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Tropennacht in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

04.07.2003 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Tropennacht am 12. Juli bietet von 21 bis 3 Uhr ein Erlebnis für die Sinne: Illuminierte Gewächshäuser mit nächtlichen Urwaldgeräuschen entführen in den Regenwald.

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung "Tropische Nutzpflanzen" lädt der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Samstag, den 12. Juli, erstmals zu einer "Tropennacht" ein. Ab 21.00 Uhr können die Besucher in dieser Nacht die Gewächshäuser in atmosphärischer Beleuchtung und mit nächtlichen Urwaldgeräuschen erleben. Dazu erhalten sie in den einzelnen Gewächshäusern kurze Erläuterungen zu den jeweiligen Nutzpflanzen.

Exotik pur: Die Besucher erwartet in dieser Nacht ein fester Rundgang, der zunächst in das üppige, feucht-warme Tropenhaus führen wird. Dort sind nicht nur Pflanzen wie der Kakaobaum zu sehen, sondern auch merkwürdige Klänge zu hören. Denn in diesem Gewächshaus leben die nachtaktiven, karibischen Pfeiffrösche der Gattung Eleutherodactylus. Die unscheinbaren, nur etwa 2 cm großen Tiere lassen ab Einbruch der Dämmerung ein Balzkonzert ertönen, wie man es sonst nur von Singvögeln kennt. Nach dem Tropenhaus führt der Rundweg zu den Pflanzen der heißen Wüstenregionen, unter denen Jojoba und Aloe vera als Kosmetik- und Wellnesspflanzen von zunehmender Bedeutung sind. Nächste Station ist das Gewächshaus 13, in dem riesige Farne von der Decke hängen und Schlingpflanzen mit bizarren, stinkenden Blüten, aber auch prachtvolle Orchideen auf die nächtlichen Besucher warten. Hier verstärken Nachtgeräusche aus dem Regenwald des Amazonasgebietes die ungewöhnliche Atmosphäre und mit einem tropischen Regenschauer wird man gelegentlich auch rechnen müssen. In kleineren, seitlich abzweigenden Gewächshäusern sind die urtümlichen Palmfarne, Bromelien und tropische Aronstabgewächse zu besichtigen. Zum Abschluss führt der Rundgang in das große Nutzpflanzen-Gewächshaus, in dem die meisten Ausstellungspflanzen zu sehen sind und auch Produkte tropischer Pflanzen ausgestellt sind, die wir im Alltag verwenden.

Damit die Tropennacht zu einem vollwertigen sinnlichen Erlebnis wird, bietet der Freundeskreis des Botanischen Gartens ein kleines Sortiment an Getränken und frittierten Maniok zur Stärkung an. Auf ein weiteres Rahmenprogramm wird bewusst verzichtet, um die tropische Pflanzenwelt der Gewächshäuser zur vollen Geltung kommen zu lassen.

Als Partner der Tropennacht unterstützt das Energieunternehmen entega die Illumination der Gewächshäuser und ermöglicht damit die Teilnahme zu einem sehr moderaten Eintrittspreis. Für Erwachsene beträgt der Eintritt 2 Euro, Kinder zahlen 1 Euro.

Am Samstag, den 12. Juli und Sonntag, den 13. Juli wird der Gewächshausbereich des Gartens zu den normalen Öffnungszeiten geschlossen bleiben, um Auf- und Abbau der Installationen durchführen zu können.

Der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität wurde 1950 mit dem Ziel gegründet, Pflanzen für Forschung und Lehre im Fachbereich Biologie heranzuziehen. Heute
hat der Garten eine Größe von 10 Hektar und kultiviert etwa 10.000 Pflanzenarten aus fast allen Regionen der Erde. 30 Mitarbeiter und 10 Auszubildende übernehmen die Betreuung und gärtnerische Pflege der Anlage. Nach wie vor stehen die universitären Aufgaben im Mittelpunkt. Doch der Garten übernimmt inzwischen auch viele Funktionen, die im allgemeinen öffentlichen Interesse liegen. Mit seinem Führungsprogramm zu botanischen Themen bietet er die Möglichkeit zur Weiterbildung, und er ist ein Erholungsgebiet für die Menschen der Umgebung. Daneben engagiert sich der Garten seit vielen Jahren für die Erhaltung bedrohter Pflanzen des "Mainzer Sandes" und versucht das Interesse für diesen sensiblen Lebensraum zu wecken.

Neben dem Führungsprogramm gehören seit 1996 auch Ausstellungen zu speziellen botanischen Themen zur Öffentlichkeitsarbeit des Botanischen Gartens. Themen der vergangen Jahre waren z.B. "Mohngewächse", "Duftpflanzen", "Pflanzen der Bibel" und "Botanische Entdeckungen in China und Japan". In diesem Jahr widmet sich die Ausstellung "Tropische Nutzpflanzen" dem breiten Spektrum tropischer und subtropischer Pflanzen, die uns im Alltag begegnen und unsere Lebensweise viel stärker bestimmen als die meisten Menschen wissen. Die aktuelle Ausstellung ist vom 18. Juni bis zum 30. September täglich von 8.00 bis 15.30 geöffnet (freitags bis 13.00 Uhr).

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Ralf Omlor
Botanischer Garten der Johannes Gutenberg-Universität
Anselm-Franz-von-Bentzelweg 9 b, 55099 Mainz
Tel.: (06131) 39 22628
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