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Wissenschaftliches Jahrbuch Deutsches Schiffahrtsarchiv in 32. Ausgabe erschienen25.06.2010 - (idw) Deutsches Schiffahrtsmuseum
Begleitband beleuchtet den Schiffbau von Matthew Turner in den USA und die Geschichte der von Turner gebauten deutschen Südseeschoner
Anfang Mai hat das Deutsche Schiffahrtsmuseum den 32. Band seines wissenschaftlichen Jahrbuchs Deutsches Schiffahrtsarchiv vorgelegt. Die Ausgabe bündelt auf 446 Seiten 13 Beiträge namhafter Autoren zu unterschiedlichen Aspekten der Schifffahrtsgeschichte. Alle Artikel des reich illustrierten Bands sind in gewohnter Form mit englischen und französischen Zusammenfassungen versehen.
D. Ellmers: Hollands Einfluss auf die Repräsentation norddeutscher Kaufleute und Schiffer im 17. und 18. Jahrhundert
J. Rabbel: Die Eigentumsverhältnisse der ersten Rostocker Handelsdampfer
P. Danker-Carstensen: Betonschiffbau in Deutschland
D.J. Peters: Deutsche Werften in der Zwischenkriegszeit (1918-1939). Teil 2: Stillegungen, Schließungen, Fusionen und Innovationen (1924-1934)
K. Barthelmess: Typologie niederländischer Versteigerungsplakate für Walfangausrüstung im 18. Jahrhundert
R.A. Krause: Matthew Fontaine Maury (1806-1873)
C. Westerdahl: Shipyards and Boatbuilding Sites
L.U. Scholl und R. von Ancken: Der Hamburger Marinemaler Martin Fräncis Glüsing (1886-1957)
J. Haas: Anmerkungen zur nautisch-maritimen Symbolik im altenglischen Gedicht The Seafarer
H. Winkler: Taucherausbildung in den 1950er Jahren
C. Voigt: Die technischen Tagebücher des Schiffbauingenieurs Herbert Pfohl
G.D. Neuen: Von Geisterschiffen und SOS-Rufen. Erinnerungen an zwei außergewöhnliche Reisen im Indischen Ozean
L.U. Scholl: Der ST. LOUIS Flüchtlingsschiff Blues. Zur Verarbeitung von Holocaust und Kriegsgräueln im Comic
Der von Herbert Karting verfasste Begleitband zur jüngsten Ausgabe des Deutschen Schiffahrtsarchivs präsentiert eine Gesamtübersicht der Bauten des amerikanischen Schiffbaumeisters Matthew Turner und stellt in Wort und Bild die abwechslungsreichen Geschichten und Schicksale aller 26 von Turner gebauten Südseeschoner unter deutscher Flagge vor.
Matthew Turner, geboren 1825 in Geneva, Ohio, kam 1850 auf dem Höhepunkt des Goldrausches nach San Francisco. Nach einigen erfolgreichen Jahren als Goldsucher zog es ihn als Kapitän und Eigner von Segelschiffen zur See. In dieser Eigenschaft war Turner immer unzufrieden mit den Segeleigenschaften seiner Schiffe. So entwarf er 1868 schließlich selbst ein Modell einer Brigg und ließ das Schiff nach den eigenen Plänen in der Humboldt Bay bauen. Die neue Schonerbrigg NAUTILUS erwies sich als vorzüglicher Segler, schnell und mit großer Ladekapazität. Für ihre erste Reise von Tahiti nach San Francisco benötigte sie gerade einmal zwanzig Tage und stellte damit eine neue Bestmarke für Segelschiffe auf.
In Turners Auftrag und unter seiner Aufsicht entstanden an der Humboldt Bay in der Folgezeit weitere auf seinem Entwurf basierende Schoner, bevor Turner 1875 in San Francisco das Schiffbaugeschäft in eigener Regie aufnahm. Hier setzte er alsbald weitere Ideen und Neuerungen um. So bevorzugte er vom Kiel bis zum Flaggenknopf aus einem Stück gefertigte Unter- und Toppmasten. Auch das Bermudasegel, ein großes Dreieckssegel ohne Gaffel, wurde von Turner an der Westküste der Vereinigten Staaten eingeführt. Innerhalb von nur acht Jahren fertigte Turner in San Francisco mehr als 70 Neubauten: Zwei- und Dreimastschoner, Schonerbriggs und -barken, Lotsenschoner, Schleppdampfer und Yachten. Seine Schiffe standen in dem Ruf, ausgezeichnete und außergewöhnlich schnelle Fahrzeuge zu sein, und tatsächlich hielten viele von ihnen herausragende Segelrekorde.
1883 wurde die Werft in die Bucht von Benicia verlegt, wo in den folgenden zwanzig Jahren weitere 160 Neubauten die Helgen verließen, darunter mehrere Viermaster von über 1000 Tonnen für Turners eigene Reederei. Insgesamt wurden im Namen von Kapitän Matthew Turner zwischen 1875 und 1904 mehr als 230 hölzerne Schiffe gebaut, eine Zahl, die bis heute von keinem anderen amerikanischen Schiffbauer übertroffen wurde. Viele der von Turner gezimmerten kleinen Schoner wurden an deutsche Interessenten verkauft oder waren von deutschen Handelshäusern bestellt worden, vor allem von Joh. César Godeffroy & Sohn, der Société commerciale de l'Océanie und der Jaluit-Gesellschaft.
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