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Wissenschaftsrat befürwortet RWTH-Antrag auf Forschungsbau

06.07.2010 - (idw) Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Kompetenzbündelung zugunsten effektiver Rohstoffforschung Wasser, Energie- und Rohstoffe werden immer knapper für die steigende Weltbevölkerung: dies sowie klimatische Veränderungen führen zu einem globalen Wandel. Mit dem Zukunftskonzept 2020 - Meeting Global Challenges - möchte die RWTH Aachen diesen unvermeidbaren Wandel mitgestalten. Bündelung von Kompetenzen und Interdisziplinarität spielen hierbei eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund wird die Aachener Verfahrenstechnik (AVT) als Verbund von derzeit fünf ingenieurwissenschaftlichen RWTH-Lehrstühlen ihre Forschung zukünftig mit weiteren interdisziplinären Forschergruppen im Center for Next Generation Processes and Products (NGP²) vereinen. Im kommenden Jahr soll der Bau des neuen Gebäudes in Melaten-Süd starten. Der Wissenschaftsrat hat jetzt den Antrag der RWTH zum Bau des rund 48 Millionen Euro teuren Forschungsgebäudes positiv begutachtet und zur Förderung empfohlen.

Das NGP² führt die verfügbaren interdisziplinären Kompetenzen in der Verfahrenstechnik, der Bio- und Chemo-Katalyse, in den Polymerwissenschaften, den Wassertechnologien und den Simulations- und Systemwissenschaften an der RWTH konsequent zusammen. Neuartige wissenschaftliche Fragestellungen sollen im Forschungsverbund unterschiedlicher Disziplinen bearbeitet werden. Dass durch innovative Produkte und Prozesse im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung außerdem zur Sicherung des Chemiestandortes Deutschland beigetragen wird, bewerten die Beteiligten positiv. Ziel ist es, ein weltweit einzigartiges Kompetenzprofil aufzubauen, das die nationale und internationale Sichtbarkeit der Forschungsregion Aachen stärkt.

Neben den Partnern aus den naturwissenschaftlichen Bereichen sind außerdem das Forschungszentrum Jülich über die Jülich-Aachen Research Alliance (JARA) und das Bioeconomy Science Center (BioSC) sowie nationale und internationale Wissenschaftler und Unternehmen an der Kooperation beteiligt. Die verfahrenstechnische Forschung ist an der RWTH mit großer internationaler Sichtbarkeit und Ausstrahlung etabliert. Dies ist das Ergebnis des konsequenten Ausbaus und der Stärkung der verfahrenstechnischen Lehrstühle innerhalb der Fakultät für Maschinenwesen, so Univ.-Prof. Dr.-Ing. Wolfang Marquardt vom Lehrstuhl für Prozesstechnik der AVT. Die Forschung der Aachener Verfahrenstechnik fokussiert sich auf die wissenschaftlichen Herausforderungen, die sich aus dem Rohstoffwandel von fossilen zu biogenen Kohlenstoffquellen ergeben. Dabei werden neue biogene Kohlenstoffquellen nicht wie weltweit geläufig thermisch und energetisch zerlegt, sondern über Niedertemperatur-Flüssigphasen-Prozesse stofflich molekular umgesetzt.

Die Errichtung des Forschungsbaus biete daher die einmalige Chance, den jahrelang und konsequent beschrittenen Weg der Fokussierung des Forschungsprofils der AVT durch die Bereitstellung einer angemessenen Infrastruktur fortzusetzen, erklärt Marquardt. Die zukünftige Zusammenführung aller Arbeitsgruppen der AVT und der vielschichtigen Forschergruppen unter einem Dach in unmittelbarer Nähe zu den wichtigsten Kooperationspartnern in Chemie, Biologie und Polymerwissenschaften werde erhebliche Synergien sowohl in der Nutzung der experimentellen Infrastruktur wie auch in der Bearbeitung gemeinsamer Forschungsvorhaben ermöglichen. Dies werde sich in arbeitsgruppenübergreifenden Forschungsergebnissen mit internationaler Ausstrahlung niederschlagen, so die Beteiligten.
Das NGP² wird geleitet von den RWTH-Professoren Dr.-Ing. Jochen Büchs, Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt, Dr.-Ing. Michael Modigell, Dr.-Ing. Thomas Melin, Dr.-Ing. Andreas Pfennig und Humboldt-Professor Dr.-Ing. Matthias Wessling.


Das Gebäude mit einer Hauptnutzungsfläche von rund 6.900 Quadratmetern für Labors, Werkstätten und technische Ausstattung soll 2013 bezugsfertig sein. Die im Antrag gestellte und in der Empfehlung des Wissenschaftsrats bestätigte Summe liegt bei 48 Millionen Euro. Für den Betrieb werden 25 zusätzliche Stellen für nichtwissenschaftliches und fünf Stellen für wissenschaftliches Personal benötigt.

i.A. Gabriele Renner

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