Software zu tun hat. Was genau sie selbst einmal beruflich machen will, weiß Kerstin Groch noch nicht: "Ich werde sicherlich während des Studiums feststellen, was mir am besten gefällt."

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