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FH Osnabrück begleitet 11. Welt-Kindertheater-Fest in Lingen18.06.2010 - (idw) Fachhochschule Osnabrück
Vom 18. bis 25. Juni beherrscht die Macht der Träume die Stadt Lingen an der Ems: 19 Kinder- und Jugendgruppen von fünf Kontinenten reisen zum 11. Welt-Kindertheater-Fest an, um gemäß dem Motto Make your Dream! mit ihrem Theater Kulturen zu vereinen. Die Fachhochschule Osnabrück versammelt zeitgleich an ihrem Institut für Theaterpädagogik Spielleiter und Wissenschaftler aus aller Welt. 60 Studenten aus drei Semestern wirken bei einem Directors Forum, einem Kongress und bei Workshops mit. Für das 4. Semester ist das Festival Bestandteil des Studiums. Erwartet werden 50.000 Besucher und zahlreiche Theatergruppen aus allen Kontinenten
Wir veranstalten einen Kongress mit hochkarätiger Besetzung, wie er sonst nur in Berlin, Moskau, Wien oder London stattfindet. betont der Festivalgründer und Direktor des Europäischen Zentrums der International Amateur Theatre Association (AITA/IATA) in Lingen, Norbert Radermacher. Darüber hinaus betreuen Studenten der Theaterpädagogik die Veranstaltung und erforschen sie: Im Directors Forum werten sie die Theateraufführungen vom Vortag in einer szenischen Reflexion aus, so der ehemalige Leiter des Theaterpädagogischen Zentrums (TPZ).
Das alle vier Jahre zurückkehrende Festival erfreut sich europaweit großer Aufmerksamkeit. Dass es hier stattfindet, liegt daran, dass wir kontinuierlich eine Debatte über Kultur und Theater führen. so Radermacher. Die internationale Fachwelt trifft sich jährlich zu Kongressen an der Ems.
Seit einem Jahr bereitet ein Gremium vom Lingener Kulturamt, TPZ, Europäischem Zentrum der AITA/IATA und Fachhochschule das Welt-Kindertheater-Fest vor, verdeutlicht Prof. Dr. Bernd Ruping, Dekan des Instituts für Theaterpädagogik. Er ist seit der Festival-Gründung 1990 wissenschaftlicher Leiter des Symposions.
Der Kongress widmet sich diesmal dem Theater als Überlebenskunst. Wir stellen die Frage, inwieweit Theater im medizinischen Sinne heilend ist, erklärt der Theaterpädagoge nicht nur im Rahmen der wachsenden Nachfrage nach therapeutischen Theaterprojekten. Die Situation von Kindern wie etwa in den Hochwassergebieten von Bangladesch werfe wissenschaftliche Fragen auf: Reicht es wirklich, die Kinder nur mit Lebensmitteln zu versorgen, oder ist es nicht existenziell für sie, kreativ spielen zu können? Gehört Spielen zur kulturübergreifenden Überlebensfähigkeit des Menschen? Das wollen wir überprüfen.
Das Festival sei ein hervorragender Anlass, um über Theaterpädagogik nachzudenken, so Ruping: Es ist wichtig für die Stadt, das Institut und die Fachhochschule. Wir sind nicht Berlin, wir haben nicht an jeder Ecke Theater. Wir müssen also etwas organisieren, das den gebündelten Blick über den Tellerand ermöglicht, eine eigene Handschrift zeigt. Es ist ein echtes Weltfestival, und dass hier sein Sitz ist, macht aus Lingen wirklich eine Theaterstadt und eine Adresse für die Fachwelt. Praxis und Wissenschaft ergänzten sich am Standort ideal, so Ruping, der dort vor fast zwölf Jahren mit Land und Fachhochschule den Studiengang Theaterpädagogik aufbaute.
Begleitend zum Kongreß wird der Park of Dreams ausgerichtet, ein ganztägiges Erlebnisangebot auf dem Festivalgelände. Attraktionen sind begehbare Träume und merkwürdige Welten, in die man wie in die Welt von Narnia durch einen Wandschrank gelangt, verrät die Mitarbeiterin des fünfköpfigen Organisationsteams, Bruni Müllner.
Für Lingen hat das Festival eine sehr große Bedeutung: Es ist das erste Theaterfestival von Kindern für Kinder weltweit und ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung.
Weitere Informationen:
http://www.weltkindertheaterfest.de
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