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GDCh-Statistik neu erschienen: Immer mehr junge Menschen studieren Chemie

08.07.2003 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Die Zahl der Studienanfänger in den Chemiestudiengängen hat sich im Jahr 2002 gegenüber den Vorjahren erneut kräftig erhöht. Vor allem in Diplom-Chemie gab es mehr Neuimmatrikulationen. Auch die Anzahl der Vordiplomprüfungen nahm zu, während die Summe der Diplomprüfungen auf niedrigem Niveau blieb und die Zahl der Promotionsprüfungen erwartungsgemäß erneut zurückgegangen ist - ein Trend, der sich in den kommenden drei bis vier Jahren fortsetzen wird. Auch in Biochemie, den Lehramtstudiengängen und den FH-/DI-Studiengängen sind die Anfängerzahlen gestiegen. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage war die berufliche Situation für Absolventen der Chemiestudiengänge deutlich besser als befürchtet, da die zurückgehenden Einstellungen in der Industrie größtenteils durch die ebenfalls sinkenden Absolventenzahlen kompensiert wurden.

Wie jedes Jahr hat die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) auch 2002 umfangreiche statistische Daten zu den Chemiestudiengängen erhoben. Die Ergebnisse der Umfrage wurden jetzt veröffentlicht.

Studiengang Diplom-Chemie

Im Jahr 2002 begannen 5322 Anfänger ihr Chemie-Studium, davon 665 in einem Bachelor-Studiengang. Die Zahl der Studienanfänger erhöhte sich damit erneut gegenüber dem Vorjahr (4924). Der Anteil weiblicher Studienanfänger in der Chemie lag wie im Vorjahr bei 46%. Die Gesamtzahl der Chemiestudierenden betrug 23732 Studenten, darunter 5244 Doktoranden.

Im vergangenen Jahr bestanden 1388 Studierende das Vordiplom. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um fast 20%. Die Zahl der Diplomprüfungen entsprach mit 1019 der der Vorjahres, während bei den Promotionen mit 1505 Prüfungen erwartungsgemäß ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (1775) beobachtet wurde. Der Anteil der Studentinnen betrug beim Vordiplom 40%, beim Diplom 28% und bei der Promotion 24%.

Die durchschnittliche Studiendauer bis zum Diplom einschließlich der Diplomarbeit betrug 11,9 Semester, bis zur Promotion 20,1 Semester. Die Medianwerte lagen bei 10,9 und 19,2 Semestern. (Der Medianwert, gibt an, im wievielten Semester 50% der Studierenden die Prüfung abgelegt haben.)

Noch immer schließen die meisten Diplom-Chemiker (93% im Jahr 2002) an ihr Studium eine Promotion an. Von den promovierten Absolventen wurden 38% in der Chemischen Industrie eingestellt. 12% fanden eine Anstellung in der übrigen Wirtschaft und 14% der Chemiker gingen nach der Promotion zunächst ins Ausland, in den meisten Fällen zu einem Postdoc-Aufenthalt. 15% betrug der Anteil derjenigen, die eine zunächst befristete Stelle im Inland annahmen und 6% der Absolventen blieben nach der Promotion im Forschungsbereich an einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut. 4% kamen im öffentlichen Dienst unter, jeweils 1% nahm ein Zweitstudium auf oder wurde freiberuflich tätig. 9% der promovierten Absolventen (Vorjahr 7%) waren zum Zeitpunkt der Umfrage stellensuchend. (Dieser Wert sinkt aus statistischen Gründen kaum unter 5%).

In den kommenden zwei Jahren wird die Anzahl der Diplom- bzw. Masterabsolventen auf niedrigem Niveau bleiben. Auch die Zahl der Promotionen wird weiter zurückgehen und voraussichtlich auf unter 1000 fallen.

Diplom-Biochemie, Lebensmittelchemie, Lehramt und FH-Studiengänge

Im Studiengang Biochemie stiegen die Anfängerzahlen und auch die Zahl der Vordiplom-, Diplom- und Promotionsprüfungen. Incl. Bachelor-Anfängern begannen 717 Studierende 2002 ihr Biochemiestudium. Die Gesamtzahl der Studierenden betrug 3875, darunter 555 Doktoranden. Der Frauenanteil war mit 58% bei den Anfängern und mit 50% an der Gesamtzahl der Studierenden deutlich höher als im Chemiestudiengang. Im vergangenen Jahr legten 490 Studierende das Vordiplom ab, 328 bestanden das Diplom und 164 wurden in Biochemie promoviert. Im Mittel benötigten die Studierenden bis zum Diplom 10,7 und bis zu Promotion 18,6 Semester. Die Median-Werte lagen bei 9,9 und 17,9 Semestern.

Im Studiengang Lebensmittelchemie begannen 397 Personen ihr Studium. Der Frauenanteil lag bei 72%. Die Gesamtzahl der Studierenden betrug 1434, davon 212 Doktoranden. Im vergangenen Jahr bestanden 189 Studierende die Vorprüfung, 228 Studierende absolvierten die Hauptprüfung Teil A oder die Diplomprüfung und 153 die Hauptprüfung Teil B. Im vergangenen Jahr wurden 55 Promotionen abgelegt. Die Dauer für Studium und Doktorarbeit betrug durchschnittlich 16,3 Semester.

Bei den angehenden Lehrern sind die Anfängerzahlen im Vergleich zum Vorjahr angestiegen und betrugen für das Lehramt an Haupt- und Realschulen (Sekundarstufe I) 549 und für das Lehramt an Gymnasien (Sekundarstufe II) 1245. Insgesamt waren im Jahr 2002 1766 Studierende und 7 Doktoranden für das Lehramt der Sekundarstufe I eingeschrieben. 5230 Studierende und 89 Doktoranden wurden für das Lehramt der Sekundarstufe II registriert. 183 Studierende bestanden die Prüfungen für die Sekundarstufe I und 498 für die Sekundarstufe II. 16 angehende Lehrer schlossen im Berichtsjahr ihre Promotion ab.

Auch bei den FH- und DI-Studiengängen der Gesamthochschulen wurden mit 1294 Personen, darunter 43% Frauen mehr Studienanfänger als in den Vorjahren registriert. Die Gesamtzahl der Studierenden betrug 4536. Im Jahr 2002 bestanden 566 Studierende die Diplomprüfung, davon 40% Frauen. Die mittlere Studiendauer lag bei 10,0 und der Medianwert bei 9,3 Semestern.

Die vollständigen Ergebnisse der statistischen Erhebung sind auf den Internet-Seiten der GDCh (http://www.gdch.de/arbeitsv/statistik.htm) als pdf-File hinterlegt. Sie können gegen einen Kostenbeitrag von Euro 80,00 auch bei der GDCh-Geschäftsstelle in Frankfurt (karriere@gdch.de) als Broschüre angefordert werden.

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