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01.06.2010 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Neuer Masterstudiengang Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität Jena Jena (01.06.10) Wir leben in einer Wissensgesellschaft. Forschung und Lehre sind zunehmend interdisziplinär ausgerichtet, die Überschneidungsbereiche von Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften wachsen stetig. Doch wie lassen sich in dem immer vielfältiger werdenden Austausch der Fachkulturen, Geltungsbereiche wissenschaftlicher Theorien und Verfahren voneinander abgrenzen, systematisieren und verwalten? Und das auf eine für alle Seiten verständliche Art und Weise?

Der neue Masterstudiengang Geschichte der Naturwissenschaften, der zum Wintersemester 2010/11 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena startet, wird genau die Qualifikationen vermitteln, die hier weiterführen. Als eigenständigen Studiengang gibt es das Fach nur sehr selten in Deutschland, sagt Prof. Olaf Breidbach, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik der Universität Jena. Und Jena ist der einzige Standort in Deutschland, wo er direkt in die Naturwissenschaften eingebunden ist. Dabei ist der Studiengang sowohl für Natur- als auch Geisteswissenschaftler offen. Über die Grundmodule hinaus, werden sie in Wahlpflichtmodulen mit den Methoden und Inhalten der jeweils anderen Fachkultur vertraut gemacht. Das Ziel ist es, dass die Studenten naturwissenschaftliche Verfahren und Denkformen begreifen und hierzu über die Werkzeuge der Wissenschaftshistoriker verfügen, erklärt der Organisator des neuen Studiengangs Dr. Christian Forstner. Unser sehr gutes Betreuungsverhältnis ermöglicht den Studenten dabei ein effizientes Lernen.

Dabei interessieren nicht einfach nur Generalisten, sondern auch Fachkulturen. Schwerpunkte sind die Geschichte der Biowissenschaften und der Physik. Eine enge Vernetzung zu verschiedenen Instituten gewährleistet interdisziplinäres Arbeiten. Das gilt auch für den geisteswissenschaftlichen Sektor. So werden z. B. bestimmte Epochen fachspezifisch genauer unter die Lupe genommen. Wir arbeiten intensiv mit dem Sonderforschungsbereich ,Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800 zusammen und untersuchen die Strukturen der Naturforschung in dieser Zeit, so Breidbach. Damals gab es die strickte Trennung zwischen den Wissenschaften noch gar nicht. Welche Denkansätze damals bestanden und in welche Richtungen sich einzelne Disziplinen bewegten, kann auch heute noch von großer Bedeutung sein. Das verbindende Element zur Kulturwissenschaft greift auch die Wissenschaftsgeschichte wieder auf, schließlich treffen sich hier (angehende) Spezialisten aus verschiedenen Bereichen. Außerdem pflegt das Institut intensive Kontakte zur Wissenschaftsdidaktik.

Das gestiegene Interesse an der Wissenschaftsgeschichte spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. Die Anzahl der Stellenangebote in den Bereichen Wissenschaftsmanagement steigt nahezu exponentiell an, weiß Prof. Breidbach. Und dabei meine ich nicht nur Anstellungen im Forschungsbereich. Auch in der freien Wirtschaft sind Historiker dieser Art gefragt. So ergeben sich etwa Aufgaben im Bereich Wissens- und Wissenschaftsmanagement und in der Unternehmenskommunikation, Bereiche also, in denen es darauf ankommt, naturwissenschaftliche Kenntnisse und Produkte erfolgreich zu kommunizieren. Klassische Berufsfelder sind Zeitungen, Archive und Museen. Praktischerweise ist bereits das Institut in einem Museum untergebracht. Im Ernst-Haeckel-Haus finden regelmäßig Wechselausstellungen statt, bei deren Erarbeitung die Studenten Vergangenes für die Gegenwart erlebbar machen.

Bewerbungen für den neuen Masterstudiengang sind bis 15. Juli möglich. Interessenten wenden sich an das Master-Service-Zentrum der Universität Jena: http://www.master.uni-jena.de.


Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach
Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Berggasse 7, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 949500
E-Mail: Olaf.Breidbach[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.master.uni-jena.de http://www.uni-jena.de
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