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Die Stimme der Hochschulen: Risiken für die Hochschulen durch die europäische Forschungspolitik

30.06.2010 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Der Senat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sieht deutliche Risiken für die Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften angesichts der Entwicklungen der EU-Forschungspolitik. Die geplante Ausrichtung des Europäischen Forschungsraums auf ausgewählte Leitthemen und die gleichzeitig stark steigende Bedeutung der EU-Mittel für die Forschung in den Hochschulen seien von erheblicher Brisanz.

HRK-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel dazu heute in Berlin: Niemand zweifelt daran, dass Climate Change, Energy Security, Food Security, Health und Ageing Population zentrale Forschungsthemen sind, aber eine Konzentration der europäischen Mittel auf diese Leitthemen darf nicht zu Fehlsteuerungen und Verengungen des Blickwinkels führen, die den multipolaren Forschungsansätzen der Hochschulen nicht gerecht werden.

Die Hochschulen beunruhigt auch die starke Fokussierung der aktuellen EU-Forschungspolitik auf Innovation und produktnahe Forschung. Dazu erläuterte die HRK-Präsidentin: Das kann dazu führen, dass die Grundlagenforschung als Quelle der zukünftigen Innovationen vernachlässigt wird. Gesellschafts-, human- und geisteswissenschaftliche Forschung scheint in dieser Welt neuer Produkte weniger wichtig zu sein, obwohl die wirklichen Probleme der Zukunft ohne die Erkenntnisse dieser Disziplinen nicht gelöst werden können.

Parallel dazu streiten Mitgliedsstaaten und EU-Kommission um den Zugriff auf die immer größer werdenden nationalen Fördertöpfe, die für große gemeinsame europäische Förderprojekte vorgesehen sind. Hier laufen die Universitäten und Hochschulen mit ihren dezentralen Strukturen Gefahr, unter die Räder einer von großen Projektabwicklern bestimmten Förderwelt zu geraten, sagte Wintermantel. Die HRK als Vertreterin der Hochschulen ist entschlossen, auf dem Weg zum 8. Forschungsrahmenprogramm ihren Einfluss im nationalen wie europäischen Kontext im Sinne der Hochschulforschung geltend zu machen.
Weitere Informationen: http://www.hrk.de
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