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Große Vielfalt ist herausragendes Merkmal: Zwischenbericht zu neu eingeführten Bachelorstudiengängen liegt vor

05.07.2010 - (idw) Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung

Eine überaus große Vielfalt ist das auffälligste Merkmal der bayerischen Bachelorstudiengänge. Sie zeigt sich am Aufbau der Studiengänge, dem Verhältnis der Pflichtanteile zu Wahlpflicht- und Wahlanteilen, den Modulgrößen, der Prüfungsdichte und den Prüfungsarten sowie der Anerkennung von im Ausland oder an anderen Hochschulen erbrachten Leistungen. Zu dieser Erkenntnis gelangt der soeben veröffentlichte Zwischenbericht einer laufenden Studie des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) in München. Die Studie analysiert die neu eingeführten Bachelor- und Masterstudiengänge mit dem Ziel der Qualitätssicherung.

Überraschend unübersichtlich und unklar sind oft Inhalt, Aufbau und Regelungen der Studiengänge im Internet dargestellt der Hauptinformationsquelle möglicher Interessenten. Komplexe und manchmal auch in sich widersprüchliche Unterlagen erschweren es, sich ein Bild vom Studiengang zu machen. Hier tut eine stärkere Orientierung an der Perspektive der Studieninteressierten und Studierenden Not, fordert Professor Hans-Ulrich Küpper, Leiter des IHF.

Sehr uneinheitlich ist auch das Modulverständnis der Hochschulen, also die Art, wie die Hochschulen eine Lerneinheit (Modul) definiert haben. Allein unter den 20 untersuchten Studiengängen kommen 29 verschiedene Modulgrößen vor. Da die Anerkennung von Studienleistungen auf Modulen beruht, können sowohl die Vielfalt als auch die Größe vieler Module ein Mobilitätshindernis bedeuten, sagt Küpper.

Aufmerksamkeit verdient zudem der Bereich Prüfungsdichte. Im Durchschnitt haben die Studierenden an der Universität fast neun (8,7) Prüfungen pro Semester, an der Fachhochschule sind es 6,5. Allerdings bedeuten weniger Prüfungen nicht unbedingt eine geringere Belastung, weil damit der Stoffumfang und das Gewicht der einzelnen Prüfungen steigen können.

Weitere Punkte, die laut IHF der besonderen Aufmerksamkeit bedürfen, sind die Orientierung der Studienziele (Learning Outcomes) an der Perspektive der Lernenden, die Anerkennung von Studienleistungen insbesondere aus dem Ausland sowie die Studierbarkeit in Teilzeit.

Für den jetzt veröffentlichten Zwischenbericht hat das IHF die Konzeptionen von 20 Bachelorstudiengängen aus den wichtigsten Fächergruppen untersucht: zwölf an Universitäten, acht an Fachhochschulen. Dabei wurden vor allem große Studiengänge mit einer relativ langen Laufzeit ausgewählt. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, sondern exemplarisch.

Den Abschlussbericht der gesamten Studie wird das IHF in einem Jahr vorlegen. Die Zwischenergebnisse können in ausführlicher Form und als Zusammenfassung von der IHF-Homepage unter www.ihf.bayern.de als pdf-Datei herunter geladen werden.

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