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Pressemitteilung des KThF zum Kongress des Wissenschaftsrates Vielfalt der Religionen"

21.06.2010 - (idw) Allgemeiner Fakultätentag

Der Katholisch-Theologische Fakultätentag hebt die große Bedeutung des vom Wissenschaftsrat veranstalteten Kongresses Vielfalt der Religionen Theologie im Plural hervor. Er plant als Antwort auf die hier gesetzten Impulse eine eigene Tagung der katholischen Theologie. Im Mittelpunkt des Kongresses standen die vom Wissenschaftsrat Ende Januar 2010 veröffentlichten Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen. Der Katholisch-Theologische Fakultätentag hebt die große Bedeutung des vom Wissenschaftsrat veranstalteten Kongresses Vielfalt der Religionen Theologie im Plural hervor. Er plant als Antwort auf die hier gesetzten Impulse eine eigene Tagung der katholischen Theologie. Im Mittelpunkt des Kongresses standen die vom Wissenschaftsrat Ende Januar 2010 veröffentlichten Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen. Der Kongress unterstrich die wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein dringende Bedeutung der Religionen. Mit ihren Angeboten an Wirklichkeitsdeutung sind sie für den gesellschaftlichen Diskurs um die Aufgaben von Gegenwart und Zukunft unverzichtbar. Dabei lassen die Vielfalt der Religionen und die Pluralität der Gesellschaft diese Angebote durchaus spannungsvoll und nicht frei von Widersprüchen wahrnehmen. Deshalb bedarf es der beständigen kritischen Prüfung und Übersetzung dieser Angebote in die Gesellschaft wie in die Religionsgemeinschaften hinein. Genau hier sehen die Empfehlungen die unverzichtbare Aufgabe und Bedeutung der Theologie.
Der Kongress unterstrich für die staatlichen und privaten Universitäten und Hochschulen aus diesem Grund die integrale Präsenz der Theologien im Plural. Dazu zählt der Wissenschaftsrat sowohl die christlichen Theologien als auch die jüdischen und islamischen Studien. Für diese Präsenz können die christlichen und jüdischen Theologien auf seit Jahrhunderten gewachsene Erfahrungen zurückgreifen. Für die neue Aufgabe der Gestaltung islamischer Theologie an den Universitäten kann auf diesen Erfahrungen aufgebaut werden. Selbstredend darf die Eigenart der einzelnen Theologien nicht übergangen werden.
Die Aufgabe der Theologien als Vermittlungsinstanz im Wechselspiel von religiöser und gesellschaftlicher Wirklichkeitsdeutung ist eine doppelte. Sie vermitteln religiöse Deutungsangebote in die Gesellschaft hinein und sie befragen angesichts des gesellschaftlichen Diskurses die Bekenntnisse der Religionen auf ihren Wahrheitsgehalt. Deswegen heben die Empfehlungen des Wissenschaftsrates für die Wirksamkeit der Theologien die hohe Bedeutung der Kooperation von Staat und Religionsgemeinschaften hervor.
Der Kongress lotete eine Vielzahl von Fragen aus, die sich aus dem Gebot des Zusammenwirkens für die Wissenschaftlichkeit der Theologien und die Verantwortung gegenüber dem Bekenntnis ihrer Religionsgemeinschaften ergeben. Dass es unterschiedliche Kulturen der verantworteten Gestaltung dieses Wechselverhältnisses gibt, wurde an Hand des Verhältnisses von theologischer Forschung und Lehre auf der einen wie dem Lehramt bei Katholiken und Protestanten auf der anderen Seite diskutiert. In der Diskussion wurde die Bedeutung dieser Frage auch für die islamische Theologie deutlich. Eine wichtige Einsicht klang in der Diskussion des Kongresses immer wieder an: Beide, die Religionsgemeinschaften als Institutionen des Glaubens wie die Theologien als Institutionen der Wissenschaft dienen dem Glaubensbekenntnis in verantwortlicher Weise, aber sie dienen ihm unterschiedlich. Weil diese Spannung für die Arbeit der Theologien konstitutiv ist, forderte der Wissenschaftsrat Klarheit und Transparenz im Umgang mit diesen Verantwortlichkeiten.
Der Katholisch-Theologische Fakultätentag begrüßt in diesem Zusammenhang die im März 2010 von der Kongregation für das Katholische Bildungswesen veröffentlichten so genannten Nihil-Obstat-Normen. Sie regeln unter Wahrung der Wissenschaftlichkeit das Zusammenwirken von staatlichen Institutionen und zuständigem Ortsbischof wie dem Heiligen Stuhl bei der Berufung von Theologieprofessoren. Diese Normen bringen klar zum Ausdruck, dass die Theologie in eigener Weise an der amtlichen Verkündigung der katholischen Glaubenslehre teilnimmt. Daraus leitet sich auf der einen Seite die Zuständigkeit der kirchlichen Autorität ab. Auf der anderen Seite unterstreichen die Normen aber auch die Verantwortung der kirchlichen Autorität für die Wahrung der Interessen der Wissenschaftlichkeit der Theologie und der Stellung der betreffenden Kandidaten. Deshalb sind die Aufstellung klarer Regeln und eines zeitlichen Rahmens für die Verfahrensschritte zu begrüßen. Die Einbeziehung der Kandidaten in die einzelnen Verfahrensschritte und die Verantwortung gegenüber ihrer rechtlichen Stellung ist von großer Bedeutung. Frühere Unklarheiten wie die Dauer eines unerlässlichen pastoralen Einsatzes der Berufungskandidaten konnten durch die klare Bestimmung eines mindestens einjährigen praktischen Einsatzes in der Pastoral überwunden werden.
Der Katholisch-Theologische Fakultätentag sieht in den überarbeiteten Normen einen konstruktiven Beitrag für die vom Wissenschaftsrat benannten zukünftigen Aufgaben. Diese Aufgaben umfassen auch geänderte Bedingungen und neue Zielsetzungen für die Theologien. Zu den geänderten Bedingungen gehören neue Berufsfelder in Kirche und Gesellschaft. Ihnen soll in der Gestaltung neuer Studiengänge und Abschlüsse entsprochen werden. Ein weiteres Moment ist die interdisziplinäre Ausrichtung zwischen den verschiedenen Theologien und Religionswissenschaften sowie den anderen Wissenschaften. Hier sind die Katholisch-Theologischen Fakultäten und Kirchlichen Hochschulen bereits auf einem guten Weg.

Der Katholisch-Theologische Fakultätentag sieht eine Aufgabe darin, diese Schritte zu unterstützen und zu fördern. Aus diesem Grund wird er als Antwort auf die Empfehlungen des Wissenschaftsrates gemeinsam mit den Arbeitsgemeinschaften theologischer Fächer und mit der Europäischen Gesellschaft für Theologie im März des Jahres 2011 die eingangs erwähnte Tagung veranstalten und dazu auch den Wissenschaftsrat als Gesprächspartner einladen.
Weitere Informationen: http://www.fakultaetentag.de/kthf/index.html
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