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Christoph M. Schmidt: Trotz hoher Arbeitslosigkeit ist Zuwanderung nötig

05.07.2003 - (idw) Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit wird das Thema Zuwanderung besonders kontrovers diskutiert. Nach Ansicht von RWI-Präsident Prof. Dr. Christoph M. Schmidt gibt es jedoch keine Alternative zur gesteuerten Zuwanderung. Auch in der aktuellen Situation bestehe ein Nachfrageüberhang nach qualifizierter Arbeit, so Schmidt im Rahmen eines Vortrags in Essen.

"Deutschland ist auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit auf Zuwanderung angewiesen. In dieser Situation ist es allerdings besonders wichtig, die Zusammensetzung der Zuwanderung zu steuern und ein besseres Klima der Integration zu schaffen." Das sagte RWI-Präsident Prof. Dr. Christoph M. Schmidt anlässlich eines Vortrags zum Thema "Zuwanderung und Integration in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit". Wegen seiner demografischen Probleme brauche Deutschland mehr Zuwanderung als viele andere Länder. Trotz hoher und anhaltender Arbeitslosigkeit bestehe zur Zeit ein deutlicher Nachfrageüberhang nach qualifizierter Arbeit, so der Arbeitsmarktexperte. Zugleich betonte er, dass die Zuwanderung die Alterungsproblematik zwar lindern, aber langfristig nicht alleine lösen könne.

Zuwanderung hat positive ökonomische Effekte

Die ökonomischen Effekte der Zuwanderung sind überwiegend positiv. Ernst zu nehmende Studien deuteten nur auf geringe Verdrängungseffekte durch die Migration hin. Auch auf eine so genannte "Magnetwirkung" des deutschen Sozialstaats auf Migranten gebe es bislang kaum wissenschaftliche Hinweise. Allerdings sei es wichtig, die Zusammensetzung der Zuwanderung im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten zu steuern. Zudem sei eine Öffnung gegenüber dem internationalen Markt dringend angebracht. Zur Zeit stammten immer noch die Hälfte der deutschen Zuwanderer aus der EU und der Türkei.

RWI untersucht Migration unter verschiedenen Aspekten

Das RWI hat sich in jüngster Zeit im Rahmen der Themen Pisa-Studie, Fremdenfeindlichkeit und "Brain Drain" mit der Zuwanderungsproblematik beschäftigt. Die Untersuchung der Pisa-Daten ergab unter anderem, dass nicht die Staatsbürgerschaft, sondern der Bildungsstand der Eltern zentral für die Leistungsfähigkeit der Schüler ist. Bei der Fremdenfeindlichkeit spielt ebenfalls die Bildung die entscheidende Rolle für die Einstellung zu Minderheiten. Bezüglich des "Brain Drain" (der Benachteiligung armer Länder durch die Abwanderung von Eliten) zeigte sich, dass eine mögliche spätere Auswanderung in diesen Ländern positive Ausbildungsanreize setzt, von denen diese profitieren können.

Ihr Ansprechpartner dazu: Sabine Weiler (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-213
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