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Viele Welten des Alterns? Aktuelle Tagung rückt ältere Migranten ins Blickfeld von Forschung und Politik

21.06.2010 - (idw) Deutsches Zentrum für Altersfragen

Unter dem Titel Viele Welten des Alterns? Ältere Migranten im alternden Deutschland veranstalten das Deutsche Zentrum für Altersfragen und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Kooperation mit der Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie am 24.-25. Juni 2010 eine Tagung in Berlin. Ziel ist eine Bestandsaufnahme des Wissensstandes zur Lebenssituation älterer Migrantinnen und Migranten in der Bundesrepublik. Vor dem Hintergrund von Sozialpolitik und Forschung geht es dabei vor allem um die Themen Lebensplanung, Gesundheit, wirtschaftliche Situation und Generationensolidarität sowie die Implikationen für die politische und wissenschaftliche Agenda. Die Phase des höheren Alters ist zu einem selbstverständlichen Teil unseres Lebens geworden. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland hat sich im letzten Jahrhundert fast verdoppelt. Genauso selbstverständlich wie die demografische Alterung der Gesellschaft ist die Tatsache geworden, dass ein großer Teil der Bevölkerung nicht in Deutschland geboren wurde oder Eltern hat, die aus anderen Ländern zugewandert sind. Nahezu jede/r Fünfte in Deutschland verfügt heute, so definiert, über einen Migrationshintergrund. Noch ist die Zahl der Älteren unter den Migrant/innen vergleichsweise gering. Aber innerhalb von einem Jahrzehnt hat sich die Zahl der älteren Ausländer/innen bereits nahezu verdoppelt. Von den Älteren ist zur Zeit jede/r Zehnte nicht in Deutschland geboren oder hat Eltern, die zugewandert sind Tendenz deutlich steigend.

Langfristige gesellschaftliche Trends, aktuelle politische Entwicklungen und wirtschaftliche Entwicklungen beeinflussen die Lebenssituation älterer Menschen ebenso wie Ereignisse, die sich zu einem früheren Zeitpunkt in ihrem Leben ereignet haben. Zu diesen Ereignissen gehören so auch die Erfahrung grenzüberschreitender Migration und das Leben mit Migrationshintergrund. Was aber bedeutet dies für die Ausgestaltung der Lebensphase Alter stellt?

Angesichts der Entwicklung zu einer älteren und vielgestaltigen Gesellschaft findet das Thema Altern in der Migration erhöhte Aufmerksamkeit. Die wenigen umfassenderen Studien zur Lebenslage älterer Menschen mit Migrationshintergrund besagen, dass ihre finanzielle und gesundheitliche Situation unterdurchschnittlich ist. Über sozialstrukturelle Differenzierungen, die Hintergründe der Alternsverläufe und die vielfach prekären Lebenslagen älterer Migrant/innen liegen jedoch nur wenige Befunde vor. Zu dem defizitären Forschungsstand trägt auch die bisher unzureichende Datenlage bei. Vor dem Hintergrund dieses Forschungsbedarfes widmet sich die Tagung der Bedeutung einer internationalen Migrationserfahrung für Leben und Lebensqualität in späten Lebensphasen.

Im Rahmen der Tagung wird gefragt:
Wie sieht die Lebenssituation älterer Migrantinnen und Migranten aus? Und welche Unterschiede bestehen zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund in der zweiten Lebenshälfte?
Wie beeinflusst Migration die Altersbilder, Werte und Werteentwicklung? Wie gestalten sich die Beziehungen in den Familien?
Wie sind solidarische Beziehungen in einer offenen und heterogenen Gesellschaft denkbar? Bedeutet die Zunahme von Verschiedenartigkeit auch eine nachlassende Bindungskraft einer Gesellschaft? Und welche Folgen ergeben sich für die Lebensphase Alter und die soziale Sicherung?
Welche Schlussfolgerung für die Alterns- und Migrationspolitik lassen sich aus den vorhandenen Wissensbeständen ableiten und welche Forschungsbedarfe bestehen?

Die Tagung stellt empirische Analysen und konzeptionelle Beiträge vor. Sie wendet sich an Wissenschaftler/innen und an Praktiker/innen an den Schnittstellen von Migrations-, Lebenslauf- und Alter(n)sforschung sowie -politik und an alle, die sich für diese Bereiche interessieren.

Veranstalter:
Dr. Helen Baykara-Krumme
(Tagungsleitung)
Universität Chemnitz

PD Dr. Andreas Motel-Klingebiel

Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA), Berlin, und Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für
Soziologie

Apl. Prof. Dr. Peter Schimany
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg

Kontakt:
Deutsches Zentrum für Altersfragen
Manfred-von-Richthofen-Straße 2
12101 Berlin
030/ 260 740-0
030/ 785 43 50
alterundmigration.tagung2010@dza.de
Weitere Informationen: http://www.sektion-altern.de/de/veranstaltungen.htm
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