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Wissenschaftsrat: Sechs Entscheidungen im Verfahren der insitutionellen Akkreditierung

05.07.2010 - (idw) Wissenschaftsrat

Auf seinen Frühjahrssitzungen hat der Wissenschaftsrat sechs Akkreditierungsverfahren beraten. In allen Fällen gelangte er zu einer positiven Akkreditierungsentscheidung. Zu den Ergebnissen im Einzelnen: Die geplante Hochschule Euro-Business-College Dresden, die aus einer seit 2002 bestehenden gleichnamigen privaten Business School hervorgehen soll, möchte ihre künftigen Studierenden für eine Berufstätigkeit in den Feldern Internationale Wirtschaft und Tourismusindustrie qualifizieren. Ebenso wie die bereits akkreditierten anwendungsorientierten Studiengänge
überzeugt das vorgelegte Hochschulkonzept insbesondere durch die angestrebte intensive Betreuung der Studierenden, einen engen Praxisbezug sowie eine ausgeprägte internationale Orientierung des Studiums. Gleichwohl ist der Wissenschaftsrat der Auffassung, dass die vorgesehene personelle Ausstattung mit Professuren im Umfang von zunächst drei und im Ausbauzustand fünf Vollzeitäquivalenten unzureichend ist, um die Hochschulförmigkeit einer Einrichtung dieses Zuschnitts auf Dauer sicherzustellen.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Die Akkreditierung wird allerdings erst wirksam, wenn sichergestellt ist, dass bei der Aufnahme des Studienbetriebs mindestens vier Professuren (Vollzeitäquivalente) besetzt sind. Er hält eine Reakkreditierung nach drei Jahren für notwendig.

Das Profil der Fachhochschule Dresden i.Gr., die ab dem Wintersemester 2010/11 ihren Studienbetrieb beginnen möchte, ist durch die Fakultäten Informatik, Betriebswirtschaft und Design konturiert. Ziel ihrer Ausbildung ist es, die Absolventen und Absolventinnen für Tätigkeiten in Unternehmen oder zu einem weiterführenden Studium zu qualifizieren. Die Fachhochschule kann in ihrer Aufbauphase mit der materiellen und personellen Unterstützung ihrer Gesellschafterin, der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung GmbH, rechnen, die seit fast zwanzig Jahren erfolgreich auf dem Bildungsmarkt tätig ist. Die beiden noch nicht programmakkreditierten Studiengänge Management of Computer Systems und Business Administration vermögen in ihrer Anlage bereits weitgehend zu überzeugen. Demgegenüber muss das Konzept für das Studienangebot in der Fakultät Design noch nachgebessert werden - sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der personellen Ausstattung. Der Wissenschaftsrat hat entsprechende Auflagen formuliert, die zudem auch die Ausstattung der Bibliothek betreffen.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule mit Auflagen institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

Die Fachhochschule für Oekonomie & Management (FOM) mit Hauptsitz in Essen hat sich seit ihrer Erstakkreditierung im Jahr 2004 überaus dynamisch entwickelt. Mit knapp 15.000 Studierenden ist die FOM nicht nur die größte private Fachhochschule, sondern auch die viertgrößte Fachhochschule in Deutschland überhaupt. Mit ihrem Angebot an wirtschaftsnahen Studiengängen, das spezifisch auf die Zielgruppe berufstätiger Studierender zugeschnitten ist, leistet die FOM einen Beitrag zur wissenschaftlichen Weiterbildung. Die FOM zeigt beispielhaft, wie hochschulische Weiterbildung in der Praxis durchgeführt werden kann, so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider. Passgenaue Studienangebote für Berufstätige, ob an Fernfachhochschulen oder, wie an der FOM, in der Form des Präsenzstudiums hauptsächlich an Abenden und Wochenenden, haben sich in Deutschland zu einer wichtigen Domäne privater Hochschulen entwickelt.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

Die 1991 gegründete und 1999 als Fachhochschule staatlich anerkannte Munich Business School (MBS) weiß in der Lehre durch ein breit angelegtes praxis- und anwendungsorientiertes Angebot an international ausgerichteten betriebswirtschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen zu überzeugen. Das Kleingruppenkonzept, der Fokus auf die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden und deren soziales Engagement sind Elemente, mit denen sich die MBS von anderen, ebenso wirtschaftswissenschaftlich wie international ausgerichteten Hochschulen positiv abhebt. Mit Blick auf die Masterstudiengänge steht die MBS vor der Aufgabe, ihre bisherigen vereinzelten Forschungsaktivitäten zu einem stärker die Belange der Lehre berücksichtigenden Forschungskonzept weiter zu entwickeln und die von ihr angestrebte inhaltliche Verknüpfung zwischen Lehrprogramm und Forschungskonzept herzustellen.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

Die bereits 1945 als Chemieschule gegründete und 1973 als Fachhochschule staatlich anerkannte nta Hochschule Isny überzeugt mit einem ausgesprochen praxisorientierten Studienangebot wie dem Bachelorstudium der Chemie, der Pharmazeutischen Chemie, dem Physik-Ingenieurwesen und der Informatik. Vergleichbare natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge finden sich bislang nur selten an nichtstaatlichen Hochschulen in Deutschland.

Auf- und ausbauen muss die nta Hochschule Isny jedoch ihre bislang unterentwickelten Forschungsaktivitäten, was eine Verbesserung der Personalausstattung insbesondere in der Informatik und in der Physik voraussetzt. Ziel der Hochschule sollte es außerdem sein, eine akademische Selbstverwaltung mit allen Rechten und Pflichten zu etablieren und dafür vor allem die Position des Senats gegenüber der Hochschulleitung zu stärken. Für die Umsetzung dieser vom Wissenschaftsrat formulierten Auflagen, unter denen die Akkreditierung der Hochschule steht, hat die Hochschule zwei Jahre Zeit.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule mit verschiedenen Auflagen institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

Die seit 1996 bestehende SRH Fernhochschule Riedlingen bietet als einzige der bislang sechs Hochschulen des SRH Verbundes ausschließlich Fernstudiengänge an. Bereits im Rahmen der Erstakkreditierung 2005 hat der Wissenschaftsrat den Beitrag gewürdigt, den die Hochschule damit zur Aktivierung von Bildungspotenzialen leistet, die im Hochschulbereich bislang eher vernachlässigt werden. Mit ihren praxisorientierten Bachelorstudiengängen und ihrer intensiven Betreuung der Studierenden ist die Hochschule gut auf die besonderen Bedürfnisse von Fernstudierenden eingestellt. Mit dem Bachelorstudiengang Lebensmittelmanagement und technologie hat die Hochschule erstmals ihr Angebot in den technischen Bereich erweitert. Hier und bei den Masterstudiengängen sieht der Wissenschaftsrat allerdings noch Nachbesserungsbedarf. Weiterhin betrachtet der Wissenschaftsrat die Stellung der Hochschulleitung im Gesamtgefüge der Hochschule als zu dominant, er hat deswegen entsprechende Auflagen formuliert.

Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule mit Auflagen institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig, behält sich aber eine Verlängerung dieser Frist auf zehn Jahre vor, sofern die Hochschule die Erfüllung der Auflagen innerhalb eines Jahres nachweisen kann.
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/10045-10.pdf (Euro-Business-College) http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/10046-10.pdf (FH Desden) http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/10042-10.pdf (FOM) http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/10044-10.pdf (Munich Business School) http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/10041-10.pdf (nta Isny) http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/10043-10.pdf (SRH Riedlingen)

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